"Du hast sie bestohlen?" "Ja, immer als sie eingeschlafen sind, habe ich mir etwas aus ihrem Geldbeutel genommen. Selbstverständlich immer nur Bargeld und nichts anderes. Auch nie zu viel, sodass es ihnen aufgefallen wäre. Für mich war es ein Vermögen, aber da sie sowieso verdammt reich waren, machte es für sie keinen Unterschied, ob sie nun paar Hundert Euro weniger im Geldbeutel hatten." Unfähig etwas zu sagen, schwiegen wir die nächste Minute. Ich war ihm dankbar dafür, dass er mich nicht bedrängte etwas zu sagen. Das war verdammt viel zum Verdauen. Flynn hatte gestohlen. Natürlich war es nicht richtig, die Mädchen zu beklauen, aber es war auch kein Weltuntergang. Ich wollte mir nicht vorstellen, wie schnell er auf der Straße gelandet wäre, wenn er das nicht getan hätte.
"Vermisst du das? Immer nach jeder Schicht deinen Spaß zu haben?", fragte ich die Frage, welche mich am meisten quälte, mir aber auch am meisten Angst einjagte. Eilig schüttelte er den Kopf und mit so einer Geschwindigkeit, dass ihm bestimmt gleich schwindelig werden würde. "Nein! Um Himmels Willen! Wie kommst du darauf?" "Gut.", sagte ich nur und ging nicht auf seine Frage drauf ein. "Gut? Mehr willst du dazu nicht sagen?" Ich wusste es nicht. Aber was ich noch weniger wusste, war, wie ich damit umgehen sollte. "Gerade schon. Frag mich morgen nochmal, was ich davon halte, denn gerade brauch ich noch Zeit um zu realisieren, dass du dich mehr oder weniger wegen deiner Familie prostituiert hast." Bevor ich überlegen konnte, waren mir die Worte schon über die Lippen gekommen und er zog scharf die Luft ein. "So siehst du mich also?" Verletzlich blickte er auf mich runter und löste seinen Arm von der Schulter. In dem Moment klingelte es an der Tür. Wie wenn er darauf gewartet hätte, sprang er von meinem Bett und stürmte zu meiner Tür. Mist, so konnte ich das auf keinen Fall stehen lassen.
So schnell wie ich konnte stand ich auf und sprintete ihm hinterher. "Flynn! Warte!" Unerwarteterweise stand er noch vor meiner Zimmertür. Erleichtert darüber, dass er wirklich stehen geblieben war, warf ich mich in seine Arme. "Tut mir leid, so meinte ich das nicht. Ich wollte das nicht sagen und ich habe auch nicht so gedacht. Ich weiß selbst nicht, wieso ich das gesagt habe. Es tut mir so leid." Ich spürte seine Hand unter meinem Kinn, die mich dazu zwang, zu ihm zu schauen. "Mir tut es leid, dass ich dich damit belastet habe." "Ach quatsch.", widersprach ich ihm. "Ich bin froh, dass du es mir erzählt hast. Es ist lediglich der Schock." Ich packte ihn an seinem Kragen und zog ihn zu mir runter um ihn zu küssen. Er durfte nicht denken, dass seine Vergangenheit irgendetwas ändern würde. Als ich dies zu ihm sagte, lächelte er mich dankbar an. "Danke." "Du musst dich doch für nichts bedanken. Du hast es schließlich aus einem guten Grund gemacht. Nur versprich mir, dass wir ab sofort keine Geheimnisse voreinander haben." Er zögerte kurz und nickte anschließend. Dann griff er nach meiner Hand und zog mich zur Treppe, um unten die Haustüre zu öffnen. Während wir die Treppe runterliefen, klingelte es wieder und ich fragte mich, ob ich mir dieses zögern nur eingebildet hatte. Wieso sollte er bei dem Versprechen zögern? Wusste er nicht, ob er sich mir wirklich komplett öffnen könnte? Oder hatte er etwa schon die ganze Zeit ein Geheimnis vor mir?
Vor der Türe standen Kiara, Emily und Spencer mit Tüten in der Hand. "Hey, kommt rein.", begrüßte Flynn unsere Gäste. "Man merkt, dass du dich hier schon wie zuhause fühlst." Schmunzelnd drückte Kiara ihm eine Tüte in die Hand und kam zu mir. "Ich hoffe, es ist jetzt nicht irgendwie komisch zwischen uns." "Nein, alles gut. Solange jetzt nichts mehr zwischen euch läuft ist alles gut." Sie seufzte und warf meinem Freund einen sehnsüchtigen Blick zu. "Also vermissen tu ich es schon ein bisschen." Sie beugte sich näher an mein Ohr. "Kann der dich auch immer gefühlt durchs ganze Zimmer schmeißen?" Eigentlich fände ich es komisch, mit Kiara darüber zu reden, wie leicht er uns beide hochheben konnte, doch irgendwie war ich in diesem Punkt nicht eifersüchtig. Ich vertraute den beiden, weshalb ich jetzt auch seufzte. "Ja, einfach nur gruselig. Ich meine, sind wir beide wirklich so ein Fliegengewicht? Dabei hatte ich gedacht, wir hätten ein paar Kurven." Gespielt missbilligend schaute ich an uns beiden. "Glaub mir Schätzchen, das liegt nicht an uns oder an unseren ausgeprägten Kurven." An Selbstbewusstsein schien es auch bei ihr nicht zu fehlen. "Vielleicht ist er ja einfach nur unser Captain America?", überlegte ich und gemeinsam folgten wir unseren Freunden, die vor uns in die Küche traten und die Einkäufe auf dem Tresen ausbreiteten. "Das wäre zwar heiß, aber das würde heißen, dass er dann auch so alt sein würde." "Steinalt.", verbesserte ich sie und gemeinsam stellten wir uns neben Emily in die Küche, während die Jungs auf den Barhockern Platz nahmen.
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Badboy's Devil
RomancePechschwarzee Haare und trotzdem wunderschöne, leuchtende grüne Augen. Das sind die äußerlichen Merkmale von Flynn Black, dem heißesten Badboy der Schule. Alle sind natürlich hin und weg von ihm. Nur Clarissa, die kleine Schwester seines besten Freu...
