Kapitel 48

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Unwohl versteckt er seine Hände in den Hosentaschen und seufzend lässt Oikawa sich auf dem hölzernen Stuhl in der Klasse nieder. Sein Blick schweift hilflos hinüber aus dem Fenster und für einen Moment starrt er in den blauen- wolkenlosen- Himmel, der für Ausgewogenheit und Ruhe spricht. Doch kann der Brünette auch die grauen schweren Wolken am Horizont erhaschen, welche einen Sturm oder besser gesagt ein gewaltiges Unwetter ankündigen.

Etwas in ihm zieht sich zusammen und schmerzvoll verzieht Tooru das Gesicht.
Seine Zunge fährt über die seinigen Lippen und der süßliche Geschmack eines vergangenen Kusses mit Mai wird dominant. Er erinnert sich an das Gespräch mit seinem Vater und der Gedanke die Grauhaarige zu verlieren kommt in ihm auf.

"Alles klar?", Iwaizumi's Stimme holt den Zuspieler zurück in die Realität und verwirrt blinzelt er diesen an.

Hajime verzieht das Gesicht und ein Fragezeichen erscheint über seinem Kopf, lange nicht mehr hat er Oikawa so aufgelöst und antriebslos zu Gesicht bekommen.

"Oh, ja", gibt Tooru ironisch zurück und genervt vergräbt er sein Gesicht in den Händen. "Ich habe ein Angebot von einem der japanischen Top Teams bekommen."

Stolz klopft Iwaizumi seinem Freund auf die Schulter als er die Worte verarbeitet hat und ein Lächeln ziert seine Lippen, welches jedoch wieder sofort verblasst, als er den monotonen Gesichtsausdruck von Oikawa ausmacht.

Ist er denn gar nicht erfreut?

"Du scheinst dich aber ganz schön freuen für jemanden, der gerade das Angebot seines Lebens erhalten hat", spricht er ernst und zieht seinen Stuhl näher an den seines Freundes heran.

"Mein Vater hat es einfach angenommen, ohne es mit mir zu besprechen und dabei wird gerade alles wieder gut mit Mai. Nicht schon wieder will ich sie verlieren..ich habe einfach Angst, verstehst du? Der Volleyball erfüllt mich schon mein ganzes Leben lang, dieser Sport ist mehr als nur ein einfaches Hobby für mich und ich hab meine ganze Lebensenergie darein gesteckt. Er macht mich glücklich und doch bringt er gleichzeitig das Verderben über mich. Mein Vater hasst mich, weil ich nicht das erreiche was er verlangt. Er behandelt mich wie eine Maschine und das harte Training und die strapazierenden Nerven lassen mich jeden Abend aufs Neue erschöpft ins Bett fallen. Bei Mai ist es anders. Ich bekomme nichts abverlangt, sie behandelt mich wie einen normalen Menschen, der sich auch Fehler erlauben darf und nach all dem, was ich ihr angetan habe, ist sie immer noch aufrichtig und ehrlich. Ich kann frei sein, einfach der normale Junge, der ich nun mal bin...ich...ich will das nicht verlieren, ich will sie nicht verlieren.."

Stumm kullert eine Träne seine Wange herunter und erschöpft kühlt er seine Stirn auf der Tischoberfläche. Hajime scheint sprachlos. Still sitzt er da und regt sich keinen Zentimeter. Die Worte des Zuspielers sitzen tief und noch nie ist ihm aufgefallen, wie sehr Oikawa doch leidet. All die Jahre, das harte Training, die Überstunden und den Schweiß hat er vergossen, um den Anforderungen seines Vaters nachzukommen?

Immer schon hat Iwaizumi Tooru bewundert für sein Durchhaltevermögen und nur noch größer wird diese Bewunderung nun. Mai hat den Zuspieler wahrlich zu einem besseren Menschen gemacht.

"Ich finde..", kurz muss Hajime sich räuspern, "Du solltest mit ihr sprechen, wissen was sie dazu beizutragen hat. Ich kenne Mai und bin mir sicher, dass sie dich in jeglicher Hinsicht unterstützen wird. Bevor du dir jetzt schon zu viele Gedanken machst, rede mit ihr mein Freund. Das ist der einzige Rat, den ich dir momentan geben kann."

Unsicher kratzt Tooru sich den Nacken, ehe er ein zaghaftes Nicken hervor bekommt. Iwaizumi hat recht, wie so oft auch. Langsam erhebt der Brünette sich von seinem Stuhl, der Blick auf die Wanduhr geheftet. Erst in zwei Stunden wird die Schule zu Ende sein, doch kann er keineswegs so lange warten.

Nervös spielt er mit seinen Fingern, nicht wissend was er nun tun soll. Schwänzen wird in seiner Familie nicht geduldet..und doch will er gehen und Mai sehen.

"Geh ruhig, ich halt dir den Rücken frei und überlege mir eine geeignete Ausrede", Hajime hat anerkennend die Hand aus Tooru's Schulter platziert und drückt diese sanft.

Ohne groß nachzudenken schlingt Oikawa erleichtert seine Arme um den muskulösen Körper seines Freundes und vergräbt schüchtern seinen Kopf in Iwaizumi's Halsbeuge. "Danke.."

"Dafür sind Freunde da..und jetzt geh zu deinem Mädchen..!"

———
Love the friendship 🤧 vor allem wenn sie Zuneigung zeigen *schnief*

Lots of love, bekki☀️

stitches | oikawa ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt