18. Nialler und sein Essen

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Gedankenlos starrte ich an die Decke. Ich war nicht müde, aber ich wollte auch nicht aufstehen. Schon die Uhr, die übrigens halb sieben anzeigte, hinderte mich daran, aufzustehen.

Morgen würde ich um diese Uhrzeit schon im Zug nach Sotchi sitzen.

Der Gedanke daran, dass ich bald meinen ersten internationalen Wettkampf hatte, ließ meinen Puls in die Höhe schlagen.

Scheiß Aufregung, ey!

Aber gleichzeitig tauchte auch ein anderes Gefühl auf. Keine Ahnung welches, es war mir fremd.

Ein gewohntes Vibrieren meines Handys erlöste mich aus dieser schweigsamen Stille.

Und es vibrierte noch einmal.

Und noch einmal.

Und noch einmal.

Und noch einmal.

Himmel, wer hatte denn da Langweile??!

Irgendwie kannst du es dir doch auch vorstellen, wer es wohl sein wird, oder?

Ja.

Ich seufzte und tastete nach meinem Handy und entsperrte es.

'Bist du wach????'

'Ich nämlich schon'

(Nee, echt? Hab ich überhaupt nicht bemerkt...)

'Und wir haben halb sieben und ich kann nicht schlafen... :'('

'Biiiist du waaaach?'

'Nee, weißte...', schrieb ich lachend zurück, 'Ich bin nämlich gar nicht Layla...;)'

'Ich weiß, wann du mich verarschen willst. Ich hab die Werbung auch gesehen'

(Och Manno, hätte bestimmt geklappt!!)

'Ich hab Hunger und fühle mich alleine...'

'Dann iss was und wecke einen der Jungs oder falls einer davon schon wach ist, dann gesell dich zu ihm oder ihnen oder wie auch immer.'

Niall schrieb mir nicht mehr zurück und auch mein Handy zeigte mir an, dass er offline gegangen war.

Stattdessen wurde mir jetzt sein Name dick und fett auf meinem Display angezeigt.

Ich grinste kurz und nahm seinen Anruf an.

„Hey", ertönte seine raue Stimme durch den Hörer und ließ mein Ohr sofort das Kribbeln anfangen.

„Hi", erwiderte ich und gähnte.

„Ist da jemand müde?" Er lachte (sein typisches HAHA-Niall-Lachen halt)

„Nö, ich kann sowieso nicht mehr schlafen. Bin bestimmt schon seit einer Stunde wach und starre an die Decke..."

Und wie ich jetzt erst bemerkte, tat ich das wieder. Also das mit dem Ich-starre-an-die-Decke.

Plötzlich klopfte es an meiner Tür.

„Warte mal kurz... Ja?"

Die Tür öffnete sich und Dad's Kopf erschien am Rahmen.

„Hey, ich komme heute Abend nicht mehr nach Hause und werde mich auch morgen nicht von dir verabschieden können. Deswegen wollte ich dir jetzt schon mal viel Glück wünschen", sagte er und umarmte mich kurz.

Es schmerzte mich natürlich wieder, dass er, mal wieder oder eher wie immer, keine Zeit hatte, um sich von seiner Tochter verabschieden zu können. Seit Mom nicht mehr da war, fühlte ich mich dauernd alleine. Okay, Niall war oft da oder wir unternahmen ziemlich viel, zumindest wenn er Zeit hatte und nicht ständig irgendwelche Interviews oder Konzerte geben musste, ins Studio und probte oder bei irgendwelchen Eventshows auftreten musste. Aber da gab es immer wieder Momente, in denen ich einfach bewegungslos auf meinem Bett lag, an die Decke starrte und über Mom nachdachte. Was sie gerade wohl machte, wie es ihr ging oder ob sie dort nicht alleine war.

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