Remus konnte nicht schlafen.
Es ist drei Tage her, seitdem er mit Sirius rumgemacht hatte, als sie sich vor Filch in einem der Geheimgänge versteckt hatten.
Es ist drei Tage her, seitdem er das letzte Mal geschlafen hatte und seit 72 Stunden ging er seinem Freund so gut, wie er konnte, aus dem Weg.
Zu sagen, dass das schwer sei, wäre die Untertreibung des Jahrtausends. Sirius war überall. Angefangen bei dem Bed direkt neben Remus' eigenem, auf dem Platz neben ihm in der großen Halle - seinem Leben schien mit Sirius' verschränkt zu sein und das erste Mal, seitdem Remus ihn getroffen hatte, gefiel ihm das nicht.
Remus seufzte und drehte sich in seinem Bed hin und her, bis er sich im Laken verfangen hatte.
Es war nicht so, dass ihn der Kuss angeekelt hatte, Remus wäre ein Lügner, wenn er behaupten würde, ihm hätte es nicht sogar gefallen - verdammt er hatte es geliebt.
Remus drückte sein Gesicht in sein Kissen, um ein unterdrücktes Stöhnen rauszulassen.
Sirius' Lippen waren weich, vielleicht ein wenig trocken, und die Art und Weise, wie seine Zunge Remus' umspielt hatte gab ihm Gänsehaut. Er musste in sein Kissen beißen, um sich nicht zu sehr daran zu erinnern.
Weil Remus hatte es geliebt, Sirius zu küssen, mit ihm rumzumachen, bis ihre Lippen wehtaten - bis es zu viel, zu intensiv wurde, zu... fuck.
Remus saß in der Mitte seines Bettes, Arme und Beine verschränkt, wütend über seine eigene Gedanken. Er konnte sich nicht erlauben, länger daran zu denken. Remus hatte sich dazu entschieden, Sirius so lange aus dem Weg zu gehen, bis er es vergessen hatte. Er wird es vergessen, Sirius wird es vergessen und alles wird wieder so wie früher.
Ja.
Es war nicht sehr Gryffindor von ihm, aber es war besser, als sich dem Problem zu stellen und Sirius zu sagen, dass... dass...
„Moony, schläfst du?" Remus drehte seinen Kopf und sah Sirius, der ihn zwischen den Vorhängen anschaute. „Oh, du bist wach!", sagte er und kletterte ins Bett ohne zu fragen.
Der Werwolf schaute in voller Unglauben an.
„Was machst du hier?"
„Ich hab Feuerwhiskey dabei", antwortete der Junge und zeigte die Flasche, die er hinter seinem Rücken versteckt hatte. „Ich will ihn nicht mit James und Peter teilen, die haben keine Ahnung, wie man ihn richtig wertschätzt."
„...Und ich schon?", fragte Remus - das Fragezeichen am Ende des Satzes war kaum hörbar, aber hörbar genug, um ihn unsicher klingen zu lassen.
„Ja, tust du, Moony", antwortete Sirius, öffnete die Flasche und nahm einen großen Schluck. „Fuck, der ist gut." Er hielt Remus die Flasche hin, der einen Blick darauf war und dann wieder den anderen Zauberer anschaute. Dem Blick, mit dem Sirius ihn anschaute, konnte Remus nicht widerstehen: er überlegte, was er sagen könnte, worüber sie reden können, aber er konnte nichts finden, egal wie sehr er sich anstrengte. Also trank Remus auch einen großen Schluck und gab den Whiskey zurück.
Sie verbrachten die nächsten Minuten damit, die Flasche hin und her zu reichen, während sie mit dem Rücken gelehnt an Remus' Bettkopfteil dasaßen. Ihre Schultern berührten sich leicht, jedes Mal wenn Sirius etwas trank.
Remus vertrug den Alkohol nicht gut: Er machte mit jedem Schluck seinen Verstand leichter und ein paar der Dinge, die er in den letzten paar Tagen hatte sagen wollen, kamen seinen Rachen hoch und kitzelten auf seiner Zunge. Er konnte an eine Liste an Gründen denken, warum sie das Rummachen vergessen sollten, die drohte, ihm rauszurutschen - das Wort Werwolf kam mindesten zweimal vor, Freunde war der erste und letzte Punkt und Rumtreiber war nur einmal auf der Liste.
Da waren andere Dinge: Pros und Kontras, Lasten und Tugenden, sein Dasein als Vertrauensschüler, die Sache mit den illegalen Animagi. Also die Wir sind beide hetero - Diskussion, das war nur eine große Lüge - er war zu betrunken, um über ihr Sexualität zu diskutieren, das wurde also von der Liste gestrichen.
„Weißt du, Moony", sagte Sirius, als Remus gerade seinen Mund öffnen wollte. „Ich bin nicht hierher gekommen, um mit dir zu trinken", beichtete er und drehte sein Gesicht so, dass seine grauen Augen genau in Remus' grüne starrten.
„Bist du nicht?", fragte er und versteckte das Wusst ich's doch, das sich in seinen Kopf schlich.
Sirius brummte und stellte die halb leere Flasche neben ihn aufs Bett. „Ich bin hier, um einen auf Krone zu machen."
„Einen auf Krone machen", wiederholte Remus, nur um sicher zu gehen - war er tatsächlich so betrunken, dass er halluzinierte?
„Ja, so wie, du weißt schon, wie die Dinge, die Krone mit Evans macht", erklärte Sirius und gestikulierte mit seinen Händen. „Hör zu", sagte er, als er Remus' Verwirrung bemerkte.
„Ich weiß, warum du mir aus dem Weg gegangen bist, also -"
„Ich bin dir nicht - "
„Doch, bist du. Wie gesagt, das ist sehr Moony von dir." Sirius zuckte mit den Schultern. „Jedenfalls, du machst einen auf Moony, ich mach einen auf Krone."
„Tatze, du ergibst keinen Sinn."
„Moony", sagte Sirius und berührte einen von Remus' Schultern mit seiner Hand.
„Remus Lupin", sein Gesicht war viel zu nah, „Ich weiß, dass du in deinem Kopf jeden dummen Grund auflistest, warum wir nicht weiter rummachen sollten, bis wir ein paar breiige Haufen sind, als fordere ich dich genau jetzt dazu auf, damit aufzuhören."
Seine Hand war mittlerweile an Remus' Wangenknochen - konnte er so seinen Herzschlag spüren? „Du bist Remus und ich bin Sirius: du bist ein Werwolf und ich ein Hund - shhh, ich weiß, dass das nicht das selbe ist, aber es ist romantisch, Moony. Ich versuche hier kitschig zu sein." Er stoppte, gefror. „Wir sind beste Freunde und du bist die erstaunlichste Person, die ich je gesehen habe - eingenommen Dumbledore, Moony, Dumbledore."
„Dumbledore ist verdammt erstaunlich." Remus stotterte und wusste nicht, was er sagen sollte.
„Ja, aber du bist um einiges erstaunlicher als er. Manchmal denke ich, es sei viel mehr, als ich verdiene, aber das hindert mich nicht davon, in dich verliebt zu sein."
„Bei Merlin, du machst einen auf fucking Krone", sagte er und realisierte, was die ausgedachte Redewendung überhaupt bedeutete.
Sirius tat genervt davon, unterbrochen zu werden, und bewegte seine Hand zu Remus' Mund. „Also, Remus Lupin, hör auf zu Moony zu sein. Hör auf, zu viel über Sachen nachzudenken, hör auf, Sachen aus dem Weg zu gehen, die du willst, indem du alles negative aufzählst", schlug er vor, dann stoppte er, seine Augen starrte auf Remus' Mund, während er mit dem Daumen über dessen untere Lippe strich. „Wenns um mich geht, nur für eine Sekunde, hör auf über Konsequenzen nachzudenken - hör auf und..." Sirius schluckte und schaute ihm in die Augen. „Mach das, was du willst."
Remus konnte sich nicht mehr erinnern, wer den Abstand zwischen ihren Gesichtern geschlossen hatte. Er erinnerte sich daran, Sirius' Daumen zu küssen, während sie sich gegenseitig anschauten und dann...
So, mit Sirius' Lippen gegen seinen und Remus' Hände fuhren durch das Haar seines Freundes, zogen sie ein wenig, als Sirius' Zunge seine umspielte und ihn dazu brachte, seine Liste komplett zu vergessen.
Das - genau das, was sie hier taten, war wohl die Definition von einen auf Tatze machen.
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Harry Potter - Oneshots
FanfictionEinfache Ideen, die mir beim Träumen, auf dem Weg zum Bus oder beim Faulenzen einfallen und die nicht genug sind, Geschichten daraus zu machen. Viel Spaß! 22. Juli 2021 - #2 in salazarslytherin 15. November 2018 - #78 in hufflepuff 10. April 2021...
