Ilvy
"Mila? Oh Gott!", schrie ich und rannte zu meiner Schwester. Ich ließ mich fallen und rutschte den Rest auf den Knien. Sie hatte die Augen geschlossen und atmete heftig. Ihr Gesicht war rot und unter ihrer Nase war ein wenig Blut. Aber sie blutete zum Glück nicht doll. "NEWT, THOMAS!", rief ich. Schon standen die beiden hinter mir. "Könnt ihr sie auf die Bank da drüben tragen? Einer von euch sollte ihren Kopf auf seinen Schoß legen und ein kaltes Tuch auf ihre Stirn." Gut, dass ich erst vor kurzem einen Erste Hilfe Kurs gemacht hatte. Thomas brauchte Newt nicht anzusehen, um zu wissen, dass er das Tuch holen sollte. Im Eiltempo lief er los. Währenddessen winkelte Newt Milas Beine an und schob einen Arm unter ihnen hindurch. Ich hob ihren Oberkörper an und er legte seinen Arm um ihren Rücken und dann hob er sie hoch. Der dünne Newt, der zwischen den Sportlern immer auffiel, weil er so unmuskulös wirkte, hob sie ohne zu zögern hoch. Nicht, dass meine Schwester fett war, aber immerhin kniete er auf dem Boden und musste mit dem zusätzlichen Gewicht aufstehen.
Aber das stellte kein Problem für ihn da. Als ich mir sicher war, dass er nicht hinfiel, ging ich zu Minho, der geschockt mit Ben am Rand stand. "Kannst du mal mitkommen?", fragte ich ihn. Er nickte. Natürlich wusste er, was ich vorhatte. Ben trat einen Schritt vor und sah mich fragend an. Ich lächelte ihn an. Ich ging los und sie gingen rechts und links hinter mir. So fühlte ich mich eindeutig sicherer. Denn scheinbar konnte man Gally doch nicht trauen. Gemeinsam gingen wir also auf ihn zu, während er mit seinen Freunden lachte und sich abklatschte. Aber glücklich sah er nicht aus. Gerade als er sich mit Winston unterhielt, sah einer seiner Freunde, dass wir auf ihn zukamen und schlug ihm unsanft den Ellenbogen in die Seite, um ihn auf uns aufmerksam zu machen. Er drehte sich um und sah mich herausfordernd an. Einen winzigen Schritt vor ihm blieb ich stehen. Ben und Minho stellten sich rechts und links hinter mir auf. Ich konnte sie aus den Augenwinkeln sehen. Zur selben Zeit verschrenkten sie die Arme. Hätten sie so vor mir gestanden, hätte ich wirklich weiche Knie bekommen. Aber sie standen auf meiner Seite. Ihre breiten Arme wirkten somit noch viel breiter und beängstigender.
Ich erwiderte sein dreistes lächeln und dann tat ich etwas, das ihn total überraschte. Ich verpasste ihm eine Backpfeife, die sich gewaschen hatte. Meine Hand kribbelte und es fühlte sich gut an. Sein Kopf flog herum und ich grinste noch breiter. Er schüttelte seinen Kopf und blickte mich dann wieder an. "Du bist so ein mieses Arschloch.", sagte ich kalt und trat einen Schritt zurück. Die jungen neben mir taten es mir gleich. Wir mussten wirklich wie in einem Film aussehen. Als Gally den Schritt, den ich zurück gemacht hatte, nach vorne machte und die Distanz somit wieder verkleinerte, trat Minho vor und legte ihm die flache Hand unsanft auf die Brust. "Pass lieber auf, was du tust, bevor ich dir den Kopf abreiße, du Penner.", zischte Minho. "Das gleiche gilt für mich, Babyfresse", sagte Ben, der jetzt direkt neben mir stand und seine Hand auf meine Schulter legte. Gally schlug Minhos hand weg und holte seitlich aus. Ich duckte mich und er traf Minho volles Programm am Kopf. Das hatte er jetzt nicht wirklich getan! Mir erst verklickern, dass man ihm vertrauen konnte und, dass er das alles nur spielte und mich dann schlagen wollen.
Ich sah zu Minho. Er war knallrot angelaufen und ballte die Hände zu Fäusten. Ich streckte meinen Arm zur Seite aus und hielt Minho somit zurück. Ben ging auf Minhos andere Seite, sodass wir nun ihn flankierten, obwohl ich ja eigentlich vor dem Problem stand. "Ilvy!", hörte ich Newt rufen und hob die Hand, damit er sehen konnte, dass ich ihn gehört hatte. Ich traute mich nicht, Gally den Rücken zuzudrehen. Er drehte sich kurz zu Winston und sagte ihm irgendwas mit Mila und Schlampe. Das war zu viel. Ich holte aus und schlug ihm mit der Faust mitten ins Gesicht. Seine Nase knackte bedenklich und schon war sein Gesicht voll Blut. Triumphierend drehte ich mich um und schritt mit meinen selbst ernannten Bodyguards Richtung Newt. Er saß auf der Bank und hatte Milas Kopf auf seinem Schoß. In einer Hand hatte er ein feuchtes Tuch und wischte ihr damit über die Stirn. In seiner anderen Hand hielt er ihre. Wenn es nicht alles so grausam gewesen wäre, würde ich mich für sie freuen. "Hey du. Klasse Schlag. Musst du mir mal beibringen.", sagte Ben und klopfte mir lobend auf die Schulter. Ich lachte. "Gute Arbeit.", bemerkte Minho. Er hob mich hoch und wirbelte mich im Kreis herum. "Du bist meine Heldin!", grölte er. "Und du bist der größte idiot, den ich kenne.", lachte ich. Er ließ mich runter und küsste mich auf die Wange. "Joaaa nicht schlecht.", bemerkte er. Ich lachte, fuhr mit meinen Fingern durch seine Haare und schüttelte seinen Kopf ihn hin und her. Er zog die Nase kraus und ging dann wieder. Minho war schon jetzt ein sehr guter Freund.
Ich setzte mich zu meiner Schwester. "Hey Kleines." "Haaaayy...", hauchte sie. "Hier.", sagte jemand hinter mir. Gally. Er reichte ihr eine Aspirin Tablette. Sie nahm sie dankend an und Thomas reichte ihr eine Flasche Wasser. Sie nahm sie und schluckte die Tablette. Ich drehte mich langsam um und schaute dann verachtend nach oben. Ich wollte wirklich nicht lachen aber ich konnte nicht anders. Seine Nase war rot und geschwollen. Er ignorierte es einfach. "Kann ich später bei euch zu Hause vorbei kommen? Ich würde das gerne erklären", sagte er.
Das reichte mir nun wirklich. "Ganz ehrlich? Verpiss dich doch einfach! Wir wissen alle, was wir gesehen haben! Das war Absicht! Du hast ihr eiskalt volles Programm ins Gesicht geworfen! Sieh zu, dass du hier wegkommst, bevor ich mich vergesse!" Bevor ich einen Schritt auf ihn zu machen konnte, schob Minho sich zwischen uns. Er wusste ja gar nicht, was er da gerade verhindert hatte.
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Ein ganz normales Leben?
De TodoWas wäre, wenn die Maze Runner ganz normale Schüler wären, die ein noch normaleres Leben führen würden und es den Brand, ANGST und das Labyrinth nie gegeben hätte? Mila und Ilvy kommen neu zu ihnen in die Klasse und haben zuerst ein Problem, sich i...
