Nairobi hatte unterdessen meine durchnässte Kleidung gewechselt und mir eine Decke übergeworfen damit ich nicht friere. Denver ließ sich auf einem Stuhl nieder und hielt sich erschöpft den Kopf mit seinen Händen.
Dann betraten Palermo, Helsinki und Rio den Raum. Letzterer erstarrte bei meinem Anblick. Angeschlossen an die Herztonmaschine, mit dem Beatmungsgerät vor dem Gesicht und der Infusionsnadel im Arm schlief ich nun seelenruhig. „Was ist hier los?" fragte Palermo misstrauisch und ging zum Tisch rüber auf den sie mich gelegt hatten. „Wir wissen es nicht so genau. Sie ist irgendwie nicht ganz bei Bewusstsein...Keine Ahnung sie reagiert nicht und kann dem Anschein nach auch nicht sprechen. Sie ist jetzt schon eine halbe Stunde am schlafen" antwortete Nairobi mit besorgter Stimmlage. Palermo ging weiter auf mich zu und packte mir schroff ans Kinn, während er mich betrachtete. Ich wurde wach, schlug meine Augen auf und starrte immernoch regungslos in seine. Helsinki ging zu Nairobi und legte seinen Arm tröstend über ihre Schultern. „Kairo wie geht es dir?" fragte Palermo knapp.
Doch ich sah ihm nur weiter in die Augen, ohne jegliche Reaktion. „Was stimmt nicht mit ihr?" sorgte sich Rio zugleich und hastete ebenfalls zum Tisch, dann sah er mich an. Sein fragender Blick wanderte durch die Runde.
„Der Professor meint es ist eine Art Schockzustand...wir wissen nicht genau wie lange ihr Gehirn dem Sauerstoffmangel ausgesetzt war" meinte Denver regungslos. Palermo ließ ruckartig mein Kinn los und drehte mir den Rücken zu, ehe er die Hände in die Hüften stemmte und einen kurzen Moment lang nachdachte.
„Er hat sie wohl zum Krüppel gemacht" zischte er. Denver sprang auf und packte Palermos Hals mit festem Griff, ehe er ihn gegen eines der Bücherregal stieß.
„Sie wird wieder aufwachen, sie muss sich nur erholen" fauchte er ihn an.
Palermo stieß widerspenstig Denvers Hände von seinem Hals. „Du Trottel, denkst du wir haben Zeit und Kraft uns um eine im Wachkoma liegende zu kümmern wenn wir versuchen hier wieder raus zu kommen ? Wach auf!" schrie er und lachte kurz in sich hinein. Dann richtete er seine Waffe auf mich.
Die anderen sprangen hastig auf. Helsinki zog Nairobi fest an sich. „Wow,wow,wow was hast du vor ? Bist du verrückt geworden?" schrie Rio und hielt seine Hände nach oben.
„Wir können uns nicht darauf konzentrieren. Wir haben dafür keine Zeit Leute" meinte Palermo kaltherzig und hielt weiter seine Waffe auf mich gerichtet,bereit dazu den Abzug zu drücken. „Scheiße ich glaube du spinnst! Ich hol sie doch nicht zurück ins Leben damit du sie hier einfach so eliminierst!" fluchte Denver und packte nach Palermos Arm, mit dem er auf mich zielte. Nairobi klammerte sich verzweifelt an Helsinkis Brust. Rio dagegen sah mich einfach nur an. Ich nahm alle Kraft zusammen und bewegte meine Augen in seine Richtung.
Dann blickte ich ihm tief in die Augen. Rio ich bin hier.
Rio sags ihnen. Bitte. Ich wurde panisch.
Er nahm meine Hand und drückte sie fest. „Leute! Sie hat ihre Augen bewegt!" schrie er ergriffen und strich mir zärtlich über den Handrücken.
Palermo nahm lamgsam die Waffe runter und sah mich ebenfalls an. Danke Gott! Noch einmal kratzte ich all meine Kräfte zusammen und bewegte meine Augen zu Denver, dann zu Palermo. „Kairo, wenn du mich hören kannst dann schau zu deiner Schwester" meinte Rio und sah mir weiter in die Augen.
Und ein drittes Mal gab ich mir Mühe seine Frage zu beantworten. Ich sah nach rechts zu Nairobi und öffnete meinen Mund leicht. „Sie kann uns hören!" rief Rio erleichtert und lächelte mich an. Verdammt, sein Lächeln.
Auch Denver legte nun liebevoll seine Hand auf meinen Kopf, dabei kniff er die Augen zu und richtete seinen Kopf der Decke zu „Halleluja." Mit letzten Kräften drückte ich Rios Hand ein wenig während ich wieder in seine tief braunen Augen sah, welche mich anglitzerten und wie hypnotisieren zu schienen.
Ich bin noch hier. Ich lebe.
Nairobi und Denver fielen sich überglücklich in die Arme. Palermo dagegen begutachtete das Geschehen misstrauisch. „Ich gebe ihr zwei Tage, wenn sie dann nicht wieder auf den Beinen ist muss ich es tun.." sagte mit ernster Miene und dann verließ er mit gesenktem Blick die Bibliothek.
„Keine Angst, wir bekommen dich schon wieder hin" flüsterte mir Rio zu.
Er hatte Recht. Er musste Recht haben. Wie konnte dieses Lächeln lügen?
Mein Geist war stärker als mein geschwächter Körper. Ich wollte gesund werden. Und ich wollte leben. Doch eines war sicher, ich musste einige Dinge in meinem Leben ändern und damit beginnen es in vollen Zügen zu genießen. Denver lief los um dem Professor von den Neuigkeiten zu berichten. Voller Erschöpfung schlief ich irgendwann ein, meine Hand immernoch fest in Rios. Helsinki nahm einen Stuhl und platzierte ihn hinter Rio, damit er sich hinsetzten konnte. Die Gruppe hatte beschlossen mich erst einmal hier in der Bibliothek zu lassen, damit ich mich vollkommen erholen konnte.
Und Rio blieb die ganze Nacht treu an meiner Seite.
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La Casa de Papel IV
FanfictieLuana Sofia Jiménez ist die kleine Schwester von Ágata Jiménez, besser bekannt als „Nairobi", welche Teil des Überfalles auf die Spanische Staatsbank in Madrid ist. Als Luana von Polizisten als Köder angeheuert wird um ihre Schwester, unter vorbeh...
