"Kewin?", tat ich auf überrascht. "Das ist aber überraschend." Okay, vermutlich übertrieb ich gerade das überrascht sein und auch meinem braunhaarigen Freund schien das nicht zu entgehen. "Was probierst du zu verheimlichen?", misstrauisch blieb er stehen und musterte mich. Ich zog ihn jedoch weiter, sodass wir nicht den kompletten Anschluss an unsere Freunde verloren. "Gar nichts. Aber kann es sein, dass du von ihm das von mir und..." Ich warf einen vorsichtigen Blick zu der Menschentraube, an der wir gerade vorbeiliefen. "Ähm, ja. Ich weiß selbst nicht genau, wie wir darauf kamen. Sei deshalb aber nicht sauer auf ihn. Sobald er es mir gesagt hatte, meinte er, dass es noch ein Geheimnis sei und ich dir nicht verraten sollte, dass und von wem ich es wusste." Ich nickte nur. Jetzt wusste ich immerhin, mit wem Kewin telefoniert hatte, als es Kelly zufällig gehört hatte. Wir traten gemeinsam durch die Eingangstür, welche Flynn für uns aufgehalten hatte. Abgesehen von Kewin war keiner unserer Freunde zusehen. Vermutlich sind alle schon in ihre Räume gegangen.
Der Blick, den Flynn uns zu warf, war keiner von der freundlichen Sorte. Zu viert nebeneinander, Kewin neben Spencer und Flynn natürlich neben mir, gingen wir zu unseren Spinden. Spencer hielt mit Kewin an seinem Spind und bevor Flynn mir zu meinem folgen konnte, hielt Spencer ihn am Oberarm fest. Ganz schön mutig von Spencer, wenn man beachtete, dass dieser ihn vor einer Minute noch probiert hatte mit seinen Blicken zu töten. Er beugte sich zu seinem theoretischen Mörder vor. "Keine Sorge, ich bin schwul. Wenn du also so nett wärst und aufhören würdest mich mit deinen Blicken zu töten, nur weil ich neben meiner besten Freundin laufe, wäre ich dir sehr dankbar." Ich starrte Spence mit offenem Mund an. Er hatte es gerade so laut gesagt, dass es nur Flynn und ich mitbekamen. Dachte ich zumindest. Ein Blick zu Kewin verriet mir, dass auch dieser es mitgehört hatte. Ich lächelte ihm aufmunternd zu, als mich Flynns lautes Gelächter wieder zu ihm blicken ließ. Lachte er Spence etwa gerade aus? Wenn ja, dann würde ich...
Das Gegenteil war der Fall. Es war eher ein erleichterndes Gelächter. Weiterhin grinsend klopfte Flynn Spencer auf die Schulter und drehte sich anschließend zu mir. Er schnappte sich meine Hand und zog mich zu seinem Spind. "Weshalb so guter Laune?", wollte ich schmunzelnd wissen. "Das weißt du ganz genau. Wolltest du mich vorhin eigentlich mit Absicht eifersüchtig machen?" Er warf mir einen prüfenden Blick zu, bevor er sich seinem Spind widmete. Tatsächlich war mir das gar nicht in den Sinn gekommen. Um ihn eifersüchtig zu machen hatte ich lediglich ein oder zweimal Kewin benutzt. "Tatsächlich nein, wieso? Hat es so gewirkt?" Immer noch schmunzelnd schüttelte er den Kopf. Er schien deutlich erleichtert darüber zu sein, dass mein bester Freund schwul war. Ob er oft eifersüchtig war deshalb? Ich freute mich schon zu sehr auf den Moment, wenn er das von Kewin erfahren würde. Es klingelte ein zweites Mal. Verdammt, ich würde zu spät kommen. "Sehen wir uns in der Mittagspause?" Ich wollte gerade nicken, als mir jedoch was anderes einfiel. "Ich muss in der Mittagspause nach Hause und kurz mit Coco raus. Mary ist nicht zuhause um sie Nachmittags rauszulassen und weil ich direkt nach der Schule ins Krankenhaus gehe, muss ich in der Pause nach hause.", ratterte ich meine Planung runter und war schon auf dem Weg zu meinem Raum, als mir Flynn noch etwas hinterher rief. "Ich komme mit."
***
Erleichtert ließ ich meine Stifte im kleinen Fach meiner Tasche verschwinden. Der Unterricht hatte leider nicht so viel abgelenkt wie ich mir erhofft hatte. Ständig sind meine Gedanken zu meinem Bruder gewandert und ab und zu war ich kurz davor, mein Handy im Unterricht zu benutzen. Hätte ich nicht den aufmerksamsten Lehrer an der Schule gehabt, hätte ich es auch gewagt. Schnell schulterte ich meine Tasche und verschwand vor den anderen Schülern aus dem Klassenzimmer. Auf dem Weg nach draußen holte ich mein Handy aus der Tasche. Ich entdeckte neue Nachrichten von meinen Eltern und Mary und gerade als ich diese öffnen wollte, erschreckte mich jemand von hinten, sodass ich fast mein Handy fallen ließ. "Hey Sonnenschein." "Es nervt.", unterbrach ich Kelly, musste jedoch unwillkürlich beginnen zu grinsen. "Wie dem auch sei. Ich habe von Jake erfahren, dass du heute mit Flynn zu dir nach hause gehst. Und da er kein Auto hat und ich dich heute morgen mitgenommen habe-" Sie suchte kurz etwas in ihrer Jackentasche, bevor sie mir ihren Autoschlüssel in die Hand drückte. "Ich fahr bei Jake mit. Wir sehen uns nach der Schule an meinem Auto." Bevor ich etwas erwidern konnte, verschwand sie in der Menschenmenge, sodass ich lediglich ihren blonden Lockenschopf beobachten konnte, der eilig auf die Türe zusteuerte, an der Jake schon wartete.
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Badboy's Devil
RomancePechschwarzee Haare und trotzdem wunderschöne, leuchtende grüne Augen. Das sind die äußerlichen Merkmale von Flynn Black, dem heißesten Badboy der Schule. Alle sind natürlich hin und weg von ihm. Nur Clarissa, die kleine Schwester seines besten Freu...
