Was wäre wenn...?

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Was wäre, wenn Voldemort gewonnen hätte?

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Draco öffnete die Zellentür. Er zitterte, so sehr, dass er kurz brauchte, den Schlüssel ins Schloss zu stecken. Die Eisenstangen schwangen mit einem Klinken zurück.
Der Raum war winzig - kaum ein paar Schritte breit, die Steine waren rau und feucht.

Harry lag zusammengekauert an einer Wand. Er war nach vorne gebückt, sein Haar versteckte sein Gesicht, aber selbst aus diesem Winkel konnte Draco das Blut und die Wunden erkennen und die dicken Handschellen, die Harrys Handgelenke umschlossen.

Harry schaute trotzdem auf, als sich die Tür öffnete, sein Gesichtsausdruck war nach all dem noch so auffordernd. Er hielt seine Maske aufrecht für ein, zwei, und dann trat Draco ins Licht und sie bröckelte.

„Draco", hauchte er, selbst seine Stimme hörte sich verwüstet an, abgenutzt vom ganzen Schreien.

„Harry", flüsterte Draco. Für einen kurzen Moment sagten sie nichts, starrten sich nur an - die schwere Seide von Dracos Roben und das raue, zerrissene Shirt, das Harry trug, die Ringe auf Dracos Fingern und die Schnitte auf Harrys. Für einen Augenblick dachte Draco, er sähe Hass über Harrys Gesicht huschen, eine Mischung aus Wut und Abstoßung, bevor alls schmolz und Draco sich vor Harry kniete und über dessen Finger strich. „ Mein Gott, was haben sie -"

Harry umgriff lediglich Dracos Handgelenke, so fest, dass Draco fast winselte. „Ich habe Jubel gehört", flüsterte er, die Worte waren zögernd. „Wer..."

Draco schloss die Augen. In der Dunkelheit hinter seinen Lidern sah er Ron Weasley auf einer Plattform umgeben von Todessern, sein Kopf hochgehalten, selbst als das Licht der grünen Blitze seinen Körper verschlangen. Er konnte immer noch Hermines Schreie hören - sie haben sie direkt danach getötet, die musste auf Rons Leiche stehen.

Er musste nichts sagen - Harrys Gesicht wurde weiß. Er ließ Dracos Hände fallen und ratzte die Finger über den rauen Boden.

„Es tut mir leid", sagte Draco.

„Lass gut sein", stieß Harry aus, seine Augen waren fest geschlossen. „Du weißt, wie leer sich das anhört."

Draco sagte nichts. Sie pflegten schon immer
Ehrlichkeit - die rohe, brutale Sorte, die Sorte, die den Atem des anderen Anhielt und manchmal tiefen Schmerz hinterließ. Beide wurden schon zu oft angelogen, zu oft getäuscht. Wenigstens wusste er immer, dass Harry die Wahrheit sagte.

Harry zitterte neben ihm. Draco fluchte und zog seinen Zauberstab hervor. Harry schüttelte den Kopf als er näher kam.

„Wo liegt der Sinn?", flüsterte er als Draco die Spitze auf seiner zerrissenen Haut ansetzte.

„Es wird helfen -"

„Wann." Es war keine Frage. „Wann wird es passieren."

Draco schluckte und legte Harrys frisch geheilte Handgelenke vorsichtig auf dem Boden ab. Er konnte spüren, wie heiße Tränen in die Augen stießen, der Schmerz machte es schwer, zu atmen.

„Morgen", sagte er und Harry schloss die Augen. „Morgen wird es passieren."

„Öffentlich?"

Die Wahrheit. Sie haben versprochen, einander die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie Risse in Dracos Seele hinterließ.

„Du weißt, dass es das sein wird. Er will ein Beispiel setzten."

Harry atmete nur tief ein. Draco presste seine Hand gegen Harrys Rippen, gegen seine Brust, gegen den gleichmäßigen Schlag seines Herzens. Das letzte Mal, dachte er und Kummer brannte in ihm. Das ist das letzte Mal, das ich ihn halte.

„Du hast dein bestes getan", flüsterte Harry und Draco realisierte, dass er an Harry gedrückt da lag, die schweren Ketten waren kalt an seinem Bein. „Es ist nicht deine
Schuld -"

„Ich hätte mehr tun sollen. Etwas, irgendwas."

„Was hättest du denn noch tun können?" Harrys Gesicht ist verbissen. „Du hast schon spioniert, hat und schon mit Informationen versorgt. Mehr geht nicht."

„Ich hätte -"

„Versprich mir", sagte Harry, und da war ein Funke des alten Feuers, ein Hauch des Jungen, in den Draco sich einst verliebt hatte. Der Junge, der unschuldig und neugierig war, der die Welt durch eine rosa rote Brille sah, der Junge, der sein Leben für die Hoffnung auf eine bessere Welt gegeben hatte.

Der Junge, der überlebte.

Harrys Schultern bebten und Draco realisierte, dass er weinte, Tränen bahnten sich einen Pfad durch den Schmutz auf Harrys Wangen. „Versprich mir, dass du es versuchst, Versuchst, den Widerstand aufrecht zu erhalten - da draußen sind Menschen, Ich weiß es genau, Menschen, die er nicht umgebracht hat. Versprich mir, dass du es versuchst."

„Immer", flüsterte Draco und Harry ließ ein ruhiges Schluchzen raus, versteckt hinter zusammengebissenen Zähnen und gehalten Fäusten.

„Ich will nicht sterben", hauchte er, und es liegt Angst, pure Angst, in seiner Stimme, das Wissen, dass Harry gehen und Draco zurückgelassen wird. Und es tut weh. Es tut so sehr weh, ein leerer, schallender Schmerz, das Gefühl von purer Verzweiflung und Leere. Draco fand Harrys Hand, presste sie beide so fest gegeneinander, dass er kaum atmen konnte.

„Ich frage mich", fing Draco an, und brach dann selbst ab, sein Herz tat so sehr weh, dass es ihn umbrachte. „Wie wären wir gewesen, wenn... wenn du gewonnen hättest -"

„Oh Draco", sagte Harry. Er hatte Trauer in seiner Stimme, aber auch Fragen. All die zerbrechlichen Träume des Jungen, der er mal gewesen war, vor so langer Zeit. Hogwarts und Quidditch, sonnige Tage und kühle Nächte, das Gefühl von Kissen und Decken und das Gewicht von jemandem im Bett neben dir. Es waren alles Dinge, die sie waren, und alles Dinge, die sie nie sein würden, die zerbrechlichen Wurzeln eines Lebens, das zu kurz war.

„Wir wären unglaublich gewesen."

Harry Potter - OneshotsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt