Mila
Heute ging es los. Die ganze Klasse stand mit gepackten Koffern am Bahnhof und wartete auf den Zug. Wir fuhren für drei Tage nach Köln, auch wenn man in dieser kurzen Zeit dort kaum etwas machen könnte. Wie immer bei der deutschen Bahn hatte der Zug zehn Minuten Verspätung, was uns vermuten ließ, dass wir den nächsten Zug entweder gerade so oder gar nicht bekommen würden. Herr Janson hatte sich dazu bereit erklärt, mitzukommen. Das hatte unserer guten Laune schon mal einen Dämpfer verpasst. Aber meine Laune war sowieso schon im Keller, also störte nicht das nicht. Die Lehrerin, die noch mit kam, hatte ich noch nie gesehen. "Hey. Ist doch gut.", sagte Newt neben mir. Er wollte sich noch von mir verabschieden. Ich nickte und starrte weiter traurig auf den Boden. Wie konnte ich nur un so kurzer Zeit so abhängig von ihm werden?
Als der Zug dann endlich kam, fingen alle an, sich von ihren Eltern zu verabschieden. Mama war aber, mal wieder, nicht mitgekommen, weil sie arbeiten musste. Das kotzte mich wirklich langsam an. "Machs gut, meine Süße. Pass auf dich auf.", sagte Newt, während er mich umarmte. Er löste sich ein Stück von mir und schaute mir in die Augen. Glücklich war er nicht gerade. Zum Abschied küsste er mich noch einmal, bis wir von Janson unterbrochen wurden. "Los jetzt, wir müssen!!" Ich nahm also meinen Koffer und stieg in den Zug ein. Ilvy winkte, als sie mich sah und ich setzte mich zu ihr. Ein kurzer Blick zu Gally zeigte mir, dass er nicht gerade erfreut war, dass er wieder bei seinen Freunden sein musste. Aber er ließ sich kaum etwas anmerken.
Die Fahrt dauerte eine gute Stunde. Alle wurden von Janson aus dem Zug und zum nächsten Gleis gescheucht. Der Zug stand schon da aber schien noch nicht wegfahren zu wollen. Wir hetzten also dahin, zählten noch einmal kurz durch und gingen dann in den Zug. Hier hatten wir reservierte Plätze. Die Lehrer verteilten einfach irgendwelche Tickets, sodass ich neben Chuck und Ilvy neben Winston sitzen musste. Gally schaute sie die ganze Zeit sehr besorgt an und Winston schaute hartnäckig aus dem Fenster. Dann musterte er sie abwertend und sagte etwas zu ihr. Sie versteifte sich und rutschte möglichst weit weg von ihm. Er lehnte sich jedoch zu ihr und sagte nochmal etwas. Diesmal rutschte Ilvy wieder zu ihm und er grinste dreckig. Dann musste ich den Blick abwenden, weil Chuck mich die ganze Zeit voll blubberte. "Also. Mit wem bist du im Zimmer?", fragte er. "Mit Ilvy, Brenda und Teresa. Und du?" "Mit Thomas und wahrscheinlich mit Minho und Alby." Ich nickte. Eigentlich wäre Newt noch in dem Zimmer gewesen. Traurigkeit überwältigte mich. Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf das klacken des Zuges auf den Schienen. Chuck schien etwas bemerkt zu haben, denn er hielt zum ersten Mal, seit ich ihn kannte, die Klappe.
"Die Nächste steigen wir aus!", verkündete Janson viel zu laut. Ich öffnete die Augen und blinzelte gegen das Licht an. Chuck neben mir war schon ganz hibbellig und machte mich langsam wahnsinnig. Einige standen schon auf. Ich schaute zu Ilvy und sah, dass sie gerade aufstehen wollte, als Winston sie am Handgelenk festhielt. Wieder sagte er etwas und sie nickte heftig. Wenn ich doch nur näher dran wäre. Ich nahm meinen Koffer und begab mich zu einer der Türen, wo schon einige versammelt waren. "Gally?", fragte ich. Es war das erste Mal, dass ich so bewusst mit ihm sprach. Er kam auf mich zu. "Hast dus auch gesehen?" Er klang sehr besorgt. "Ja. Wir müssen darauf achten, ob sie sich anders benimmt. Und ich spreche sie mal vorsichtig drauf an." Er nickte nur und lächelte dankend. Dann stand Winston neben ihm. Ich schaute mich um und sah Ilvy ganz allein etwas weiter hinten stehen. Sie kam auf mich zu als sie mich sah. "Was war das denn bitte mit Winston?" "Er wollte mich unter Druck setzen aber ich lasse mir von dem Nichts sagen.", sagte sie selbstsicher. Das war meine Schwester. Sie machte mich unglaublich stolz.
Als wir ausgestiegen waren, mussten wir noch ein Stück laufen. Das ganze dauerte gute Zehn Minuten, bis wir alle schnaufend in der Lobby des Hostels standen. Mit Diskussionen und Auseinandersetzungen verteilte Herr Janson schließlich die Zimmerkarten. Alle stürmten los und quetschten sich in den Fahrstuhl. Wir mussten aber nur ein Stockwerk nach oben also gingen Brenda, Thomas, Ilvy, Teresa, Alby und ich zu Fuß. Die Koffer zogen wir hinter uns her. Thomas und Alby hatten eins der ersten Zimmer im Gang. Minho und Chuck waren schon da und probierten aus, wie man mit den Schlüsselkarten die Tür auf bekam. Teresa, Brenda, Ilvy und ich mussten bis zum Ende des langen Gangs gehen, um unser Zimmer zu finden.
Es war recht schlicht gehalten, hatte aber zwei Badezimmer. Eins mit Waschbecken und Toilette und eins mit Dusche und Waschbecken. Es gab allerdings nur ein Hochbett und ein Ehebett. Teresa und Brenda rannten los und schnappten sich das Hochbett. Ich musste mir also das Ehebett mit Ilvy teilen. Halb so wild. Wir bezogen die Betten und setzten uns dann darauf, um unseren Familien zu schreiben. Ilvy entschuldigte sich aber, schnappte ihre Karte und ging. Wir schauten uns komisch an, dachten uns dann aber nichts weiter dabei. Vielleicht wollte sie sich einfach nur mit Gally treffen, bevor sie den Rest der Tage mit mir verbringen musste.
Ich wollte mit Newt schreiben aber er antwortete nicht. Wahrscheinlich genoss er die Ruhe ohne seine druchgeknallte Freundin.
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Ein ganz normales Leben?
De TodoWas wäre, wenn die Maze Runner ganz normale Schüler wären, die ein noch normaleres Leben führen würden und es den Brand, ANGST und das Labyrinth nie gegeben hätte? Mila und Ilvy kommen neu zu ihnen in die Klasse und haben zuerst ein Problem, sich i...
