der Himmel und Marcus Flint

233 15 1
                                        

Es gab zwei Dinge auf dieser Welt, die Oliver Wood mehr liebte als alles andere.

Das erste war der Himmel. Er liebte ihn, das endlose Blau, die Art und Weise, wie die Wolken die Berge streiften. Er liebte die Farben, in die sich der Himmel verwandelte, wenn die Sonne unterging, wenn Streifen von gold und rot und violett den Horizont entlang tanzten. Er liebte die Sterne, die über ihm glitzerten, weit weg genug, um sich was von ihnen zu wünschen, aber doch so nah, dass man sie sehen konnte. Oliver liebte, für was der Himmel stand, den Geschmack von Freiheit auf seiner Zunge, das leichte Wehen von Wind auf seiner Haut.

Das zweite, das er liebte, was Marcus Flint.

Er liebte sein Lachen, die Weise, wie es seine Augen aufleuchten ließ und all die kalte List in Wellen von ihm abfiel. Die Art und Weise, wie er flog, wie eine Kugel durch die Luft schnitt, bleiche Hände waren um seine geschlungen.
Er liebte sein Grinsen, die Art, wie sich sein Mund auf einer Seite hochzog, die unauffälligen Zwinker und Berührungen, wenn sie mitten in der Nacht auf dem Quidditch Feld umher flogen. Er liebte Marcus' Augen, gold und etwas unsymmetrisch, die Art und Weise, wie er um Olivers Bewegungen herum schmolz.

4tes Jahr, das Spiel an einem kalten Wintertag. Beide streckten sich nach dem Quaffel aus und es gab diesen magischen Moment, in dem ihre Finger aneinander strichen, sich ihre Blicke trafen und die Zeit kurz einfror. Oliver ertrank in Marcus' Augen, das Gold verschlang ihn wie Honig. Später träumte er davon, packte die Erinnerung aus, manipulierte sie und dehnte sie aus. In seinen Träumen hatten die sich geküsst, jedes einzelne Mal.

5tes Jahr, Ausreden. Den Platz zum Training nach den Slytherins buchen, jedes einzelne Mal. Vom Frühstück aufschauen, nur um Marcus zu finden, wie er ihn anstarrte, die goldenen Augen schlossen sich für ein einzelnes, goldenes Zwinkern. Fliegen, der Wind in den Augen und Marcus' Finger in seinen Haaren, übers Feld jagen bis die Sonne den Horizont berührte und der Himmel schimmerte. Küssen, versteckt in Ecken und gegen Wände, tief in den den Schatten. Sie hielten sich immer gut versteckt, außer Sicht der anderen, weil Marcus ein Reinblut war und Oliver ein Junge und sie niemals zusammen sein konnten, nicht wirklich.

6tes Jahr, die Male auf Marcus' Rücken, die zerschmetterten Flaschen und trunkenen Küsse. Streichen über die lange Narbe auf seinem Arm, wo das Mal gewesen wäre, hätte er nachgegeben. Geflüsterte Unterhaltungen mitten in der Nacht, Finger vergraben in den Haaren des jeweils anderen, wilde Küsse, wo sie niemand sehen konnte. Pläne, gemacht um den anderen zu retten, wenn Krieg ausbrechen würde, weil das passieren wird, weil Krieg kommen wird und sie beide auf gegenüberliegenden Seiten standen und einer der beiden verdammt bald eine Entscheidung treffen musste.

7tes Jahr, in den Armen des anderen zusammenbrechen, Marcus' Flüstern auf Olivers Lippen. Ich kann das nicht tun. Ich kann nicht gegen meine Familie kämpfen. Mehr Narben, auf seinem Rücken, seinen Oberschenkeln und an seinen Rippen, Blut spritzte auf den Boden. Bewusstlose Körper an Badezimmer-Waschbecken, Schreien im Krankenflügel, Oliver schluchzend, während er wartete, bis Marcus aufwachte, bis sich diese goldenen Augen öffneten und lebten. Schatten glitten über sie, ihre Zeit wurde mit jeder Sekunde weniger.

4 Jahre später, zurück in Hogwarts, in dem Krieg, der endlich gekommen war. Rücken an Rücken, wie immer, Zaubersprüche flogen aus den Spitzen ihrer Zauberstäbe, ihr Blut mischte such auf den Steinen. Zusammen, so wie sie immer gewesen waren, Körper aneinander gepresst, auf diese wundervolle Art von zwei Verliebten. Ein Fluch nach dem anderen, ein gefallener Feind nach dem anderen, dieser wundervolle Moment, als Voldemort fiel und Marcus Oliver in der großen Halle in einen tiefen Kuss zog.

Es gab zwei Dinge auf dieser Welt, der Himmel und Marcus Flint, die Oliver mehr als alles andere liebte.

Und er war so glücklich, endlich, endlich die Möglichkeit zu haben, sie beide zu besitzen.

Harry Potter - OneshotsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt