Frag den Jungen, der überlebte, was seine früheste Erinnerung sei, und er würde dir nicht von seiner tragischen Vergangenheit erzählen.
„Ich habe Photos von ihnen gesehen, Mum und Dad, genug um zu wissen, wie sie aussahen.
Daher hab ich Erinnerungen von ihnen, zusammengepuzzelt aus den Photos. Wer was, was davon echt ist."
Was ist mit deiner Muggelfamilie? Du wohntest bei der Schwester deiner Mutter, nicht wahr?
„Ich würde sie eher nicht als meine Familie bezeichnen, sie wahren nie liebevoll, also -"
An was noch, wenn überhaupt, erinnerst du dich denn?
„Da war eine Katze... eine getigerte Katze. Ich erinnere mich daran, mit ihr im Garten gespielt zu haben, als ich klein war. Und sie begrüßte mich, sobald ich aus der Schule nach Hause kam. Tante Petunia versuchte immer, sie zu verscheuchen, aber sie kam zurück, jedes Mal.
Sie mochte es, ein Nickerchen auf der Mauer in der Sonne zu machen und wenn ich draußen saß und ihr die seltsamen Dinge erzählte, die mir passiert waren, legte sie ihren Kopf in meinen Schoß und ließ sich streicheln.
Potter wurde leiser, realisierte wahrscheinlich, dass diese freunliche Katze heute wohl nicht mehr am Leben wahr und bedauerte den Verlust seines einzigen Freundes aus Kindheitstagen.
Seine Augen glitzerten als er versuchte Tränen zu unterdrücken.
„Weißt du was, Rita? Ich denke das Interview ist für heute beendet, du hast mich schließlich auch einfach auf der Straße abgefangen und es tut mir leid, aber ich habe noch einen wichtigen Termin."
„Und Potter geht schnell, nicht einmal in die Richtung in die er vor dem Interview gegangen war. Hoffentlich wird ihm die Auroren-Akademie bessere Manieren beibringen, als die getigerte Katze.
________
Minerva saß entspannt in ihrem Büro und stöberte im Mondlicht durch die Quidditch-Artikel im Tagespropheten. Seit der Schlacht sind fast drei ganze Jahre vergangen. Drei ganze Jahre als Schulleiterin. Aber trotzdem hatte sie sich immer noch nicht an ihr neues Büro gewöhnt. An Quidditch jedoch wird sie immer gewöhnt sein.
Sie betrachte ein ziemlich großes Portrait von Ginny Weasley in ihrer Holyhead Harpies-Uniform und Minerva konnte nicht anders, als von Stolz überrollt zu werden. „Warum solltest du nicht stolz sein?", ermahnte sie sich selbst. Diese Kinder waren so gut wie ihre eigenen.
Sie widmete ihr Leben dazu, sich um sie zu kümmern. Natürlich konnte sie stolz sein, sie erfolgreich zu sehen.
Plötzlich hörte sie ein Flattern und eine kleine Eule landete auf Minervas Schreibtisch.
„Guten Abend, Pigwidgeon", begrüßte Minerva den Vogel als dieser sein Bein ausstreckte, damit sie ihm von der Rolle befreien konnte, die daran befestigt war. Sie fragte sich, von wem sie war. Harry und Ron wohnten zusammen und benutzten due Eule beide, um ihr Nachrichten zu schicken. Sie wünschte sich manchmal, die beiden würden Pigwideon eine Pause gönnen. Der kleine wurde langsam älter und die lange Reise nach Hogwarts könnte zu viel für ihn werden.
„Ich weiß, dass sie wahrscheinlich die Quidditch-Nachrichten lesen, Professor, bitte schlagen sie Seite 16 im Propheten auf... Das waren sie, nicht wahr? - Harry"
Verwundert schlug Minerva die Seite auf, die Harry genannt hatte. Überrascht stellt sie fest, dass es eine Seite war, die Klatsch und Tratsch gewidmet war, und ganz oben auf der Seite befand sich ein kurzer Artikel von Rita Kimmkorn.
Harry Potters Vergangenheit - Trauriger als erwartet?
Sie schnaubte, aber fing an, das kurze Interview zu lesen. Von all den Dingen, die die beiden erlebt hatten, eine Sache, die sie näher zusammen gebracht hatte, war, sich über Rita Kimmkorns lächerliche Artikel lustig zu machen. Erst letzte Woche schickte sie ihm eine Kopie von etwas, das Rita geschrieben hatte: „Wen datet die neue Schulleiterin von Hogwarts?"
Als sie jedoch begann, diesen Artikel zu lesen, schlug ihr das Herz bis zum Hals. Harry Frage ergab nun Sinn. Nachdem er die Geschichte mit der Katze nacherzählt hatte, hatte er endlich due Verbindung von dem einen konstanten Guten seiner Vergangenheit zu seiner Gegenwart entdeckt.
Sie ließ die Zeitung langsam sinken und fragte sich, ob es das war, was sie wollte, als sie vor fast zwanzig Jahren angefangen hatte, das Haus zu besuchen und Harry beim aufwachsen zu begleiten. Nein. Sie wollte nicht, dass er es wusste, sonst hätte sie es ihm selbst erzählt.
Sie wollte einfach, dass er sich geliebt fühlte.
Sie hatte Lily und James bei ihm gesehen und wusste, wie sehr sie Harry und sich gegenseitig liebten. Die Dursleys konnten ihm dies sicherlich nicht geben. Sie hatte immer gehofft, sie könnte diejenige sein, die ihm das gab, indem sie ihn besuchte.
Aber der Krieg war jetzt vorbei und wie viel hatte sie Harry eigentlich über Lily und James erzählt? Minerva realisiert, dass es vielleicht nicht genug war, in seiner Kindheit da gewesen zu sein. Sie war eine der einzigen, die sowohl Harry als auch seine Eltern kannte, vielleicht war es an der Zeit für Minerva, Harry nicht nur zu zeigen, wie sehr in seine Eltern liebten, sondern es ihm auch zu erzählen.
Deswegen, schwer atmend, griff sie nach einer Feder und schrieb ihm zurück. Pigwideon nahm den Brief und flog zurück in die Nacht.
Ein Teil von ihr wünschte sich, der kleine Vogel würde noch kurz warten und sich ausruhen, aber seine Reise war dringender.
Minerva trank ihren Tee aus und machte sich fertig fürs Bett, mit einem Lächeln auf den Lippen. Morgen, wenn sie den Gastkamin öffnen würde, zu der Zeit, die sie Harry genannt hatte, würde er hoffentlich erscheinen.
Dann konnte sie ihm von Lily und James Potter erzählen. Wie aus einer übereifrigen Schülerin und einem Unruhestifter die besten Zauberer, die besten Menschen, entstanden, die sie je kennenlernen durfte. Wie seine Mutter über alles gelacht hat und sein Vater jedem die Stirn bot. Wie sie den Brief behielt, den die beiden ihr geschrieben hatten, während sie sich versteckt hielten. Wie stolz sie auf sie war. Wie, mehr als alle anderen Schüler jemals, Lily und James sich am meisten wie ihre eigenen anfühlten.
Und wie sie bis zu diesem Tag ihre Liebe in ihrem brillianten Sohn widergespiegelt sah.
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Harry Potter - Oneshots
FanfictionEinfache Ideen, die mir beim Träumen, auf dem Weg zum Bus oder beim Faulenzen einfallen und die nicht genug sind, Geschichten daraus zu machen. Viel Spaß! 22. Juli 2021 - #2 in salazarslytherin 15. November 2018 - #78 in hufflepuff 10. April 2021...
