Ilvy
Nach der schule kam Mila dann sogar freiwillig mit nach Hause. Ihr Zusammenbruch auf dem Schulklo war ihr furchtbar peinlich und deswegen wollte sie mit niemandem außer mir reden. Sie glaubte zwar jetzt auch, dass der Brief nicht von Newt war, aber ein bisschen Abstand konnte sie ganz gut vertragen. Nach der letzten Stunde zogen wir unsere Jacken also nicht mal an, sondern beeilten uns, schnell wegzukommen. Es schien, als hätte sie nicht mal mehr ein Wort mit Newt gewechselt. Im Rausgehen bekam ich mit, wie sich eine aufgebrezelte Tussi an seinen Arm hängte und fragte, ob alles okay sei, was er bejahte. Allerdings hängte sie sich dann noch mehr an ihn und beteuerte, wie stark er doch sei und dass er über so etwas drüber stehen sollte. Ich war froh, dass Mila das nicht mitbekommen hatte. Es hätte sonst Tote gegeben. Wir eilten voraus, doch sehr weit kam ich nicht. Gally hielt plötzlich meinen Arm fest. Ich zupfte Mila am Ärmel und sie blieb stehen. Sie stellte sich direkt neben mich, obwohl sie wusste, was wir im Begriff zu tun waren. Auch als wir uns küssten wich sie nicht von meiner Seite, sondern griff meine Hand, mit der ich ihre dann kurz drückte. Gedankenverloren fuhr Gally einmal kurz mit den Fingern meinen linken Unterarm rauf und runter. Schnell zuckte ich zurück und er löste sich verwirrt von mir. "Was ist?" Ich schüttelte den Kopf und dachte mir eine Ausrede aus. "Nichts. Wir müssen jetzt nur schnell zum Bus. Machs gut." Ohne ihn weiter zu beachten, drückte ich Milas Hand erneut und wir liefen weiter.
"Du solltest es ihm sagen. Der arme Kerl weiß gar nicht, was los ist.", sagte sie. "Wenn ich ihm die Wahrheit sage, denkt er nur was Falsches von mir. Und vielleicht denkt er, ich mache das immer noch." "Erklärs ihm und er wirds verstehen." "Ich weiß nicht, wir werden sehen." Ich wollte ihn nicht belügen oder ihm etwas vormachen. Aber wenn es irgend ging, wollte ich es vermeiden ihm die dünnen weißen Linien auf meinem Unterarm zu zeigen. Es verlieh immer sofort einen falschen Eindruck und man wurde anders behandelt. Und ich wollte, dass er mich wegen mir mochte und sich nicht dazu gezwungen fühlte. Ich hatte eine nicht so tolle Zeit durchgemacht und war auch nicht stolz darauf. Aber jetzt war ich wieder die Alte.
Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass wir bereits im Bus saßen. Da Mila weiterhin nichts mehr sagte, zückte ich mein Handy und schaute nach meinen Nachrichten. Ich hatte zwei bekommen. Eine von Gally und eine von unserem Bruder. "Teddy wünscht uns viel Spaß im Urlaub. Er hätte sich besser mit Mama absprechen sollen. Also zeitlich gesehen.", lachte ich. Eigentlich hieß er Tobias aber alle Welt nannte ihn Teddy. Warum, wusste ich auch nicht. "Er geht grad ins Bett und vielleicht hat er Angst, es zu vergessen.", sagte sie. Ich nickte nur. Ich war gespannt auf Gallys Nachricht. Was war das denn gerade bitte? Du weißt, dass du mir alles sagen kannst?
Ich schrieb ein kurzes ja zurück, weil wir aussteigen mussten.
Zu hause erwartete uns unsere Mutter. "Ah Mila, ich freue mich." Diese hob nur kurz die Hand. Der Vorfall von vorhin hatte ihr zugesetzt. "Also ihr Süßen, ich denke ihr wisst es schon aber wir fahren in den Urlaub. Naaaaaaccchh Puerto Rico!", rief sie und hüpfte auf und ab. Ich konnte nicht anders als mitzuhüfpen. Nach Spanien? An den Strand? Wie super war das denn bitte? Unsere Klassenkameraden würden hier weiter zu Eisblöcken mutieren, während wir bei 30° die Sonne genossen. Also das fand ich nur fair. Mila schlug mir auf den Arm. "Lass das", mahnte sie. "Was wird jetzt aus deiner Bedingung?", fragte ich sie und rieb mir den Arm. "Werden wir sehen." "Bedingung?", fragte Mama. "Also ursprünglich wollte sie, dass Newt sie begleitet bis zum Flughafen und so. Aber im Moment wissen wir selbst nicht, was wir wollen." Ganz bewusst sagte ich wir damit sie sich nicht alleine gelassen fühlte. Mama nickte. "Gerne. Wir fahren Freitag nach der schule sofort mit dem Zug los und landen um 22Uhr. Der Flug geht um 5 aber wir fliegen noch über einen anderen Flughafen.", verkündete sie überglücklich. Wir nickten und gingen beide auf Milas Zimmer um schon mal Checklisten zu schreiben, damit wir wussten, was wir nicht mehr zur Schule anziehen sollten, weil wir es mitnehmen wollten.
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Ein ganz normales Leben?
AcakWas wäre, wenn die Maze Runner ganz normale Schüler wären, die ein noch normaleres Leben führen würden und es den Brand, ANGST und das Labyrinth nie gegeben hätte? Mila und Ilvy kommen neu zu ihnen in die Klasse und haben zuerst ein Problem, sich i...
