Langsam wurde mir klar, dass Rio wirklich im Recht war. Es schien tatsächlich so zu sein. Der Professor hat sich mit unserer Unterkunft in Almería nur etwas Zeit verschafft um weitere Pläne zu schmieden. Es ergab alles Sinn. Der Professor und Lissabon hatten sich auf ihrem Zimmer verschanzt.. Und ich glaubte die Beiden würden nur ihre versäumte Zweisamkeit nachholen.. Doch nun erschien mir alles einen noch größeren Sinn zu ergeben nachdem Rio mir einen kleinen Denkanstoß verpasst hatte. Ich säufzte leise auf. Rio streichelte mir liebevoll über den Hinterkopf und vergrub daraufhin seine Finger in meinem Haar, dabei hatte er immernoch diesen unglaublich traurigen Blick in seinem Gesicht. War das nun wirklich einer unserer letzten Momente zusammen ? Ich durfte nicht weiter daran denken wie es wohl mit uns allen weiter gehen sollte, auch wenn die Gedanken in meinem Kopf Achterbahn fuhren.
„Essen ist fertig" schrie Nairobi lauthals aus dem Haus in den Garten hinaus um Rio und mich zum herein kommen zu bewegen.
„Hunger ?" fragte ich Rio zaghaft und setzte ein schwer erzwungenes Lächeln auf.
„Eigentlich nicht so sehr, aber ich komme mit dir." Er stand auf, reichte mir seine Hand um mir auf zu helfen und ich zog mich mit seiner Hilfe nach oben. Rio nahm meine Hand während wir gemeinsam zum Haus gingen, sah mich dabei an als würde er um Erlaubnis bitten dies auch tun zu dürfen. Ich lächelte. Diesmal allerdings nicht erzwungen. Er gab mir dieses Gefühl von Geborgenheit und ich konnte mich in seiner Anwesenheit einfach nicht unwohl fühlen.
An der Finca angekommen vernahm ich das Gequassel und Gelächter der Anderen. Naja hauptsächlich Denvers Gelächter, welches meine Hand wie in einer Art Automatismus aus Rios Griff entgleiten ließ. Sein Blick sprach Bände. Denvers Blick sprach ebenfalls Bände. Wieder eine dieser seltsamen Situationen.
Mit gesenktem Kopf nahm ich an einem der freien Plätze am Tisch platz, direkt neben Nairobi und Bogotá und gegenüber von Tokio was mich allerdings nicht weiter störte. Wir sprachen nicht miteinander. Zumindest das Nötigste.
Wir aßen eine köstliche frisch zubereitete Paélla, welche Nairobi und Stockholm liebevoll für uns gezaubert hatten. Dazu einen Salat als Beilage. Als ich meinen Teller schon fast aufgegessen hatte stießen auch Lissabon und der Professor höchst Persönlich zu uns um ebenfalls einen Happen zu sich zu nehmen. Nach viel zu langen Minuten von Sticheleien, Träumereien und viel zu lautem durcheinandergequatsche der Anderen ergriff der Professor plötzlich ein Messer und schlug es sanft gegen sein Weinglas, dabei erhob er sich vom Tisch um eine Art Ansprache an uns zu halten.
Als endlich Ruhe eingekehrt war stupste er sich seine Brille wieder auf seinen Nasenrücken und räusperte sich kurz. „Ihr habt euch sicher schon gefragt was hier vor sich geht.. ich habe schon von einigen Spekulationen gehört. Deshalb wollte ich euch kurz auf den Stand der Dinge bringen.. Lissabon und ich haben einige Zeit gebraucht um uns den Kopf über unsere missliche Lage zu zerbrechen. Doch wir haben einen Plan für euch. Für uns." Er richtete erneut seine Brille, ehe er fortfuhr „Ich erwarte euch morgen Früh um acht im Koferenzsaal im Keller der Finca um euch über weiteres zu informieren. Seit bitte pünktlich, es gibt einiges zu besprechen." Er blieb einen Moment stehen und blickte in die Runde erschrockener Gesichter. Jetzt war es wohl an der Zeit langsam Abschied zu nehmen dachten sich wohl alle, auch ich.
„Und jetzt wünsche ich euch noch einen angenehmen Abend" fügte er dann noch schief und gekünstelt lächelnd hinzu, ehe er sein Weinglas in die eine Hand und in die Andere die Hand von Lissabon nahm, dann gingen sie wieder auf ihr Zimmer.
Dieser Mann voller Geheimnisse. Und er hatte uns allen den verdammten Abend damit versaut. Sobald die Beiden verschwunden waren brodelte aus allen heraus.
Die lauten aufgeregten Stimmen schmetterten mir gegen den Kopf, welcher zugleich zu schmerzen begann. Ich sollte mich wohl lieber ausruhen gehen, das war einfach wieder zu viel Input für mich gewesen. „Alles gut Süße ?" fragte meine Schwester mich besorgt.
„Ja klar, mach dir keine Sorgen. Ich werd mich einfach nur ein wenig hinlegen müssen. Mein Kopf dröhnt.." Sie nickte mir zu. Ich stand auf und ging nach oben auf mein Zimmer. Dann schmiss ich mir zügig ein leichtes Schlafanzug Set aus Satin über und ließ mich seufzend auf mein Bett fallen, starrte dabei wie versteinert auf die Zimmerdecke auf welche der Mondschein von draußen durchs Fenster zu sehen war.
Dann schloss ich die Augen und schlief nach einer Weile einfach ein.
„Kairo?" rief eine leise Stimme von der anderen Seite meiner Zimmertüre. Ich öffnete langsam meine Augen. Hatte ich das nur geträumt? Dann klopfte es zwei Mal sanft gegen die Tür „Kairo bist du da ?" Ich hatte nicht geträumt. Fast schon erschrocken sprang ich vom Bett auf und warf einen Blick auf den Wecker auf meinem Nachtschrank. Es war schon 02:47 Uhr, war etwas passiert ? Ich warf einen blick auf die andere Seite des Bettes, welche leer war. Wo war nur Nairobi ?
Mit tapsigen Schritten ging ich durch das dunkle Zimmer zur Tür und öffnete sie.
Es war Rio.
Verdutzt blickte ich ihm ins Gesicht und schüttelte Fragend meinen Kopf.
Dann musterte ich ihn kurz. Er hatte eine graue Jogginghose und ein weißes eng anliegendes Shirt an, welches seinen Muskeln ziemlich schmeichelte. Dann ließ ich schnell wieder mit meinem Blick von ihm ab und begann zu grübeln.
„Ist alles in Ordnung ? Ist etwas mit meiner Schwester passiert ?" fragte ich ihn nervös und sah an ihm vorbei in den dunklen Flur hinaus.
„Nein Nein mit Nairobi ist alles klar, die ist mit Bogotá in einem der Kellerzimmer verschwunden." Na was die Zwei wohl da taten ?
„Es ist fast drei Uhr Rio, was ist denn bloß los ?" fragte ich ihn erneut und sah in seine dunklen Augen. Sie waren ganz glasig. Doch eine Antwort bekam ich nicht.
Stattdessen griff er hastig mit seinen Händen nach meinem Kopf und zog ihn rasch an seinen heran, sodass sich unsere Lippen unwillkürlich trafen. Ich ließ einfach mein Herz entscheiden und erwiderte seinen Kuss ohne zu zögern. Er schmeckte nach Alkohol, wohlmöglich hatte er sich etwas Mut angetrunken ? Oder hatte er sich etwa den Frust von der Seele getrunken ? Es störte mich nicht weiter. Ich ließ mich einfach von ihm leiten. Er ließ langsam seine Hände über meine Schultern gleiten, dann entlang meiner Seite bis er mich dann an der Hüfte packte und nach oben hob.
Ich schlang meine Beine um seinen Oberkörper während er zusammen mit mir über die Türschwelle in mein Zimmer trat um mit einer Hand die Tür hinter sich zu schließen. Dann ging er, mich immer weiter leidenschaftlich küssend in Richtung Bett und ließ mich sanft darauf ab. Er beugte sich über mich und küsste mir liebevoll den Hals entlang bis zu meinem Dekollete. Mein Kopf war wie ausgeschaltet. Er hielt kurz inne, legte seine Hand an meine Wange und sah mir in die Augen als würde er mich wieder um meine Erlaubnis bitten. Ich griff nach dem Saum seines Shirts und zog es ihm entlang seiner Taille nach oben, sodass ich langsam einen Blick auf seinen Oberkörper erhaschen konnte. Er half mir sofort dabei und stülpte sich das Shirt über den Kopf, ehe er es auf den Boden warf. Dann fing er wieder an mich am Hals zu küssen und ich bekam Gänsehaut am ganzen Körper. Er fuhr zärtlich mit einer Hand über meine Brust runter zum Ende meines Tops und schob es zugleich nach oben um es mir ebenfalls über den Kopf zu ziehen. Dann küsste er mich wieder während er sich an meiner Hose zu schaffen machte. Wie oft hatte ich insgeheim von solch einer Situation mit ihm phantasiert und jetzt wares wirklich soweit. Wir schliefen tatsächlich miteinander.
Ohne nachzudenken. Ohne dass meine Gedanken andauernd dazwischen funkten.
Und es fühlte sich so gut an diesen Art Bund mit ihm einzugehen.
Er zog mich komplett aus, dann auch sich selbst. Erneut sah er mich fragend an und ich nickte ihm nur kurz zu, dann zog ich ihn wieder zu mir um ihn weiter küssen zu können. Dann drang er in mich ein und wir taten es tatsächlich. Eine ganze Weile.
Es fühlte sich wirklich so unglaublich gut an. Es war noch besser als ich mir es je vorgestellt hatte.
Völlig erschöpft ließ er sich neben mich ins Bett fallen und schlang seine Arme von hinten um meinen Oberkörper, dabei küsste er mir sanft den Nacken. Er strich mir liebevoll meine Haarsträhnen hinters Ohr. „Ich musste es einfach tun" flüsterte er dann leise. „Falls wir uns nicht wieder sehen sollten, wollte ich einfach nur wissen wie es ist mit dir zusammen zu sein. Wenigstens eine Nacht lang..." Dann lehnte er seine Stirn gegen meinen Hinterkopf und atmete erleichtert auf. Ein breites Grinsen zog sich über meine Mundwinkel. Ich umschlang seinen Handrücken mit meinen Händen, ehe ich ihm einen zärtlichen Kuss darauf gab. Mir wurde erneut klar dass ich Rio liebte.
Auch wenn ich es noch so zu verstecken versuchte. Dann schliefen wir fest umschlungen und völlig überwältigt von unseren Gefühlen ein.
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La Casa de Papel IV
FanfictionLuana Sofia Jiménez ist die kleine Schwester von Ágata Jiménez, besser bekannt als „Nairobi", welche Teil des Überfalles auf die Spanische Staatsbank in Madrid ist. Als Luana von Polizisten als Köder angeheuert wird um ihre Schwester, unter vorbeh...
