A L I
Müde schlenderte ich durch die Schulgänge.
Ich kam gerade frisch aus dem Büro des Rektors.
Zwei Wochen Nachsitzen, bloß weil ich ein paar Stunden Geschwänzt habe! Ich kann es nicht fassen!
„Und, was hat der Direx dir angedreht?" fragte Liv mich und knallte ihren Spind zu.
„Zwei Wochen Nachsitzen." stöhnte ich.
Liv's Strafe war nicht weniger milde ausgefallen.
Trotz dem ganzen Drama ging mir Hunter nicht mehr aus dem Kopf.
Ich hatte die Sache mit River beendet, bevor sie überhaupt erst richtig losgegangen war, weil ich Gefühle für jemand anderes entwickelt hatte.
Doch was jetzt?
Ich konnte ja schlecht zu Hunter rennen, ihm in die Arme fallen und schreien:,,Ja ich will! Lass uns bis zum Tode zusammen bleiben!"
Ich war doch nicht verrückt.
„Ali? Ist alles okay bei dir?" Liv weckte mich aus meinen Tagträumen.
„Du bist so abgelenkt in letzter Zeit."
Sollte ich es ihr erzählen?
Ich meine, immerhin war sie seit der sechsten Klasse meine beste Freundin.
„Um ehrlich zu sein, Liv alles ist momentan einfach nur beschissen!"
Liv sah mich aufmerksam an, während wir langsam zu unserer nächsten Unterrichtsstunde gingen.
„Die Schule läuft beschissen, Leo ist beschissen und um ganz genau zu sein hab ich mich jetzt auch noch, naja..." Ich beugte mich zu Liv und flüsterte:,,Ich fürchte, ich hab jetzt auch noch Gefühle für Hunter entwickelt."
Als ich wieder in Liv's Gesicht sah, erkannte ich nichts weiter als die Pure Verwirrung.
Als Außenstehende wäre ich wohl auch mehr als nur Verwirrt.
„Ali, ihr habt doch bloß einmal miteinander geschlafen." ungläubig sah sie mich an.
Dann schien ihr ein Licht aufzugehen.
„Moment. Ali, ihr habt doch nur einmal miteinander geschlafen, oder?" sie hielt mich auf, weiterzugehen.
„Naja...Also vielleicht nicht so ganz." Ich traute mich nicht in ihr Gesicht zu blicken.
Ich wusste, dass sie mir Schuldgefühle einreden würde.
„Alison, verdammt nochmal! Du hast mehrmals mit...," sie senkte ihre Stimme, ,,du hast mehrmals mit Hunter geschlafen?!"
„Weißt du, es ist eigentlich viel Komplizierter."
Und dann erzählte ich ihr die gesamte Geschichte.
Wie Hunter und ich zusammen in der Sportumkleide waren, wie wir zusammen auf dem Dachboden eingeschlossen waren und auch, was vor ein paar Tagen nachts in meinem Zimmer geschehen war.
Aufmerksam und ohne mich zu unterbrechen hörte Liv mir zu, auch noch als wir schon längst in Chemie Unterricht saßen und ermahnt wurden.
Mr.Donovan schenkte mir einen seiner berühmten Todes-Blicke, nachdem er angedroht hatte mich hochkant aus seinem Unterricht zu schmeißen.
Gott sei Dank war ich mit meiner Geschichte fertig.
Liv redete die ganze Unterrichtsstunde nicht mehr mit mir.
Doch vermutlich musste sie das alles erst einmal verarbeiten, denn sobald die Klingel ertönte sagte sie:,,Ali, du musst mir jetzt unbedingt die Wahrheit sagen."
Ich nickte etwas verwirrt.
Ich dachte, sie würde mir jetzt eine Moralpredigt halten.
„Hast du Gefühle für ihn?"
Liv überrumpelte mich komplett.
Dennoch, egal wie liebend gerne ich es auch leugnen wollte, ich fühlte etwas für dieses Arschloch.
Daher nickte ich leicht, woraufhin sich ein fettes Grinsen auf Liv's Gesicht breit machte.
„Was grinst du so?"
„Siehst du das denn nicht, Ali?" sie fragte mich, als sei es eine Selbstverständlichkeit ihre Gedanken lesen zu können.
„Du hast sogar River aka menschlicher Sexgott für ihn abgewiesen!"
Ich sah sie immer noch komplett verständnislos an.
„Man, du hast dich in ihn verliebt!"
Perplex starrte ich sie nun an.
Ich...was?
„Liv, komm runter okay? Bloß weil ich vielleicht ein paar Gefühle für ihn habe, heißt das nicht dass..."
„Als ich einmal bei dir durchs Zimmerfenster nachts um drei eingebrochen bin, hast du mich erst angeschrien und danach im hohen Bogen rausgeschmissen." sie stellte sich mit verschränkten Armen vor mich.
„Und ihn lässt du sogar bei dir Übernachten."
„Liv, das war doch was völlig anderes."
„Nein, das war es nicht. Und das wissen wir beide."
Fuck.
Wieso musste Liv immer recht haben?
Bei keinem anderen, fühlte ich mich so wie bei Hunter.
Niemand sonst konnte mir so ein Gefühl der Geborgenheit verschaffen als er.
Verdammte Scheiße!
Ich hatte mich tatsächlich in Hunter Bone verliebt.
„Und was ist mit ihm, hm? Er kommt immer wieder bei dir an, er ist es, der dir blicke zuwirft und auch er..."
Ich hörte Liv nicht weiter zu.
Ich hatte mich in Hunter verliebt.
Und vollkommen egal ob er dies erwiderte oder nicht, es ließ sich nicht mehr rückgängig machen.
„Liv, was soll ich jetzt machen?" unterbrach ich ihren ewig langen Redeschwall.
„Mit ihm reden." dann kehrte sie mir den Rücken zu und verschwand in der Menge.
Konnte ich wirklich einfach so mit Hunter reden?
Mein Gedankengang wurde von der Klingel unterbrochen, ich hatte jetzt Geschichte.
Und als ich mich auf meinen Platz fallen ließ, war für mich bereits klar, dass ich nicht mit Hunter reden würde.
Wenn er die Gefühle nicht erwidern würde, dann könnte er sich für den Rest meiner Schulkarriere darüber Lustig machen.
Dieses Risiko konnte ich unter keinen Umständen eingehen.
„Ali? Bist du noch bei uns?" meine Geschichtslehrerin sah mich aufmerksam an, ehe sie sich ihre Hornbrille wieder zurecht schob und mit dem Unterricht fortsetzte.
Sie redete über irgendwelche zwei Liebenden, die sich aber nie gegenseitig ihre Liebe gestanden.
Am Ende ist sie gestorben und er trauerte sein ganzes, restliches Leben um sie.
Und Gott bewahre, er hatte ein langes Leben.
Was, wenn es mit Hunter und mir genauso enden würde?
Wenn ich oder Hunter morgen von einem Bus überrollt werden würden?
Würde ich bereuen, es Hunter nie gesagt zu haben?
Ja, verdammte scheiße.
Und wie ich das würde.
Und ehe ich mich versah, stand ich nach Ende der Unterrichtsstunde im Gang und hielt nach Hunter Ausschau.
Er war wirklich verdammt schwer zu finden.
Doch dann entdeckte ich seinen Haarschopf.
Den Kopf, mit den so undefinierbaren, dunklen Haaren.
„Hey."
Hunter schreckte kurz hoch und blickte mir in die Augen.
„Was willst du?"
Mein Herz pochte so laut es nur konnte.
„Können wir reden?"
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Stay away from Drugs
Novela Juvenil„Heroin." Perplex sah er mich an, während er mir durch meine Haare streichelte. „Du bist wie Heroin. Du zerstörst mich innerlich, machst mich kaputt. Dennoch bin ich süchtig nach dir und kann einfach nicht ohne dich Leben." Dann küsste ich ihn...
