Mit gesenktem Kopf sitzt Mai auf ihrem Platz im überfüllten Klassenzimmer und versucht mit allen Mitteln wach zu bleiben. Kein Auge hat die grauhaarige die gesamten letzten Nächte zugemacht, andauernd hat sie geweint und sich nichts sehnlicher gewünscht, als dass jemand ihr sagen würde, all dies sei ein blöder Scherz und sie dürfe weiterhin Managerin bleiben. Doch nein.
Tatsächlich hat die blauäugige alles, was ihr in dieser schweren Zeit Trost gespendet hat, verloren und nicht, als wäre das genug. Oikawa ignoriert sie seitdem auch, aus dem Weg gehen tut er ihr offensichtlich.
Schniefend hebt sich der Blick des Mädchens und trübe starrt sie an die, mit Kreide beschriebene Tafel. Irgendetwas, was Mai nicht entziffern kann, hat ihr Mathematiklehrer gerade angeschrieben und mechanisch will die grauhaarige dies abschreiben, als plötzlich eine Durchsage ertönt.
„Mai Nakamura bitte ins Sekretariat. Mai Nakamura bitte ins Sekretariat!"
Überrumpelt springt das Mädchen fast schon panisch auf und nach einer Verbeugung, vor dem älteren Herren-ihrem Mathelehrer- tritt sie vor die Türe.
Mit rasendem Herzen und schweißgebadeten Händen eilt sie die endlos langen Gänge der Schule entlang und kommt vor der einschüchternden Türe, über der Sekretariat prangert, zum stehen. Zaghaft klopft sie gegen diese und wartet, auf der Unterlippe kauend, auf eine Reaktion.
Wenig später öffnet ihr auch schon eine junge Lehrkraft die Türe und gewährt dem Mädchen somit den Eintritt. Nervös folgt sie der Dame bis hin vor die Türe des Schulleiters und sieht dabei zu, wie diese auch noch ausgerechnet dagegen klopft. Bei dem alleinigen Gedanken daran, ein Gespräch mit dem Schulleiter zu führen, rutscht Mai's Herz in die Hose. Muss denn immer alles schief gehen?
„Sie können nun eintreten, er erwartet sie bereits." Dankend verbeugt sich die grauhaarige und tritt ohne zu zögern, aber dennoch mit schwerem Herzen, in das Büro ein. Ein riesiger, hölzerner Pult erstreckt sich inmitten des Raumes und dahinter, auf einem Lederstuhl sitzend, schaut ein älterer Herr direkt in das eisblau des Mädchens. Ein Duft von teurem Leder und nicht gerade billigem Parfüm steigt Mai in die Nase und mal wieder erinnert sich das Mädchen daran, wie fehl sie doch hier am Platz ist.
„Hallo.." er stoppt und sieht auf das Blatt in seine linken Hand „Mai Nakamura, setzten sie sich doch bitte. Ich muss mit ihnen über etwas dringendes reden."
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Drei Tage zuvor: [Zwei Stunden nach Mai's Entlassung]
Wutentbrannt läuft Oikawa auf das riesige Bürogebäude, welches durch den bereits orange- rosafarbenen Himmel nahezu farbenprächtig erstrahlt, zu und stürmt hinein. Bereits durch die Glasfenster, welche sich über die ganze Frontseite erstrecken, hat er seinen Vater ausmachen können und seinen Schritt nochmals beschleunigt.
Ohne auf die verwirrten Blicke, der sich in der Eingangshalle aufhaltenden Menschen- schnöselige Männer und Frauen mit Aktentaschen und viel zu teuren Anziehsachen- einzugehen, sprintet Tooru hinüber zu einem der Aufzüge und verschwindet hinter dessen, sich gerade schließenden Türen. Nur zwei Stockwerke muss der braunhaarige in dem Aufzug verweilen und nachdem sich die metallene Türe geöffnet haben, strömt er Tsunami artig aus dem Lift heraus, geradewegs auf die Bürotüre seines Vaters zu.
Wuchtig reißt Oikawa die schwere Türe auf und tritt seinem Herren, der überrascht von seinem Akten aufsieht, gegenüber. Das Blut des Jungen pumpt heftigst durch seine Adern und Tooru merkt, den in sich aufsteigenden Hass gegenüber diesem Manne immer mehr. Am liebsten würde er ihn anschreien, ihm sagen, dass er genug von all dem Rumkommandieren hat und-
„Sohn, es ist schön dich zu sehen, aber hast du nicht Training?" Mit einem grässlichen Lächeln, beäugt der Mann seinen Sprössling und bittet ihn mit einer Handbewegung, sich zu setzten. Auf dem ledernen Stuhl, direkt gegenüber seinem Vater, lässt Tooru sich fallen und starrt den Mann mit einem kalten Ausdruck an.
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stitches | oikawa ✓
Fiksi PenggemarAlles andere als freundlich kann man die erste Begegnung zwischen Mai und Oikawa bezeichnen. Sein zu großes Ego und ihre abweisende Art lassen die beiden in eine Feindschaft geraten und sie können sich auf die Pest nicht ausstehen. Doch was ist, wen...
