Kapitel 41

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Ein heftiger Donner lässt Oikawa aus seinen Gedanken aufschrecken und sein Blick fällt auf den graugezeichneten Himmel über sich. Vorhin hat noch die Sonne geschienen und ähnlich wie sein Gemüt hat sich das Wetter schlagartig geändert. Dicke Regentropfen fallen vom Himmel herab und prasseln auf den Jungen nieder, welcher binnen Sekunden komplett durchnässt ist.

Seine Laune gleicht dem Unwetter, welches sich über Miyagi ausgebreitet hat und nun fällt der Regen, genau wie seine Tränen. Schon immer hat Tooru den Regen gemocht, dafür gibt es keinen bestimmten Grund und bis heute hat sich seine Meinung nicht geändert. Er spendet ihm eine gewisse Ruhe und oft ist er, nachdem er Krach mit seinem Vater gehabt hat, rausgegangen, um in der Gesellschaft des Regens zu weinen. Denn somit ist er nicht alleine.

Mit seiner Hand fährt Oikawa sich durch die braunen- klitschnassen- Haare und noch einmal blickt er zurück. Die Wohnung Mai's ist bereits in der Ferne verschwunden, bloß einen Schleier weißen Nebels kann er erhaschen, welcher ihn und sein Antlitz umspielt.

Bereits von hier kann er das riesige Anwesen seiner Familie ausmachen. Sein angebliches Zuhause, welches ihm doch so befremdlich vorkommt. Es geht nicht immer um die Menge, Größe oder den Preis. Oikawa merkt, dass die kleine Wohnung des Mädchens viel heimischer auf ihn gewirkt hat und das alleine wegen der Anwesenheit Mai's.

Kopfschüttelnd tritt er bis vorne an das riesige Tor seines Grundstücks und tippt den Code ein, damit er eingelassen wird. Alleine schon der Gedanke, nun dieses Haus zu betreten und seinem Vater gegenüberzutreten, lässt den Brünetten erschaudern. Oft haben sie schon Streit gehabt und sich im Endeffekt wieder zusammengerauft, doch nun ist es anders. Seit Mai in sein Leben getreten ist, will Tooru sich nicht immer unterwerfen müssen und einknicken. Er will es sein, der zu seinem Wort steht und das tut, wonach ihm zumute ist. Er will sich seinem Vater widersetzten.

„Nur für dich mache ich das Mai", murmelt er und tritt schlussendlich in das Haus seiner Familie ein. Der allgewohnte Duft des Hauses steigt ihm in die Nase und lautlos schlüpft Oikawa aus Schuhen und Jacke, um in seinem Zimmer zu verschwinden können.

Die Nacht ist er nicht zuhause gewesen und ihm graut es jetzt schon davor, was seine Eltern deswegen sagen werden. Bestimmt haben sie schon längst die Polizei verständigt. Mit seinen braunen Augen fixiert er die Türe am anderen Ende des Ganges, welche die seines Zimmer ist und mit schnellen Schritten eilt er zu dieser herüber, um schnellstmöglich dahinter zu verschwinden. Nur noch wenige Meter...siegessicher streckt er seine Hand aus und legt diese auf der kühlen Türklinke ab.

„Tooru Oikawa!", die laute Stimme seiner Mutter durchschneidet die bisherige Stille und schwerschluckend dreht er sich zu ihr herum. Mit einem Kochlöffel steht die Frau im Flur und mustert ihren Sohn fassungslos, aber dennoch erleichtert.

„Wo bist du bitte gewesen?", sie klingt wütend und schuldig senkt Tooru seinen Kopf, ehe er seine Hand schlaff von der Türklinke entfernt und zu seiner Mutter herüberläuft.

„I-Ich..", krächzt er und merkt, wie schwach er doch immer gegenüber dieser Frau wird. Schluchzend schlingt er seine Arme um sie und versucht sein schmerzendes Herz zu ignorieren. Sofort erwidert die Frau seine Umarmung und verwundert streicht sie ihm durch die nassen Haare. Schon lange nicht mehr hat ihr Sohn sie in den Arm genommen, ja regelrecht gesträubt hat er sich davor.

„Tooru, was ist denn los?", haucht sie besorgt, die Wut ist verschwunden, und besänftigend streichelt sie seinen Rücken. Schniefend löst er sich nach einiger Zeit und blinzelt mit seinen geröteten Augen hinauf in das Gesicht de Frau.

„Schatz..was ist passiert? Wo warst du? Dein Vater und ich waren krank vor Sorge!", bei den letzten Worten gefriert das Blut in Oikawa's Adern. Immer wenn seine Mutter lügt, zuckt sie mit ihrem rechten Augenlid und genau bei den letzten Worten kann Tooru diese kleine, aber außergewöhnliche Bewegung ausmachen. Sein Vater hat sicherlich keinerlei Gedanken an ihn verschwendet, bestimmt ist er froh gewesen, dass sein Sohn weg ist.

Er öffnet seinen Mund, will etwas sagen und doch will kein Laut seine Kehle verlassen. Ein plötzliches Geräusch lässt sowohl Tooru, als auch seine Mutter herumfahren und Entsetzen spiegelt sich in den Augen seiner selbst wider, als er seinen Vater vor sich stehen sieht.

Mit einem bestimmenden Blick zeigt der Herr seinem Sohn an, ihm zu folgen und gehorsam läuft Oikawa dem Mann hinterher, bis in dessen Büro. Schwerschluckend lässt er sich auf dem Stuhl nieder und blickt nervös auf seine verschränkten Hände.

Momentaufnahmen von gestrigen Erlebnissen spielen sich in Dauerschleife in seinem Kopf ab und ein unangenehmes Prickeln macht sich dort breit, wo sein Vater ihn geschlagen hat.

„Sohn..", setzt der Mann an und mustert sein Kind mit Distanz. Ehe der Herr überhaupt fortfahren kann, verkrampft Tooru sich und denkt an Mai's Worte.

„Ich bitte dich um Verzeihung Vater", spricht er mit zittriger Stimme, denn noch eine Ohrfeige würde er nicht über sich ergehen lassen können. Er hasst den Mann, doch will er nicht das Mädchen enttäuschen, schließlich hat er es ihr doch versprochen.

Verdutzt zieht der Mann die Augenbrauen in die Höhe, ehe sich ein süffisantes Grinsen auf seine Lippen legt und er sich einwenig nach vorne lehnt. Sofort zuckt der Brünette bei der kleinen Bewegung zusammen, vielleicht will sein Vater ihn wieder schlagen.

„Danke, dass du dich so erwachsen verhältst. Aber deswegen habe ich nicht mit dir reden wollen, weißt du? Ich habe ein interessantes Angebot bekommen, dass dich sicherlich interessiert..", fängt der Herr erneut an, doch lässt ein Vibrieren seines Handys, Oikawa seinem Vater keine Aufmerksamkeit mehr schenken.

Bedacht, dass der Mann es nicht bemerkt, zieht er das Telefon aus seiner Hosentasche und wirft einen Blick auf seine Benachrichtigungen. Iwaizumi's Name erscheint auf dem Display und entsetzt reißt Tooru die Augen auf.

Immer wieder liest er sich die Worte seines Freundes durch und ein grauenvolles Gefühl kommt in ihm auf. Er kann es nicht fassen, was Hajime ihm soeben mitgeteilt hat und plötzlich befindet Oikawa sich nicht mehr in dem Büro seines Vaters, alles um ihn herum verblasst und eine unglaubliche Last drückt ihn nieder in ein dunkles Loch.

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Der Cut tut mir ja schon einwenig leid.
Habt ihr Theorien, was Iwaizumi geschrieben haben könnte? Wenn ja, lasst es mich gerne wissen (:

Lots of love, bekki ☀️

stitches | oikawa ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt