Ich kann nicht mehr. Ich hab wirklich keine Kraft. Heute ist der einunddreißigste Dezember und der ganze Monat war für mich kraftraubend. Immer nach Spielen, die wir dann auch gewonnen haben, bekam das Nekoma-Volleyballteam Aufsehen und das heißt: Fangirls. Fast alle rennen Kuro hinterher und ich muss es akzeptieren. Ich muss ihm vertrauen. Kuro geht natürlich darauf ein. Er macht Fotos, redet mit ihnen und trifft sich ab und an auch mit Paar. Es ist allen klar geworden, dass wir zusammen sind, jedoch ist es den meisten Weibern egal. Sie flirten dennoch mit ihm, denn sie sehen mich nicht als 'seinen Freund', sondern als Anhängsel. Am schlimmsten war es aber, wenn er mit Mikasa Zeit verbrachte. Sie postete so viele Bilder und Videos, die jedes Mal mein Herz zum Zerbrechen brachten. In diesem Monat wollte ich so sehr, dass er nur mich sieht, mich bemerkt. Ich hab Angst. Im meinem Inneren weiß ich, dass Kuro nicht so einer ist, dennoch bin ich verletzt. Ich hab aber diesen Schmerz nie angesprochen, denn ich sah, wie glücklich Kuro ist. Ich sehe wie er lacht und Spaß am Leben hat. Ich hab ihn nicht verdient. Mikasa hat lange, blonde Haare, eine unvergessliche Lache, strahlende Augen und ihre Fassade, ihr Charakter, ist golden. Kuro hat jemanden verdient, der an seiner Seite leuchten kann und nicht, wie ich, zusammenbricht. Dennoch ich muss für ihn durchhalten. In mir wütend der Storm noch immer, aber nun mit einer Form. Es ist mein Endboss. Ein überdimensionales, pechschwarzes Wesen, welches meine Kraft aufsaugt und so stärker wird. Keine Klinge der Welt kann dieses Biest köpfen und meine Rüstung ist auch kurz vor dem Zerbrechen. Manchmal, wenn ich konzentriert in einem Game stecke, vergesse ich wie stark Endgegner sind, nicht selten haben diese auch mehrere Formen, die man besiegen muss. Es ist meine Verheerung. Mein Dämon und meine größte Angst. Es verschlingt mich, es zieht mich in die unendliche Tiefe und lässt mich dem Tod in die Augen schauen. Meine Energie reicht nicht für ein ultimativen Schlag und dazu sind meine Heiltränke aufgebraucht und mein heiliges Schwert verschwunden. Dieses Wesen bringt mich so oft zum Schreien. Ich hasse dieses Leid.
Es passierte in den letzten Wochen öfters, dass ich vor seelischen Schmerz aufschrie oder zusammenbrach. Ich bekam keine Luft, meine Sicht wurde trüb und meine Umgebung verschwand. Das kam zwar selten in der Öffentlichkeit vor, aber Zuhause vermehrt. In der Schule, beim Training und in der allgemeinen Öffentlichkeit konnte ich so sein wie immer, doch wenn niemand zu sah, erschien das Monster hinter mir und es möchte mich umbringen. Es flüstert immer und immer wieder dasselbe. Ich war der ruhige Junge, der nur am zocken war, obwohl in mir wieder ein Chaos wütete. Meine Maske, die Rüstung, die ich mir angelegt habe, hält nicht mehr lange. Ich spiele ohne Probleme Volleyball und mache mechanisch meine alltäglichen Aufgaben, zum Beispiel Hausaufgaben. Ich traf mich, zusammen mit Kuro, mit Akaashi und Bokuto, da konnte ich auch standhaft bleiben. Aber Keiji merkt einfach, wenn jemand in seiner Nähe sich anders verhält und dadurch klebte er echt lange an meiner Backe, doch Yuki konnte ihn überzeugen, dass es mir gut geht. Sie weiß zwar, dass das eine Lüge ist, sie hilft mir auch, aber ich will lieber allein sein. Sie akzeptiert es, solange ich mich nicht abkapsle und wenn etwas ist, jeden wieder in meine 'Bubble' reinlasse. Das letztere versprach ich aber nicht. Für eine Erstklässlerin hat sie mehr soziale Kompetenz als ein Therapeut und ich bin froh, sie im Klub zu wissen. Ich will einfach nur allein sein und gegen meinen Gegner kämpfen. Das tat ich doch immer. Einfach nur zocken, stundenlang, jedoch war es jetzt anders: Ich bin in einem Game und mein Dämon ist mächtiger als gedacht. Tora hat in der Zeit langsam von der Managerin der Karasuno abgelassen, er sagte sie 'gehöre' Tanaka, da er wirklich in dieses schwarzhaarige Mädchen verliebt ist. Es freut mich, dass er sich so sehr bemüht, sie lachen zu sehen. Ich bemühe mich auch, dass Kuro lacht. Es ist egal, ob ich erledigt bin, denn er ist mir wichtig. Ich kenn ihn seit meiner Kindheit und wir waren immer zusammen, ihn zu verlassen, wäre eine Qual, weshalb ich alles in meiner Macht Stehende tue, um ihn glücklich zu machen. Wenn er glücklich ist, bin ich es auch. Oder?
Wir waren beste Freunde und sind nun zusammen, egal wie unterschiedlich wir sind. Wir brauchen einander, hoffentlich... In diesem Jahr passierte so unglaublich viel. Ich lernte Shoyo kennen, begann ein 'Kampf' gegen Mikasa, kam mit Tetsuro zusammen, bekam ein Ring geschenkt und zerbrach in tausend Teile. Jedes Mal, wenn ich sehe, wie er mit anderen lacht, verkrampft sich mein Lebensorgan und ich hab das Gefühl wertlos zu sein. Der Gedanke, dass er mich nicht braucht, zerstört mich echt. Ich bin so müde... Meine Hobbys haben sich nicht verändert, noch immer zocke ich liebend gern, denn in den anderen Welten hab ich keine Probleme. Ich spiele dann eine neue Story. Zwar verliere ich durch Games Zeit zum Schlafen, aber das kriege ich eh kaum hin. Ich hab so oft Alpträume und Einschlafprobleme. Jeder Tag gleicht dem anderen und das ist furchtbar. Ich hab kein Bock und das ist so enorm, dass ich es nicht in meiner Skala einordnen kann. Aber ich lebe. Ich versuche weiter zu leben, denn ich klammere mich so fest an zwei Sätze, 'ich liebe dich' und 'Nur du und ich'. Ich lebe, weil ich ihn liebe. Liebe kann schön sein, aber am Ende ist es wie ein Lagerfeuer. Es schenkt einem Wärme, erhellt die Umgebung und fasziniert einen, doch wenn es zu viel wird bricht alles in sich ein und man wird verletzt.
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Love-Game
FanfictionIch bin Kenma oder auch als „Kodzuken" bekannt. In meinem Livestream kam die Frage über meine Oberschulzeit auf und wie ich mich zum ersten Mal verliebt habe. Da ist eine lange Geschichte, aber ich werde sie nun an die Öffentlichkeit bringen. „Das...
