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58. Telefonat mit Swift persönlich

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„Wieso mögen mich die Jungs nicht?"

Ich prustete los und fing an zu lachen wie eine Irre.

Das war nicht ihr Ernst. Nicht ihr fucking Ernst, oder?!

Die wollte mich doch verarschen!

„Wieso lachst du? Das war nur eine normale Frage gewesen."

Ich antwortete gar nicht, sondern lachte einfach weiter.

So langsam machte sie mich ja kirre. Ich meine es ernst.

„Ist es wirklich das, was du mich fragen wolltest? Ich glaube, du weißt die Antwort schon darauf", erwiderte ich immer noch wie eine Irre lachend und stellte meine Sporttasche mit den Schlittschuhen auf die Bank in der Kabine ab. „Denn ich bin der Meinung, dass du sie schon weißt, seitdem du den Jungs das erste Mal gegenübergetreten bist."

„Und wenn ich es dir doch sage, ich weiß es nicht!", widersprach sie mir, und meinte ich da einen Hauch Verzweiflung gehört zu haben?

Taylor Swift und Verzweiflung? Das wäre das achte Weltwunder, wenn du mich fragst, spottete meine innere Stimme und schnaubte.

„Und du weißt es echt nicht?", fragte ich misstrauisch nach, und nebenbei bemerkt stand ich sogar bei meiner Frage stocksteif da und wartete auf ihre Antwort.

„Nein! Layla, du bist die einzige Freundin von den Freundinnen der Jungs, die überhaupt richtig mit mir redet, und deswegen frage ich ja auch ausgerechnet dich. Obwohl du sicherlich was Besseres zu tun hast als mir meine dämliche Fragen zu beantworten."

Okay, vielleicht war sie doch nicht ganz so dämlich...

„Hast du gerade Zeit?", fragte ich noch einmal und setzte mich auf die Bank. Die Kabine war Gott sei Dank leer, abgesehen von mir.

„Ja, wir haben gerade eine halbe Stunde Pause."

„Gut, und du bist dir auch wirklich sicher..."

„Layla", unterbrach sie mich bestimmt, aber auch freundlich.

„Jaja...", murmelte ich, räusperte mich und fing dann an zu reden: „Alsooo...es liegt wahrscheinlich nicht an dir selber- oder doch, es liegt an dir selber, weshalb die Jungs dich nicht mögen. Seit du und Harry zusammen seid, hat er sich verändert. Laut den Jungs, ich bin da wirklich nicht so oft, wie du vielleicht denkst. Und die Jungs denken, insbesondere Niall und Louis, dass du... naja... dass du ihn..."

„Dass ich ihn was? Ihn ausnutze?"

Am anderen Ende der Leitung erklang sarkastisches Lachen.

„Ehm...genau das."

„Soll das ein Scherz sein?"

„Ich glaube nicht, nein", antwortete ich leiser als beabsichtigt, „aber es sind Jungs, was willst du da erwarten?", versuchte ich die Stimmung ein wenig auflockern zu lassen.

„Ja, es sind Jungs..." Sie seufzte. „Und das denken die wirklich von mir?"

Ich wollte nicken, bis mir einfiel, dass wir ja telefonierten, und nicht eine Unterhaltung von Gesicht zu Gesicht führten, und murmelte ein schnelles „Ja.".

„Das war nie meine Absicht gewesen, wirklich nicht."

Ich hörte ihre Verzweiflung und den Missmut aus ihrer Stimme, deswegen glaubte ich es ihr auch. „Ich weiß, Taylor. Ich weiß. Sie kennen dich einfach nicht. Aber wenn ich ehrlich sein darf?"

„Natürlich!"

„Irgendwie kennt dich niemand richtig. Man sieht dich ab und zu mit Harry, wenn du mal bei uns bist, bist du so...anders...so tussihaft halt...und sonst sieht man dich ja im Privaten kaum."

Ihre Antwort ließ sich ein wenig auf sich warten.

Ich konnte jetzt nicht zuordnen, ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen war.

„Oh. Wirklich?"

„Ja."

„Das war nicht meine Absicht gewesen, ich bin es gewöhnt, zu Menschen abweisend zu sein, die ich nicht kenne. Eine schlechte Angewohnheit, und eigentlich versuche ich es mir abzugewöhnen, aber manchmal klappt das nur mehr schlecht als recht." Sie lachte verbissen.

Aber wieder glaubte ich ihr.

„Vielleicht solltest du - anstatt den Leuten die kalte Schulter zu zeigen - einfach freundlich auf sie zugehen. Ich meine ja nicht, dass du ihnen ein Küsschen auf die Wange links und auf die Wange rechts drücken und einen auf Best Friends machen musst, aber dass du freundlich bist. Vielleicht würden dann nicht so viele Menschen dich direkt beurteilen, wie es bei den Jungs - und ich gebe zu - auch bei mir war. Und bei allen anderen. Stell dir vor, die Sekretärin meines Dads hat sogar dasselbe gedacht!"

„Diese Felicity Patrick? Schreckliche Frau."

Wir lachten beide. Und zwar normal.

Kein Sarkasmus, kein IchlachewieeineIrre, und auch kein gemeines Lachen.

Ein normales Lachen, wenn zwei Freunde sich über etwas lustig machten.

Ich würde euch ja nicht direkt als Freunde bezeichnen...

Aber sie hatte ja sonst keinen.

- und außerdem hatte ich das Gefühl, dass wir beide doch noch sehr gute Freunde werden konnten, auch wenn der Start erst etwas holprig angefangen hatte.

„Dasselbe denke ich mir auch immer, wenn ich sie sehe", antwortete ich kichernd, „sie wollte mir sogar einmal verbieten, in Dads Büro zu gehen. Wirklich schrecklich, diese Frau."

Nicht.dein.Ernst!" Ich konnte mir vorstellen, wie ihr Mund vor Erstaunen aufklappte. „Jetzt wirklich? Ich wollte Harry abholen, und dann meinte sie, ich könnte nicht in demselben Raum sein wie sie. Ich hätte beinahe die Beherrschung verloren!"

Wir lachten wieder beide.

Haley kam gerade rein und hatte den Mund geöffnet, um mir etwas zu sagen, aber ich hob den Finger um ihr zu signalisieren, dass ich gerade am Telefonieren war. Sie schloss sofort ihren Mund und warf mir einen neugierigen Blick zu.

„Wenn ich das nächste Mal in der Nähe von London sein sollte, werd' ich dir mal einen Besuch abstatten. Dann können wir mal eine Tasse Kaffee...oder Tee - das trinkt ihr Engländer doch, oder? - trinken, dann können wir uns auch mal persönlich unterhalten."

„Klingt gut...allerdings bin ich noch ein wenig beschäftigt. Aber dann hätte ich massenhaft Zeit", antwortete ich mit einem Lächeln auf den Lippen.

Wir machten noch einen Termin aus, und legten dann auf.

Haley konnte ihre neugierige Zunge mal wieder nicht zügeln und bombardierte mich mit Fragen.

Ich lachte nur und beantwortete alle brav, am Ende war ihr Mund bis zum Erdinneren aufgeklappt.

„Wirklich? Du hast dich mit Taylor fucking Swift verabredet?! OMG! Kannst du mich bitte mitnehmen?"

Also manchmal frage ich mich wirklich, wie du es mir der da aushältst.

Sie ist meine beste Freundin, das sagt doch schon alles.

Jaja, okay. Ich halt ja schon meine Klappe.

„Darf ich mal fragen, wenn du alles nicht vergötterst?"

„Öööööhhhhh...." Sie verzog nachdenklich das Gedicht. „Hmmmmm...so spontan fällt mir nichts ein. Oh. Doch. Die Kardashian-Schwestern."

Okay.

„Und keine Models. Manche sind zwar ganz schön...zum Beispiel Cara Delevingne, aber der Rest ist doch nur Klappergestell."

Gut zu wissen, werde ich mir merken.

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