Schließlich konnte man seinen Kindern nicht verheimlichen, dass sie noch ein weiteres Geschwistermitglied hatten. Oder?
Rasch erhob sich mein Vater und fixierte mich mit seinem Blick. Offensichtlich hatte er sich gefasst, während ich immer noch wie zu einer Säule erstarrt im Türrahmen stand. "Ist das wahr?" Als mein Vater nicht antwortete, präzisierte ich meine Frage. "War das gerade nur ein Scherz, oder hat sie dich gerade als Vater bezeichnet?" Sein Schweigen war Antwort genug. Das durfte nicht wahr sein. Wenn er Christinas Vater war, war er also auch Flynns Vater ? Die Vorstellung, dass ich mit Flynn verwandt sein könnte, drehte mir den Magen um. Aber wie sollte es denn anders gewesen sein? Ich verstand das alles nicht.
"Ich- Es-", stotterte er, bevor er schließlich einen ganzen Satz rausbringen konnte. "Ja, aber es war ein Ausrutscher. Ich liebe deine Mutter. Ich-" "Und bist du auch Flynns Vater?", unterbrach ich ihn. Mein Vater erstarrte mitten in der Bewegung. "Nein! Um Himmels Willen! Wäre das der Fall gewesen, hätte ich doch schon längst etwas gegen eure Beziehung gehabt." Obwohl ich mir nicht sicher sein konnte, ob er mich noch weiter belog, war das das entscheidende Argument, was mich davon überzeugte, dass er jetzt ehrlich war.
"Ich kannte seine Mutter damals noch gar nicht." Ich spürte wie sich Tränen bildeten. "Weiß Mum davon Bescheid? Davon, dass du ihr fremd gegangen bist und aus diesem Ausrutscher auch noch ein Kind entstanden ist?" Ich probierte ruhig zu sein und nicht vor Christinas Augen auszurasten. Meine Tränen waren aber unvermeidlich. Sie kullerten mir über die Wangen und ich machte keine Anstalten sie mir wegzuwischen. Ich wurde Jahre lang belogen. Mein eigener Vater hatte mich jahrelang belogen. Selbst als er wusste, dass Flynn und Chris in mein und Tylers Leben getreten waren, hat er nichts gesagt.
Ich starrte meinen Vater unverwandt an, bevor er schließlich nach gab. "Ja." Also hatten meine Eltern uns jahrelang belogen. Oder wusste Tyler auch die ganze Zeit Bescheid und nur Flynn und ich waren ahnungslos? Das konnte ich ihm nicht zutrauen, dennoch vergewisserte ich mich lieber. "Und was ist mit Tyler?" Er schüttelte den Kopf. "Und ihr seid nie auf die Idee gekommen, uns mal die Wahrheit zu erzählen?" Ungewollt erhob ich meine Stimme. Mein Vater zuckte bei meinem harschen Ton zusammen. "Es gab nie die Gelegenheit.", probierte er sich zu verteidigen und senkte den Blick. So gebrochen und niedergeschlagen hatte ich meinen Vater noch nie gesehen. Er tat mir beinahe schon leid.
Ein Schluchzen riss mich aus meiner Musterung. Christina schaute weinend zwischen uns hin und her. Bevor mein Vater etwas tun konnte, schob ich mich an ihm vorbei und kniete mich neben Christina ans Bett. "Bitte, Cassy. Sei nicht böse auf mich.", schluchzte sie und ihr Anblick brach mir das Herz. Sie hatte keine Ahnung, was hier zwischen uns ab lief. Ich lächelte schwach und griff nach ihrer Hand. "Keine Sorge, Elsa. Ich bin nicht auf dich wütend. Im Gegenteil, ich hab dich ganz doll lieb, kleine Schwester." Bei meinen zwei Spitznamen musste sie grinsen und die Tränen versiegten. "Schlaf lieber. Ich glaub der Tag war aufgeregt genug." Ich warf meinem Vater, welcher uns beide still beobachtete, einen Blick über meiner Schulter zu. "Für uns alle." Sie nickte und schloss gehorsam die Augen. Ich gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Stirn und stand wieder auf.
Als ich an meinem Vater vorbeigehen wollte, packte er mein Handgelenk, doch ich riss mich los. "Fass. Mich. Nicht. An.", fuhr ich ihn wütend an und stürmte aus dem Zimmer. Komplett durcheinander stolperte ich auf dem Flur in eine Person.
Es war Flynn. Er schaute mich mitleidig an. Ich brauchte einen Moment, bis ich erkannte, dass es kein Mitleid, sondern Schuldbewusstsein war.
Ich stieß ihn von mir.
Das durfte nicht war sein.
Das hatte er mir nicht auch angetan.
"Du wusstest davon?" Meine Stimme klang viel zu schrill. Er senkte seinen Blick und wollte nach meinen Händen greifen, doch ich trat einen Schritt zur Seite. Ich brauchte einen Moment, bis ich mich sammelte und eins und eins zusammen zählen konnte.
"Dein Vater ist abgehauen, als er erfuhr, dass das Kind nicht von ihm war." Ein dunkler Schatten huschte über sein Gesicht und er nickte. Geschockt schüttelte ich den Kopf. Er hatte es die ganze Zeit gewusst und mir nichts gesagt. "Und wann wolltest du es mir sagen?", zischte ich ihn wütend an. "Es gab nie die Gelegenheit.", behauptete er das Gleiche, wie mein Vater nur wenige Sekunden vorher.
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Badboy's Devil
Любовные романыPechschwarzee Haare und trotzdem wunderschöne, leuchtende grüne Augen. Das sind die äußerlichen Merkmale von Flynn Black, dem heißesten Badboy der Schule. Alle sind natürlich hin und weg von ihm. Nur Clarissa, die kleine Schwester seines besten Freu...
