Er hat zwar die OP gut überstanden, aber er ist leider noch nicht stabil und kann noch nicht selbstständig atmen. Die nächsten Stunden werden wir herausfinden, wie gut seine Chancen stehen. Im Moment kann ich leider nicht mehr für ihn tun. Tut mir leid."
Ich hörte wie Mary neben mir zusammenbrach und sich auf den Boden sinken ließ. Meine Finger verkrampften sich leicht um die Schultern meiner Mutter, doch sie schien es nicht zu stören. Ich spürte wie sie unter meinen Händen begann zu beben, doch ich konnte in dem Moment nicht auf sie eingehen. Meine eigenen Beine gaben nach, weshalb ich mich leicht drehte, sodass ich mich an den Stuhl anlehnen konnte.
Tyler durfte nicht sterben. Er war doch mein einziger Bruder. Mit wem sollte ich mich sonst immer streiten oder verarschen? Wer sollte sonst mit mir um die Wette rennen, natürlich so, dass ich immer gewann. Mir würden die vielen Gespräche in der Nacht fehlen, die wir immer hatten, als ich nach meinen Albträumen aufgewacht war. Ich konnte damals nie einschlafen und Tyler war bei mir. Wenn ich mal ehrlich war, wer kannte mich besser als meinen Bruder? Bei vielen war dies bei dem Freund der Fall, aber ich kannte meinen Bruder schon mein ganzes Leben lang. Er kannte mich nun mal einfach besser und anders als Flynn.
Mary, welche nur eine Armlänge neben mir auf dem Boden kauerte, blickte weinend zu mir. Ich streckte den Arm aus und sie setzte sich neben mich. Dass wir immer noch im Büro eines Arztes waren, störte uns keineswegs. Wie lange wir dort so saßen, konnte ich nicht beurteilen. Dass wir nicht von Doktor Banks unterbrochen und rausgeschickt worden sind, rechnete ich ihm hoch an. Bestimmt waren wir kein Einzelfall und nicht die einzige Familie, die in seinem Büro so zusammen brach. Ich klammerte mich an Marys Hand und mir kam eine Idee. Schnell strich ich ihr einen meiner Modeschmuckringe über den Ringfinger und erhob mich langsam. Ich sah zu meinen Eltern. Sie lagen sich beide weinend in den Armen. Ich konnte mir nicht vorstellen wie schrecklich es für Eltern war, wenn sowas ihren Kindern passiert. Eltern sollten ihre Kinder nicht sterben sehen!
Was dachte ich da nur? Tyler würde nicht sterben. Er ist stark. Er würde nicht einfach aufgeben. Aufgeben lag ihm nicht, das wusste ich ganz sicher.
"Können wir zu ihm? Ist er schon auf der Intensiv? Den Aufwachraum hat er bestimmt nicht besucht.", gab ich am Ende trocken von mir. Doktor Banks schenkte mir ein schiefes Lächeln. "Ja, er ist noch auf der Intensivstation." Ich reichte Mary die Hand, um sie hochzuziehen. Anschließend legte ich einen Arm um sie. Sie wirkte in dem Moment so jung und zerbrechlich und auch aufgrund ihrer Größe konnte man sie im Moment durchaus für mindestens fünf Jahre jünger halten. "Je nachdem, ob er die nächsten Stunden über-..." Er stockte und formulierte nochmal seinen Satz um. "Die nächsten Stunden bleibt er vorerst dort und anschließend, wenn alles nach Plan läuft, kommt er dort raus und in ein eigenes Zimmer." "Dürfen wir ihn sehen?" Mein Vater hatte die Arme um die bebenden Schultern meiner Mutter gelegt und man sah ihm an, wie er selbst damit kämpfte die Fassung zu bewahren. Still floss eine einzelne Träne aus seinem Augenwinkel.
"Für Familienmitglieder ist es durchaus erlaubt ihn auf der Intensivstation zu besuchen." Sein Blick landete auf mir. "Wenn ich mich nicht täusche, dann schauen Sie, Clarissa, ihm ziemlich ähnlich." Ich nickte. "Ich bin seine Schwester." "Und...?" Sein Blick wandert zu Mary weiter, welche sich leicht an mich klammerte. Bevor sie sich zu Wort melden konnte, ergriff ich das Wort. "Sie ist seine Verlobte." Er nickte knapp und erhob sich aus dem Stuhl. "Wenn sie mir dann bitte folgen wollen." Er ging zur Tür und öffnete sie für uns alle. Wir liefen zusammen zu der Intensivstation, wovon gegenüber ein Wartezimmer ist. Vor der Tür drehte sich der Doktor einmal um. "Es wäre gut, wenn er nicht so gestresst wird. Ich weiß, dass wollen sie auch nicht, weshalb ich sie bitten würde, höchstens zu zweit reinzugehen, damit auch keine Gefahr für Stress besteht." Ich nickte meinen Eltern kurz zu und ging mit dem Mary in den Warteraum.
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Badboy's Devil
RomansaPechschwarzee Haare und trotzdem wunderschöne, leuchtende grüne Augen. Das sind die äußerlichen Merkmale von Flynn Black, dem heißesten Badboy der Schule. Alle sind natürlich hin und weg von ihm. Nur Clarissa, die kleine Schwester seines besten Freu...
