Das Dinner

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Ich traf am seriösen Eingang des Restaurants ein. Es besaß zwei offen gebaute Etagen und eine Wendeltreppe, die eine halbe Umdrehung machte. Der dunkle rote Stiel, zog sich über das ganze Gebäude und die Leute.

Für meine Verhältnisse fühlte ich mich Overdressed aber hier entpuppte es sich als Gegenteil. Die Gäste passten wie gestellte Schauspieler in das feine Restaurant.

Dann entdeckte ich über ein paar Tische hinweg, Greg und Mom.

Sie saßen an der Wand auf einer "Couch", die die Kosten für die Reservierung vermutlich verdoppelte. 

Sherlocks Hypothese -eine freudige Nachricht zu erhalten- schenkte ich immer mehr glauben.

Mom lächelte mir zu, als ich mich gegenüber von ihnen niederließ. "Schön, das wir es endlich geschafft haben unser Dinner nicht zu verschieben. Übrigens du siehst bezaubernd aus Liebling".

Ich spielte bei ihrer etwas zu glücklichen Masche mit. Denn heut Morgen schrie sie mich wortwörtlich an.

"Danke Mom". Mein Herz schlug etwas aufgeregt, als ich mich daran erinnerte, was ich ihnen mitteilen möchte.

"Hi Greg".

Er nickte.

Es kam mir etwas seltsam vor, aber ich schenkte dem keine weitere Beachtung.

"Alles gut? Du siehts blass aus. Vermutlich von deiner Spätschicht, oder?".

Ich tat es Greg gleich und nickte nur.

"Mh", sagte sie abwertend und blätterte still durch die Speisekarte. Ich zog meinen Lippen zu einer Linie und betrachtete meine gefalteten Hände unter dem Tisch.

Greg schien genauso unbeholfen und trank in Abstand von 3-4 Sekunden sein Bier. Das Restaurant war zudem nicht stark gefüllt, wodurch die Stille umso lauter wurde.

Uns fehlten offenkundig die Gesprächsthemen und ich wollte nicht sofort mit meiner Ankündigung die Party crashen.

"Wieso so still ihr beiden?", hinterfragte Mom misstrauisch und legte die Karte beiseite. "Wie läuft es denn bei dir auf Arbeit?".

"Naja, Jetzt wo das halbe Gebäude in die Luft gesprengt wurde, brauch ich einen neuen Job, das ist nicht so einfach".

-Ich sollte meine sozialen Komunikationsskills noch einmal überdenken.

Meine Mutter überspielte es gekonnt mit einem Räuspern. "Und hast du schon Aussichten auf - ich weiß nicht, vielleicht eine neue Wohnung, weiter entfernt von der Baker Street".

"Mom?!".

Dramatisch verrollte sie die Augen. "Man dürfte ja wohl fragen"

Wieder plagte uns eine Stille. Und da ich es nicht nochmal ertragen könnte Smalltalk zu halten, beschloss ich den Anfang zu machen. "Ich hatte mich gefragt, was der Anlass für unser - Dinner ist?".

Sie beide erstarrten für einen kurzen Moment.

"Ehrem - Nun", zog Mom lang und stupste Greg von der Seite an.

Er räusperte sich. Ich konnte wortwörtlich sehen wie er sich quälte .

"Grace und ich haben ausgiebig darüber- nachgedacht und sind zu einem Entschluss gekommen, bezüglich deines Verhaltens in letzter Zeit-".

Angespannt saß ich auf dem Sessel und krallte meine Hände tief in das weiche Holz. Greg wirkte immer unruhiger.

"So schlimm ist es nun auch nicht Greg!", sagte Mom ungeduldig.

Er dachte nach und änderte seine Miene. "Wir sind zum Entschluss gekommen, dass du eine Ausbildung bei mir im Scotland Yard machen solltest".

"WAS?!". "Was!". Moms und mein Aufruf kreuzte sich laut. Mehrer Gäste musterten uns erschrocken.

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