52. Mein Leben? Ein einziger Trümmerhaufen.

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Noch mehr Tränen.

Noch mehr Kummer.

Noch mehr zersplitterte Teile meines Herzens.

Scheiße.

Scheißescheißescheiße!!!!

Die Tränen liefen mir wie ein Wasserfall meine Wange hinunter und landeten auf dem Boden.

So schnell ich konnte, rannte ich zur Eishalle, zu meiner Kabine und schloss mich ein. Dort sank ich auf meine Knie und begann zu weinen, wie ich es noch nie in meinem Leben getan habe. Nicht einmal bei der Beerdigung meiner Mutter.

Mein Herz blutete.

Und wie sehr es blutete.

Ich bekam kaum noch Luft, irgendetwas drückte mir den Hals zu.

Ich begann zu husten, mein ganzer Körper war ein komplettes Zitterkabinett. Ich hustete mehr als dass ich weinte. Das war keine gute Kombination.

Irgendetwas in mir hatte schon die ganze Zeit die Vorahnung, dass es irgendwann kein wir mehr gab.

Immer, wenn ich im Bett lag und über meine Zukunft nachdachte, hab ich mir immer und immer dieselbe Frage gestellt.

Wie lange?

Wie lange wird diese Beziehung halten?

Sie hatte den ganzen Druck der Medien standhalten müssen, ich wollte mich gar nicht daran erinnern, als das mit mir und Niall rauskam. Die Presseleute waren wie Geier hinter einem her gewesen.

Nicht einmal eine Sekunde lang hatte man für sich alleine.

Sie haben immer gewusst, wo wir waren.

Fragt mich nicht, woher.

Diese Leute waren so unberechenbar.

Aber jetzt hatte sich meine Frage beantwortet.

Und ich war nicht stolz darauf.

Überhaupt nicht.

„Layla?"

Jemand klopfte gegen die Türe, zu meinem Glück war es nicht er. Es war Haley, sie musste alles mitbekommen haben.

Schluchzend rappelte ich mich auf und öffnete mit zittriger Hand die Tür. Vor mir stand nun Haley, einen bemitleideten Blick aufgesetzt, und nahm mich in den Arm. Behutsam strich sie mit ihrer Hand meinen Rücken auf und ab. Auf und ab.

„Ich hab alles mitbekommen", murmelte sie leise.

Sag ich doch, sie hat alles mitbekommen.

„Und deine Entscheidung war richtig. Ich hätte genau dasselbe getan."

„Aber das ist es ja gerade", erwiderte ich schluchzend und löste mich aus ihrer Umarmung, „ich wollte nie, dass es soweit kommt! Ich fühl mich total schuldig!"

„Hey, hey, hey! Sag sowas nicht", sie legte ihre Hände auf meine Schultern und zwang mich, in ihre Augen zu sehen, „du hast verdammt nochmal das Richtige getan! Lass dir doch von dem Möchtegern-Typen nichts anderes einreden! Manchmal muss man so etwas tun, außerdem ist er das doch selbst schuld. Er hätte dich nicht nach Strich und Faden belügen sollen, dann wäre so etwas auch nicht passiert. - und jetzt hörst du auf zu weinen. Wegen ihm zu weinen, bringt dich kein Stück weiter. Spar dir deine Tränen für etwas auf, bei dem du sie wirklich verweinen kannst."

Sie hat Recht. Spar dir deine Tränen für etwas Anderes auf. Er ist es nicht wert, unterstützte meine innere Stimme meine beste Freundin. Morgen ist dein Wettkampf, und ich würde vorschlagen, dass du dich einfach mal wieder auf's Eis stellst und wieder alles um dich herum vergisst. Wer weiß, vielleicht macht Haley ja mit!

Ich wischte mir mit dem Handrücken die letzten Tränen weg.

Ich wollte nicht wissen, wie ich jetzt wohl aussehen mag, aber es interessierte mich auch nicht. Ich lief ja schon seit Tagen wie ein Zombie rum, schlimmer konnte es doch so oder so nicht mehr werden.

„Und jetzt lächle mal. Das sieht ja gruselig aus, wenn du nicht lächelst."

Meine Mundwinkel zuckten leicht nach oben, ein kleines Lächeln bildete sich auf meinen Lippen.

So ist es gut.

„Kannst du schon wieder eislaufen?" Ich deutete auf ihr Knie.

Sie zuckte mit den Schultern. „Der Arzt meinte, solange ich keine wilden Stunts hinlege, darf ich tun und lassen, was ich will. Naja...nicht ganz. Ich muss die nächsten drei Monate noch ein wenig aufpasse- Wieso?"

Sie lächelte verschmitzt.

Gedankentelepathie ahoi!

Ich erwiderte ihr Lächeln.

Ihr seid ja wie Zwillinge, seufzte meine innere Stimme und wenn sie Kopf und Arme haben würde, hätte sie ihren Kopf wahrscheinlich auf ihre Arme gestützt.

Ja, wir waren so etwas wie Zwillinge.

*

„HÖR AUF!", kreischte Haley und lachte. Verbissen versuchte sie, ihr Gleichgewicht zu halten als ich ihr einen leichten Schupps gegen den Rücken verpasste.

Ich lachte und fuhr weiter.

Seit ungefähr einer Stunde standen wir nun auf dem Eis und veranstalteten irgendwelchen Quatsch. Im Hintergrund kam aus Haleys Box Musik. Das machte die Atmosphäre hier entspannter.

Ich war stolz darauf, die letzte Stunde nur an das Hier und Jetzt gedacht habe, und nicht an das, was vorher passiert war.

Auch wenn mein plötzlicher Stimmungsumschwung mir ein wenig Angst machte, blieb ich so wie ich momentan war.

Haley stand etwas wackelig auf dem Eis.

„Verfluchen seien Verletzungen!" - als könnte sie echt meine Gedanken lesen.

Ich hab ja auch nicht umsonst gesagt, dass ihr Zwillinge seid.

Jaja, das hast du schon einmal gesagt.

„Soll ich dir helfen?", lachte ich und wollte sie stützen, Haley aber schüttelte den Kopf und hielt sich weiter an der Bande fest. „Ich kriege das schon hin! Ich brauche nur-"

Und dann lag sie schon auf dem Eis.

Ich brach in schallendes Gelächter aus.

Haley schaute verdattert auf die Bande, dann zu mir und lachte dann ebenfalls los. Wir lachten solange, bis uns die Wangen und der Bauch vor lauter Muskelkater wehtaten und wir keine Luft mehr bekamen. Ich war neben Haley aufs Eis gefallen und lachte mich kugelrund.

„Ich kann nicht mehr!", japste ich und hielt mir die Hände auf meinen schmerzenden Bauch.

„Frag mich mal!", erwiderte sie lachend.

„Was macht ihr da?"

Wir beide drehten uns um und sahen Jessy mit einem verwunderten Gesichtsausdruck hinter der Bande stehen. Um ihre Schulter hing ihre Sporttasche, in der sie immer ihre Schlittschuhe mit sich trug.

„Lachen, nach was sieht es sonst aus?"

Haley und ich sahen uns wieder an, und fingen an zu lachen.

„Ihr seid verrückt", murmelte Jessy und schüttelte mit gerunzelter Stirn den Kopf. Sie drehte sich um und verschwand in einer der Kabinen.

Zwei Sekunden später brachen wir wieder in Gelächter aus.

Ihr seid mir ja zwei Gackerhähne..., murmelte meine innere Stimme und verschwand in eine Ecke meines Gehirns.

*
Hier, wieder ein Update :)

Es ist schlecht, ich weiß /: Ich hatte nur keinen Plan, was ich schreiben sollte, weil es nur ein lästiges Zwischenkapitel ist, bevor es wieder richtig weiter geht. Wahrscheinlich kommt morgen das nächste, mal schauen ;)

Ich hoffe, es hat euch trotzdem gefallen.

LG Lovestory3108

Little LoveGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt