„Du hast was?"
Die Stimme von Iwaizumi hallt durch die gesamte Schulbibliothek, aufgebracht ist er von seinem Stuhl aufgesprungen und rauft sich die Haare. Die Ermahnung der Bibliothekarin nimmt der dunkelhaarige bei seinem Wutanfall nur wage wahr, viel zu sehr fixiert er Oikawa mit drohenden Blicken.
„Ja, naja ich konnte ja nicht wissen, dass sie so ausrastet. Iwa-Chan sie hat mir eine Ohrfeige verpasst!"
„Zurecht, du Arschloch."
Empört weitet Tooru seine Augen. Wieso sein bester Freund nun ihn beleidigt, obwohl er doch gar nichts getan hat, außer dem Mädchen seine Meinung zu geigen, versteht er nicht. Schmollend schiebt der Zuspieler seine Unterlippe vor und lehnt sich mit verschränkten Armen an die hölzerne Stuhllehne.
Iwaizumi beugt sich über den Tisch, auf welchem Massen an Schulbüchern liegen und zeigt mit erhobenem Finger auf den braunhaarigen.
„Du kannst doch nicht einfach sagen, dass du sie nicht leiden kannst nur weil sie deine Aufschläge annehmen kann und erstrecht nicht, kannst du so einfach die Erziehung ihrer Mutter kritisieren."
„Wieso nicht, sie ist schließlich auch gemein zu mir gewesen?"
„Weil Mai bloß hierher gezogen ist durch den Tod ihrer Mutter Oikawa, du hast da einen ganz schön wunden Punkt getroffen."
Verlegen kratzt Tooru sich den Nacken und blickt hinab auf seine Füße. Das sie bereits ihre Mutter verloren hat, kann er doch nicht wissen. Er selbst besitzt noch beide Elternteile, auch wenn diese nicht wirklich viel Zeit für ihren Sohn finden. Trotz dessen ist er froh sie noch zu haben.
Das Gefühl von Reue breitet sich in den Fasern des Jungens aus, im Nachhinein tut es ihm einwenig leid, was er da gesagt hat. Als er bemerkt, dass er gerade eine Art Mitgefühl für die grauhaarige entwickelt, will er sich am liebsten selbst erwürgen. Ganz sicher knickt er jetzt nicht ein!
„Und woher soll ich das wissen, niemand hat es mir gesagt?"
„Wer soll es dir denn Bitteschön gesagt haben du Schlaumeier?"
Schulterzuckend schlägt Oikawa das Chemiebuch, welches vor ihm aus dem Tisch liegt, auf und blättert lustlos die dünnen Seiten des Papiers um. Bereits Nachmittag ist es, dass Training beginnt in weniger als zwei Stunden und Iwaizumi und er müssen hier in der öden Bibliothek herumlungern, um zu lernen. Vorbereiten auf die anstehenden Klausuren soll er sich, dass hat ihm sein Vater klargemacht, aber das Volleyball Training soll der braunhaarige ja nicht außer Acht lassen. Wie er beides hinbekommen soll, ohne komplett überfordert zu sein, weiß der Junge noch nicht. Den einzigen Trost spendet ihm die Anwesenheit seines Freundes, der sich bereiterklärt hat mit Tooru zu lernen.
„Ist ihre Mutter denn schon lange verstorben?"
Nach einiger Zeit, in der die beiden einige Bücher durchgearbeitet haben, beginnt Oikawa ein Gespräch. Schon die ganze Zeit über hat ihm diese Frage auf der Zunge gebrannt, nur sicher ob er tatsächlich nachfragen soll, ist er nicht gewesen.
Iwaizumi blickt von seinem Englischbuch auf und kaut nervös auf seiner Unterlippe, mit einem frustrierten Seufzer lehnt er sich nach hinten und schließt für einen Moment die Augen.
„Ich weiß nicht genau, lange her sein kann es nicht. Ihr Bruder hatte gesagt, dass es erst vor einigen Monaten passiert ist. Du musst wissen, dass Mai's Mutter krank gewesen ist, schon etwas länger hat sie mit Leukämie zu kämpfen gehabt, dadurch hat sich, soweit ich das mitbekommen habe, auch das Familienverhältnis gewandelt, kaum noch reden tut Mai mit Sota, geschweige denn mit ihrem Vater."
Nickend gibt Oikawa zu verstehen, dass er kapiert hat was sein Freund ihm verklickern will, Mai hat es anscheinend nicht leicht. Den Kloß, welcher sich in seinem Hals gebildet hat, schluckt der braunhaarige herunter und presst die Lippen aufeinander. Der Drang sich zu entschuldigen entwickelt sich im Bewusstsein des Jungens, doch auch will er nicht mit der blauäugigen reden, denn immer noch fällt es ihm schwer sie zu mögen, glaubt er zumindest.
„Kannst du ihr vielleicht sagen, dass es mir leid tut was ich gesagt habe?"
„Warum machst du es nicht selbst, sehe ich aus wie ein Dienstbote?"
Wütend wirft Oikawa daraufhin mit einem Lexikon nach Hajime und trifft diesen am Arm. Eingeschnappt verschränkt der braunhaarige seine Arme vor der Brust und streckt einmal die Zunge heraus.
„Ach vergiss es, dann mach's eben nicht."
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Vor der metallenen Hallentüre bleibt Mai stehen, denn das Klingeln ihres Telefons hält sie auf. Die Tasche lässt das Mädchen auf den Boden sinken und kniet sich nieder, um nach ihrem bimmelnden Handy zu suchen. Nach einigen Sekunden des Suchens fischt die grauhaarige ihr Telefon aus ihrer Sporttasche und kann erkennen, dass Sota anruft. Verwundert, was ihr Bruder nun von ihr will, nimmt sie den Anruf entgegen und kaut dabei nervös auf der Lippe.
„Ja?"
„Mai, komm bitte sofort nachhause, Vater geht es nicht gut und ich brauche deine Hilfe."
„Aber ich habe doch jetzt Training, dass-."
„Dann muss es eben ausfallen, komm bitte heim."
Seufzend willigt die blauäugige schließlich doch noch ein und drückt auf das rote Anrufsymbol. Genervt fährt sich das Mädchen durch die Haare, so sehr hatte sie auch auf die heutige Trainingseinheit gefreut und nun muss sie diese wegen ihrem Vater ausfallen lassen. Super.
Schnell schreibt sie noch Iwaizumi, dass dieser sie bitte wegen einem familiären Notfall entschuldigen soll und macht sich danach auf den Weg nachhause. Frustriert wirft das Mädchen ihre Tasche über die Schulter und beeilt sich, zu ihrer Wohnung zu kommen, morgen würde sie wieder ganz sicher am Training teilnehmen.
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Lots of love, bekki☀️
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stitches | oikawa ✓
FanfictionAlles andere als freundlich kann man die erste Begegnung zwischen Mai und Oikawa bezeichnen. Sein zu großes Ego und ihre abweisende Art lassen die beiden in eine Feindschaft geraten und sie können sich auf die Pest nicht ausstehen. Doch was ist, wen...
