Ein Schrei entfuhr meinen Lippen. Mein Körper bebte und eine unbeschreibliche Hitze entstand in meinem inneren. Unmengen an Tränen liefen aus meinen Augen und ich spürte nichts weiter als Schmerz. Mein Herz zog sich krampfhaft zusammen und ich krümmte mich. Wieder schrie ich laut auf. Ich ertrank. Meine Seele fühlte sich so eingeengt an und ich wollte nur noch raus. Ich wollte nur noch meine Lungen mit Luft füllen, denn meine Atmung war unregelmäßig. Ich kann nicht mehr! Tausend Wellen stürzten über mich ein und ließen mich nicht durchatmen. Ich sank immer weiter auf den Boden des schwarzen Sees. Ich wollte nach dem Licht greifen, die Wärme spüren und mich wieder daran zu erfreuen zu leben, doch es erlisch.
„Es soll aufhören!" Ich zog an meinen Haaren und versuchte durch den Schmerz das Dröhnen zu übertönen, doch mit jeder Sekunde wurde es schlimmer. „Geh weg! Ich kann nicht mehr!" Tausend Pfeile durchbohrten mein Geist und schwarze Punkte tanzten vor meinen Augen. Der Schmerz verformte sich und ich nahm jede Kleinigkeit meines Körpers war. Die Zeit blieb stehen und mein Ich lag in der Unendlichkeit des Elends.
Wieso? Was hab ich falsch gemacht? Ich weiß es nicht. Ich weiß nichts mehr. War ich selbstsüchtig, wenn ich das Licht eines Menschen nur für mich haben wollte? Ich wollte doch nur seine Wärme spüren und wissen, dass ich jemand bin. Doch ich bin ein niemand und hab diese Kälte verdient. Er ist an nichts schuld, denn die Schuld liegt bei mir.
Ich bin so armselig! Ich bin ein niemand und war auch niemals jemand. Es hätte mir klar sein müssen, dass ein hoffnungsloses Spiel nichts bringt. Hoffnung ist am Ende nur eine Illusion. Seine Liebe ist eine Illusion. Er liebt mich nicht! Und das hatte er auch nie.
Ich bin ein scheiß Mensch! Beleidige nur, gebe dumme Kommentare von mir und sonst tu ich nichts Nennenswertes. Niemand mag mich. Ich hasse mich. Ich schaffe es nicht mal, mich zu entschuldigen. Wie ein Feigling rannte ich vom Training weg als ich ihn sah. „Scheiße!" Meine Kehle brannte vom Schreien. „Ich... ich kann nicht mehr!" Es fühlte sich so an als würde mein Körper zerreißen. Jemand oder etwas schnürte mir die Luft ab und ich versuchte verzweifelnd nach Luft zu ringen. Ein Schmerzensschrei kam aus meinem Mund und ich lag verzerrt auf meinem Boden. Ich bin es nicht Wert, nicht wert zu leben.
„Kenma!" Ich hörte eine panische Stimme, aber ich hatte keine Kontrolle über mein Körper. Stumm flossen die Tränen und in mir breitete sich ein Lauffeuer der Panik aus. Es soll aufhören! Beende es! Jemand rüttelte an mir, aber die Außenwelt war wie abgeschnitten. Wie in Watte gehüllt blickte ich ins Nichts. Nichts. Ich fühlte nichts mehr. Nicht mal mehr den Schmerz. Doch dieses Gefühl des Nichts war schlimmer. Es tut mir leid. „Es tut mir so leid!" Die Person zuckte zusammen und rief etwas Unverständliches. Lass mich fallen, schon gut. Er hasst mich. Ich hasse mich, verständlich, ich bin ein schrecklicher und falscher Mensch. Die schwarzen Flecken breiteten sich weiter aus und ich fiel in ein unendliches Loch.
Ist das das Gefühl des Todes. Nein, ich spürte noch die höllische Qual. Ein furchterregendes, grelles Licht breitete sich aus und meine Lider schlugen auf. Eine weiße Decke. „Kenma, oh Gott!" Ich sah verschwommen eine Silhouette, doch mit der Zeit erkannte ich meine Mutter. Wieso war sie hier? Wo war ich? Mein Körper war wie betäubt und ich hörte nichts. Nicht die Stimme meiner Eltern und auch nicht die des Arztes. Ich fühlte, dass mein Herz normal pochte, aber an meinem Körper klebte noch ein widerlicher Schweißfilm. Als ich meine Arme heben wollte, zitterten sie und meine Mutter drückte meine Glieder wieder runter. Die Kontrolle über mein Körper gehörte noch immer nicht mir, aber das war okay. Ich konnte und wollte nicht handeln. Nicht mehr.
Meine Eltern brachten mich wieder in mein Zimmer. Ich konnte meine Umgebung wieder wahrnehmen, weshalb ich wusste, dass ich zuvor im Krankenhaus war. Ich hasse diesen Ort. In einem Gebäude spielen sich drei Fassetten des Lebens ab, Geburt, hoffnungsloses Leben und der Tod, dazu ist alles getränkt in den stechenden Geruch von Desinfektionsmittel.
In meinem Zimmer legte ich mich kraftlos in mein Bett und hörte meine Mutter, die mit ängstlicher Stimme sprach, zu: „Es war grauenhaft. Ich komm in dein Zimmer mitten in der Nacht und sehe dich schmerzverzerrt auf dem Boden! Ich dachte ich verliere mein einzigen Sohn. Das einzige was du sagtes war: 'tut mir leid'. Die Ärzte empfehlen eine Therapie und die wirst du auch in einiger Zeit aufsuchen. Ich will nicht sehen, wie du dich wieder abkapselst. Ich weiß nicht, was los ist, aber du darfst nicht den Kontakt verlieren!" So ernst hatte es sich nicht angefühlt, ehr wie die Wahrheit vom Leben. Irgendwie dachte ich, dass das der Anfang vom Tod sei. Ich hatte Angst ihm schlecht im Gedächtnis geblieben zu sein. Ich will zwar selbst mein Enddatum bestimmen, aber auf so eine Weise soll es nicht Enden und eine Therapie will ich auch nicht. Ich kann sowas nicht. Dem Therapeuten juckt es doch eh nicht was ich fühle und ob es mir besser geht, der will, wie jeder andere auch, sein scheiß Geld. Sie erzählte noch, dass ich mich erstmal erholen soll ehe ich zur Schule gehe. Zum Glück verschwand sie danach.
Am Ende bereite ich jedem nur Kummer und Sorgen. Würde es mich nicht geben, wären alle wieder glücklich. Bestimmt. Aber es brachte nichts über 'was wäre, wenn...' zu reden.
Ich nahm zitternd mein Handy zur Hand und las abwesend paar Nachrichten, wieso ich nicht auftauchte.
Tora: Bro, ich schick dir alles nötige. Ich weiß, dass du Kuro liebst und daran ist alles gut! Ich unterstütze dich und ich weiß, wie sehr es dir gestern mitgenommen hat. Ruh dich aus! ;)
Ich bedankte mich nur kurz und starrte dann meine Wand an. Ich könnte zocken, aber meine Gedanken könnten sich nicht darauf konzentrieren. Was war falsch daran, dass ich jemanden nicht leiden kann? Ihm hat das nie etwas ausgemacht, aber bei Mikasa schon. Wahrscheinlich liebte er sie und nicht mich. Behinderte Hoffnung, am Ende hatte ich doch keine Chance. Ich hab nicht mal mehr Bock auf dieses scheiß Game. „Spiel des Lebens" oder auch „Love-Game" ist ein Drecks Spiel, was ich zocken muss, aber meine Herzen stehen fast auf null, ein Zeichen auf ein Nahes Game-Over.
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Love-Game
FanfictionIch bin Kenma oder auch als „Kodzuken" bekannt. In meinem Livestream kam die Frage über meine Oberschulzeit auf und wie ich mich zum ersten Mal verliebt habe. Da ist eine lange Geschichte, aber ich werde sie nun an die Öffentlichkeit bringen. „Das...
