Panisch dreht das Mädchen sich herum und blickt in die braunen Augen von Oikawa, welche sie besorgt mustern. Schnell wischt sich die grauhaarige die Tränen aus dem Gesicht und wendet ihren Blick erneut von dem Jungen, welcher sich auf der Bank neben ihr niedergelassen hat, ab.
„Du weinst ja, was ist los?"
Mit ihm hat sie hier am wenigsten gerechnet und ehrlich gesagt hat Mai auch keine Lust mit ihm zu reden, wenn er sie doch bravurös den ganzen Tag ignoriert hat. Gedacht hat die blauäugige, dass zwischen ihr und dem Zuspieler eine besondere Bindung herrscht, die sie noch nie zuvor mit jemandem gehabt hat und doch hat Mai das Gefühl von ihm nicht gewollt zu werden.
Kopfschüttelnd erhebt die grauhaarige sich von der Bank und will schnellstmöglich verschwinden vor Tooru, denn merken kann sie, wie erneut Tränen in ihre Augen steigen. Ist es so schwer, sie mögen zu können? Hat Mai etwa keine Liebe verdient oder wieso wird sie immer so unfassbar enttäuscht wenn es um solch ein sensibles Thema geht? Gerade heute früh noch hat sie gedacht, endlich jemanden gefunden zu haben, der sie versteht...jemanden wie Oikawa.
„Was soll das? Wieso ignorierst du mich seit der Busfahrt?"
Wutentbrannt springt Oikawa von der Bank auf und tritt auf das Mädchen, welches wenige Meter von ihm entfernt ist, zu. Die dunklen Augen des Jungens bohren sich in das eisblau und für einen Moment scheint die Welt stillzustehen.
„Ich ignoriere dich? Wohl eher ist es genau anders herum!" Protestierend wirft die kleinere die Worte ihrem gegenüber an den Kopf, sodass dieser erschrocken die Augen weitet.
„W-wie? Du hast mir doch nicht einmal eine Analyse gegeben!"
„Oikawa, seitdem wir..seitdem ich auf deiner Schulter eingeschlafen bin, hast du mich nicht mal eines einzigen Blickes gewürdigt, ich war wie Luft in deiner Gegenwart und die Analyse habe ich dir bloß nicht gegeben, weil es einfach keine Verbesserungsvorschläge für jemanden wie dich gibt!"
Verwirrt hebt Tooru die Augenbraue und blickt tief in die Augen seiner Gegenüber, welche erneut mit den Tränen zu kämpfen hat. Ist die Ignoranz seitens des Mädchens nur eine Illusion oder gar eine Einbildung gewesen? Hat Oikawa sich mal wieder etwas zusammengereimt, was nicht der Wahrheit und Realität entspricht?
„J-jemanden wie mich?"
„Ja..ich habe wirklich versucht Makel zu finden an deiner Spielweise, doch ich habe einfach nichts gefunden. Aufschläge und generell dein Gespür für den Ball sind nahezu perfekt und ich kann doch nicht einfach etwas aufschreiben, was nicht der Wahrheit entspricht. I-Ich habe dich nicht ignoriert, aber du mich und ich dachte, dass...du mich mögen würdest. Aber anscheinend habe ich mich geirrt."
Gegen Ende hin versagen die Worte der grauhaarigen und bedrückt senkt sie ihren Kopf, um den Blicken Oikawas auszuweichen. Krampfhaft versucht sie die Tränen zurückzuhalten, damit sie nicht erneut ihre unheimlich Verletzlichkeit beweist.
Zusammenzucken tut das Mädchen, als sie bemerkt wie sich die sanften Finger des Zuspielers an ihr Kinn legen und den Kopf ihrer selbst anheben, sodass Mai Oikawa gezwungenermaßen in die Augen sehen muss.
„Mai..vergibt mir, ja? Ich habe dich nicht ignorieren wollen, weil ich dich nicht mag, sondern weil Ich Angst habe. Ich habe Angst vor meinem eigenen Empfinden, vor meinen Gefühle die ich gegenüber dir hege und vor Bindung. Noch nie zuvor hat ein Mensch es mir so angetan wie du, ich kann es mir selbst nicht erklären, aber in deiner Gegenwart fühle ich mich frei. Ich muss mich nicht verstellen, als der große König und auch kann ich mich einfach hingeben, wie ich bin, verletzlich und auch gefühlvoll..eben menschlich. Heute im Bus habe ich noch einmal gemerkt, dass diese Gefühle keinerlei Einbildung sind, sondern der kompletten Realität entsprechen und das hat mich verdammt nochmal in Panik versetzt. Als du dann auch noch jedem außer mir einen Zettel gegeben hast, habe ich mich unglaublich klein und hilflos gefühlt, ich war eifersüchtig darauf, dass du jedem deine Aufmerksamkeit schenkst außer mir. Mai..ich mag dich, sehr gerne und das ist mir heute klar geworden."
Ehe Mai überhaupt realisieren kann, was Oikawa ihr gerade eben offenbart hat, hat dieser sich schon herunter gelehnt und seine Lippen auf die der grauhaarigen gepresst. All seine Gefühle und Emotionen steckt der braunhaarige in diese Berührung, um Mai zeigen zu können, wie aufrichtig er gerade gegenüber ihr gewesen ist. Zaghaft erwidert auch die grauhaarige diesen gefühlvollen Kuss und bemerkt, dass auch ihrem Herzen und Seele diese Sanftheit gut tut.
Nachdem beide sich voneinander gelöst haben und sich gegenseitig in die Augen starren, wird Mai klar, dass sie Oikawa vertrauen kann. Die Augen des Zuspielers strahlen so viel Wärme und Geborgenheit aus, etwas was die grauhaarige vorher noch nie zu sehen bekommen hat. Ohne zu zögern fällt Mai dem Jungen vor sich erneut um den Hals und drückt diesen ganz feste an sich, sodass ihr Kopf auf der harten Brust des Jungen ruht. Der gleichmäßige, aber dennoch schnellere Herzschlag dessen, lässt Mai entspannen und zum ersten Mal wünscht sie sich nichts sehnlicher, als für immer hier stehen zu können.
Zurückhaltend blickt die blauäugige erneut hinauf in das Gesicht von Tooru, welches ein breites Grinsen trägt und vorsichtig zieht sie den Jungen noch einmal hinunter zu sich, um ihre Lippen miteinander zu verbinden. Synchron bewegen sich die Lippen beider und Oikawa spürt die Wärme, welche sich in seinem gesamten Körper ausbreitet. Ein unglaubliches Glücksgefühl schenkt Mai ihm mit solchen Berührungen und wünschen tut er sich, dieses für immer verspüren zu können.
Beide passen in Wegen zusammen, die andere gar nicht wahrnehmen können. Ihre Herzen sind in perfekter Symmetrie vereint. Beide verstehen es nicht, dieses unglaublich schöne Geheimnis namens Liebe und doch werden sie dieses Geschenk der Existenz des anderen, nie für selbstverständlich halten.
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Lots of love, bekki ☀️
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stitches | oikawa ✓
FanfictionAlles andere als freundlich kann man die erste Begegnung zwischen Mai und Oikawa bezeichnen. Sein zu großes Ego und ihre abweisende Art lassen die beiden in eine Feindschaft geraten und sie können sich auf die Pest nicht ausstehen. Doch was ist, wen...
