Die Türe des Klassenzimmers fällt dumpf hinter Mai zu und alle Augenpaare sind nun auf die Neue gerichtet. Ein raunen geht durch die Reihen, manche flüstern ihrem Sitznachbarn etwas zu, andere wiederum starren die grauhaarige nur an. Unter den vielen Blicken, begibt sich Mai zu einem Stuhl der alleine in der Ecke steht und lässt sich frustriert drauf fallen. Gekonnt ignoriert das Mädchen die gesamte Klasse und versinkt in ihren Gedanken.
Denken muss sie an den Freund von Iwaizumi, diesen Oikawa. Gestern in der Sporthalle ist sie ihm bereits begegnet, als sie sich über die Volleyball Mannschaften schlau gemacht hat. Hübsch ist er, da besteht kein Zweifel, doch ziemlich aufgeblasen kommt er ihr vor, mit einem zu großen Ego, da ist sie sich fast schon sicher. Wie selbstverständlich er zu ihr gekommen ist und gedacht hat, sie würde ihn suchen..oder gar kennen.
Mai hat mitbekommen, dass dieser Zuspieler der Aoba Johsai ziemlich begehrt unter den Mädchen ist, alleine schon wie viele zu den Testspielen gekommen sind um ihn sehen zu können ist Beweis genug. Warum kommt er ausgerechnet zu Mai und will ihre Aufmerksamkeit, wenn dem braunhaarigen alle anderen zu Füßen liegen?
Auch Oikawa ist mit seinem Kopf bei der Begegnung von vorhin. Iwaizumi und er sitzen beide bereits in ihrem Klassenzimmer und warten auf das erscheinen des Lehrers. Während Iwaizumi Tooru irgendwelche Taktiken für die nächsten Spiele erklärt, hängt der Zuspieler mit seinen Gedanken bei den eisblauen Augen. Sie ist eben viel ruhiger und schüchterner gewesen als gestern, ihre unhöfliche Klappe ist verstummt geblieben, zumindest gegenüber Iwaizumi. Das ausgerechnet sein bester Freund dieses Mädchen kennt, hat Oikawa nicht erwartet gehabt, es hat ihn ehrlicherweise einwenig überrascht.
„Das ist sie Iwa-Chan."
Abrupt verstummt der genannte und blickt verdattert zu seinem Nebenmann, der seine Gedanken nun ausspricht.
„Wer ist was?"
„Das Mädchen, von dem ich dir gestern erzählt habe. Die, die mich blöd angemacht hat und wegen der ich mal wieder zu spät gekommen bin. Das ist diese Mai gewesen."
Überrascht schießen beide Augenbrauen des dunkelhaarigen in die Höhe und er scheint das gesagte erst einmal verarbeiten zu müssen. Mai ist gestern in der Sporthalle gewesen? Sie hat Oikawa abblitzen lassen und kaum beachtet?
Verhindern kann Iwaizumi einen Lacher nicht, lustig findet er das Verhalten von Mai, dass ehrlicherweise auch zu ihr passt und das schmollen seitens seines besten Kumpels.
„Jetzt wo du es sagst, passt deine Beschreibung perfekt zu Mai. Nimm's ihr nicht übel, sie ist immer so und zu dir eigentlich noch relativ nett gewesen. Vielleicht hast du sie auch schlicht und einfach mit deiner Art vergrault, würde mich nicht überraschen. Es fährt eben nicht jedes Mädchen auf dich ab mein Freund."
„Mir doch egal."
Oikawa klatscht sich die Hand ins Gesicht und reibst einmal über seine müde Haut. Im Nachhinein ist es einwenig unangenehm für den Zuspieler, dass er Iwaizumi von der fremden erzählt hat. Regelrecht geschwärmt hat er von ihrem Aussehen, nur ihr Verhalten hat er kritisiert gehabt. Das sein Freund das Mädchen schon bereits kennt, lässt ihn sich in dieser Situation leicht unbehaglich fühlen, fast schon dämlich kommt er sich vor.
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Inzwischen hat die Englischlehrerin des Mädchens den Klassenraum betreten und sie muss ihre Gedanken an den Jungen erst einmal beiseite legen. Ihre Aufmerksamkeit widmet die grauhaarige nun der älteren Dame, die gerade an dem Lehrerpult platz genommen hat und nun in die Runde blickt. Einmal geht sie die Namensliste durch und hakt die Anwesenheit der Schüler nacheinander ab. Schlussendlich gewinnt Mai das Interesse der Lehrerin und sie mustert das Mädchen mit gerunzelter Stirn.
„Ah, du bist wohl Mai Nakamura. Möchtest du dich denn einmal der Klasse vorstellen?"
Mit so etwas hat die grauhaarige bereits schon gerechnet, doch vorbereitet darauf ist sie ganz und gar nicht. Das Mädchen hasst es, wenn alle Menschen sie anstarren, dabei wird es ihr einwenig unwohl. Schüchtern erhebt sie sich schließlich und räuspert sich leise.
„Hallo, ich bin Mai Nakamura. Ich bin siebzehn Jahre alt und vor einigen Tagen hierher gezogen. Volleyball ist meine Leidenschaft und ich möchte der Schulmannschaft beitreten."
Ein roter Schimmer macht sich auf den Wangen des Mädchens breit, als sie bemerkt das einige zu tuscheln beginnen.
Hat sie etwa zu viel gesagt?
Mit hochrotem Kopf lässt sie sich unbeholfen auf den Stuhl fallen und starrt hinab auf ihre Hände, die auf dem eigenen Schoß verschränkt sind. Erkennen kann sie, dass die Lehrerin ihr ein warmes Lächeln schenkt, bevor diese dann mit dem Unterricht beginnt. Glücklicherweise kann Mai diesem gut folgen und muss gestehen, dass sie bis zur Mittagspause bereits gut Anschluss an den Lernstoff gefunden hat.
Alleine mit ihrem Bento sitzt das Mädchen nun in der Cafeteria und stochert lustlos in dem Essen, welches ihr Bruder zubereitet hat. Vorhin hat sie sich bereits für das Volleyballteam der Mädchen angemeldet, doch die restlichen zwanzig Minuten der Pause muss sie nun auch noch herum bekommen. Alleine fühlt sie sich, fast schon einsam könnte man meinen. All ihre Freunde hat Mai in ihrer ehemaligen Heimat zurücklassen müssen, nur Iwaizumi kennt sie, doch der ist momentan nirgends aufzufinden.
Ihr Blick fällt auf die türkisfarbene Sporttasche, die neben ihr auf der Bank liegt und frustriert beißt Mai sich auf die Lippen. Nicht einmal Training ist heute, dabei hat sie sich so darauf gefreut und an sich würde die grauhaarige viel lieber mit den Jungen trainieren, denn die haben die ganze Woche über Training. In ihrem Kopf entwirft das Mädchen bereits einen Plan, um erst möglichst spät zuhause erscheinen zu müssen, doch viel einfallen tut ihr nicht. Sie kennt sich eben nicht sonderlich gut in der Gegend aus.
„Was ist los? Du siehst ja völlig fertig aus."
Die Stimme Iwaizumi's reißt Mai aus ihren Gedanken und sie blickt hinauf in die Augen des Jungens, der sich soeben neben sie gesetzt hat. Feststellen muss sie, dass von dem Zuspieler der Seijoh jede Spur fehlt und der dunkelhaarige ihr allein Gesellschaft leistet.
„Heute ist kein Training, ich hatte mich aber ziemlich darauf gefreut und ich möchte ehrlich gesagt noch nicht so früh nachhause."
Behutsam legt Iwaizumi seine Hand auf Mai's Schulter und streift sanft darüber. Auch wenn beide sich jahrelang nicht gesehen haben, sind sie vertrauter denn je. Keine komische Stimmung herrscht zwischen ihnen, die dieses Gespräch unangenehm machen könnte.
„Weißt du...du könnest doch heute Nachmittag mit mir zum Training kommen? Die anderen Jungs haben sicherlich nichts dagegen und du kannst endlich wieder Volleyball spielen."
Perplex schießen beide Augenbrauen des Mädchens in die Höhe, kaum glauben kann sie was Iwaizumi ihr soeben angeboten hat. Dankbar fällt sie ihm um den Hals und drückt ihm dabei einmal fest. Wenigstens etwas gutes scheint der heutige Tag mit sich zubringen.
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Lots of love, bekki ☀️
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stitches | oikawa ✓
FanfictionAlles andere als freundlich kann man die erste Begegnung zwischen Mai und Oikawa bezeichnen. Sein zu großes Ego und ihre abweisende Art lassen die beiden in eine Feindschaft geraten und sie können sich auf die Pest nicht ausstehen. Doch was ist, wen...
