11 Störrisch und verzweifelt

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"Was? Wie jetzt?" Verwirrt ließ ich von Chris ab und blickte auf. Direkt in seine Augen. Er war ein verdammt großes Stück näher gekommen seitdem er den Raum betreten hatte.

"Ich brauche deine Hilfe." Er rückte noch ein Stück näher, doch viel weiter kam er nicht, da Christina noch zwischen uns lag, worüber ich momentan sehr froh wahr.

"Aber wofür... Warum ich?" Er unterbrach mich.
"Ich brauche Nachhilfe."
Ich weiß nicht warum, doch ich spürte wie ein Lachen meine Kehle raufkroch, wobei es in dieser Situation mehr als nur unangebracht wäre.
Es war süß was er alles für seine Familie tat, aber Nachhilfe? Die konnte ich ihm unmöglich geben.

Sei doch mal nicht so störrisch

Ich bin nicht störrisch. Ich schaue nur voraus. Wenn es jemand mitbekommt, war ich kein Niemand mehr. Abgesehen davon würde uns niemand die Geschichte mit der Nachhilfe abkaufen, selbst wenn sie der Wahrheit entsprach.

"Also?" Ich hörte deutlich, wie verunsichert und verzweifelt er war. Ich blickte auf runter auf Chris, welche sich immernoch an mich gekuschelt hatte und nickte. Es ging schließlich auch um sie.

"Na gut, von mir aus."
Erleichterung machte sich in seinem Gesicht breit. "Was willst du dafür? Geld? Wenn du willst bezahle ich dich dann entsprechend auch dafür..." Ich winkte ab.

"Ich beanspruche doch kein Geld, welches du und deine Familie deutlich dringender brauchen als ich. Nein, das einzige was ich will ist..." Ich holte einmal tief Luft bevor ich weiter sprach.

"...das du mich in der Schule in Ruhe lässt."
Als ich seinen entgeisterten Blick sah, fügte ich schnell zu einer Erklärung hinzu.

"Tu einfach so, als ob du mich nicht kennen würdest, so wie bisher. Zwischen uns wird sich nichts ändern, trotz der Tatsache das ich dir Nachhilfe geben werde. Einverstanden?"

Ich hätte ihm gerne die Hand gereicht, doch auf der einen lag Christina und mit der anderen hob ich sie unter der Decke fest.
Er nickte."Wenn du es so willst... Dann ist es auch gut."

Ich blickte kurz auf die Uhr. Es war bereits einse vorbei. Das bedeutet, das meine Eltern vermutlich schon zurück waren und alles schon aufgeräumt war, wodurch es keinen Grund gab, nochmal aufzustehen. Klar, ich hätte auch nachschauen können, doch dann wäre Chris vermutlich aufgewacht und das wollte ich nicht. Sie war vorhin erschöpft gewesen, auch wenn sie danach noch mit mir Karaoke gesungen hatte.

"Kannst du bitte den Fernseher ausmachen, Flynn?" "Klar, Devil."
Ich funkelte ihn wütend an.
"Nenn mich nie wieder so."
Zu gerne hätte ich ihm eine runter gehauen, doch wie gesagt, ich wollte Christina nicht wecken, weshalb ich es nur bei den vernichtenden Blicken ließ. Ihn jedoch ließen die Blicke total kalt.

Nachdem er den Fernseher ausgeschalten hatte, schloss ich langsam die Augen. "Schließ bitte die Tür wenn du gehst."nuschelte ich bereits im Halbschlaf.

" Wer sagt,das ich gehe...", hörte ich ihn noch Murmeln, bevor sich die Matratze ein paar Mal bewegte, weswegen ich annahm, das er unter die Bettdecke gekrochen war.

Normalerweise hätte ich ihn schon längst achtkantig aus meinem Zimmer geschmissen, doch dafür war ich viel zu müde. Das er einen Arm um mich und Chris legte, nahm ich kaum noch wahr.

***

Ein einzelner Sonnenstrahl erleuchtete mein Zimmer und ich blinzelte müde. Ich wollte mich gerade umdrehen, als ich einen kräftigen Arm um meiner Taille spürte, welcher mich genau in diesem Moment näher an einen muskolösen Oberkörper zog.

Ich gab ein keuchen von mir und zu meinem Entsetzen verteilte sich wieder dieses, mir nur allzu bekannte wohlige, Gefühl in meinem ganzen Körper. Sofort bekam ich Gänsehaut und mein Herz begann schneller zu schlagen.

Besonnen betrachtete ich die langen dünnen Finger, welche begonnen hatten, kleine Kreise auf meinem nackten Bauch zu zeichnen. Sofort bekam ich noch mehr Gänsehaut, falls dies überhaupt möglich war.

Als sich die Person hinter mir einen kehligen Laut von sich gab und ein bischen bewegte, landete sein Kopf in meiner Halsbeuge. Jetzt ähnelte ich vermutlich einer Gans, so viel Gänsehaut wie ich bekam.

"Du riechst gut.", sagte er plötzlich und ich zuckte heftig zusammen. Was sollte das denn jetzt? Wie war es mit nichts verändert sich zwischen uns?

Okay, ein bischen war ich ja auch selbst dran schuld... Vielleicht sogar ein bischen mehr als das...

Vielleicht?

Naja, ganz an mir lag es aber auch nicht.

Ich wollte seine Hände von mir lösen, doch wie ich bereits in der Abstellkammer bemerkt hatte, war er viel stärker als ich. War ja klar, er war schließlich ein Kerl und vermutlich 24/7 in der Muckibude. Wie jeder Badboy eben. Naja, das konnte laut seinen Erzählungen nicht stimmen, da er schließlich einen Job hatte. Aber vielleicht war das ja der Job?

Das einzige was ich nicht einordnen konnte, war die Geschichte, die er mir gestern erzählt hatte. Oder besser gesagt, warum er mir seinen Job nicht nennen will.

Verwirrt blinzelte ich wieder auf. Ich hatte gar nicht gemerkt, das ich eingedöst war. Doch nun war es schon 10 Uhr vorbei. Coco...
Shit ich musste sie füttern und mit ihr spazieren gehen.

Ich schob schnell seine Arme weg, sodass er nicht mehr rechtzeitig reagieren konnte und sprang auf. Keine zwei Sekunden auf den Beinen wurde ich schon wieder nachhinten ins Bett gezogen.

"Was soll das?", zischte ich.
"Es ist doch erst zehn Uhr."
"Nicht erst, sondern schon. Ich muss mit  Coco raus."
Ich verdrehte die Augen. Er war eindeutig nicht der Morgenmensch.
"Dann soll diese Coco noch warten. Ich will noch schlafen." "Dann tu es doch Einfach, aber bitte nicht in meinem Bett, also raus hier."

Ich hatte probiert ernst zu klingen, doch er musste nur schmunzeln. "Du siehst süß aus, wenn du probierst mir Befehle auszuteilen und dann noch wütend wirst." Ich spürte, wie mir die röte ins Gesicht kroch. "Und erst wenn du rot wirst...",sprach er in einem verführerischem Ton weiter.

Ich schüttelte den Kopf. "Was hatten wir gestern noch ausgemacht?" Ich wandte mich mit meinem Gesicht zu ihn und sah ihn so das erste Mal. Zu meinem Entsetzen...

... zu deinem Glück...

...bemerkte ich, das er sein Shirt ausgezogen hatte. Allerdings hatte er die Decke bis unter den Armen hochgezogen, sodass ich jediglich seine starken Arme und ein Teil seiner Brust zu Gesicht bekam....

Schade eigentlich...

Oh mein Gott, in welche Richtung dachte Jess da nur.

"Naja, das du mir Nachhilfe gibst."
Erwartend blickte ich ihn an. "Und?"
Er setzte eine überlegte Miene auf, was echt knuffig bei ihm aussah. Seine schwarzen Haare waren total verwuschelt. Am liebsten wäre ich mit meinen Fingern durchgefahren. Sie waren bestimmt butterweich...

Ich riss mich zusammen und beantwortete meine Frage mir selber. "Die Bedingung war, das sich nicht zwischen uns ändert."

"Aber was ist, wenn ich das gesagte, bereits die ganze zeit sagen wollte?"

Vielleicht kommt in der folgenden Woche noch ein weiteres Kapitel wegen den "Corona Ferien", aber ich will euch noch nichts versprechen.
Also bis spätestens nächstes Wochenende
xoxoAlex💞

Badboy's DevilWo Geschichten leben. Entdecke jetzt