36. Kapitel

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,,May.", stöhnte er und stüzte seinen Kopf auf den Händen. Ich sah ihn flehend an und nahm seine Hand. "Bitte" kam fast tonlos aus meinem Mund. Er blickte auf und schüttelte bloß den Kopf. Ich wusste, dass es falsch war es überhaupt zu versuchen ihn umzustimmen.,, Warte, dass war eine blöde Idee hierher zukommen. Tut mir leid." Ich stand auf und ging auf die Tür zu. Ich hatte sie gerade geöffnet, da wurde sie schon wieder zugedrückt. Ich lehnte mich an die Tür und sah ihn auffordernd an.
,, May.", flüsterte er und stüzte seine Hand neben meinen Kopf. Ich zog eine Augenbraue hoch und verschränkte die Arme.,, Ist das alles was du sagen kannst? Denn im Moment regt mich mein Name sehr auf.", erwiderte ich auf sein ständiges wiederholen von meinem Namen. Ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht.,, Du brauchst gar nicht so zulächeln, denn das was du zu Kiki gesagt hast war nicht nett.", meinte ich und verstärkte meine Meinung mit einem wütenden Ausatmen. Er ließ seinen Arm fallen und starte mich verstehend an.,, Ich weiß. Es war dumm von mir, aber mein Verstand ist durch geflogen." Er ließ sich auf den Boden fallen und lehnte sich an das Bett.
,, In letzter Zeit kommt mir immer mehr das Gefühl das wir es nicht schaffen, nicht nochmal. Ich hab kein Vertrauen mehr in mich und in uns auch nicht. Die Barakudas sind unfair, aber verdammt gut. Diesmal ist es was ganz anderes als beim ersten Mal. Wir könnten verlieren. Wir könnten alles verlieren. Was hätten wir den noch?", fragte er verzweifelt und legte seine Arme um die angewinkelten Beine. Ich sah in von der Seite komisch an und setzte mich im Schneidersitz vor ihn.
,, Uns." flüsterte ich kaum hörbar und sah ihn verständnisvoll an. Er blickte mir Mal wieder in die Augen und schluckte. Ich konnte die nächsten Worte aus seinem Mund nicht glauben.,, Und was ist wenn das nicht genug ist?" Ich stand auf und blickte verständnislos auf den Jungen nieder. Ich erkannte Robin kein bisschen mehr.
Er war der, der mir damals in der Hölle der Löwen Mut gemacht hat.
Er war der, der mir vor dem Rennen Mut gemacht hat.
Er war immer der, der mir Mut und Vertrauen gemacht hat.
Und nun hatte er kein bisschen mehr Vertrauen in sich. Ich wurde etwas sauer, versuchte es aber gewollt runter zu schlucken.,, Wenn du mir vertraust, dann komm morgen um 12 Uhr zu Kikis Werkstatt oder soll ich lieber sagen Schrotplatz.", provozierte ich ihn und verschwand somit aus seinem Zimmer.

Auf dem Rückweg nach Hause zog ich mir meine Kapuze tief ins Gesicht vor Kälte. Robin wohnte im Viertel der reichen Leute, also musste ich durch die Innenstadt zurück zu mir nach Hause laufen. Auf dem Weg kam ich an unzähligen Läden vorbei, blieb aber ruckartig vor einem stehen. An einem Restaurant. Ich blickte überlegend hinein und konnte meinen Augen nicht trauen. Das war doch John, der Freund von meiner Mutter.
Er saß da seelenruhig auf einem Stuhl und trank sein Bier. Vor ihm saß eine hübsche, zierliche Blondine, die nicht meine Mutter war. Sie hatte ein rotes, kurzes Kleid an, dass perfekt an ihre Kurven angepasst war und das man offensichtlich nicht an einem Familientreffen anzog. Ich sah verwirrt rein und konnte es immernoch nicht wirklich glauben. Die nächste Sekunde schockierte mich noch mehr, als er sich über den Tisch lehnte und sie leidenschaftlich küsste. Da würde mir es schlagartig klar. Dieser Kerl betrog meine Mutter.
,, Dieser kleine Basta-."

Ich schloss leise die Tür und lugte in das Wohnzimmer zu meiner Mutter. Sie lag seelenruhig da und schlief auf dem Sofa, währendessen der Fernseher lief. Ich machte ihn aus und deckte sie mit einer warmen Decke zu. Ich gab ihr einen liebevollen Kuss auf die Stirn und strich ihr ein paar Strähnen aus dem Gesicht.
,, Du hast das nicht verdient.", flüsterte ich leise und ging auf leisen Sohlen in mein Zimmer nach oben. Ich zog mir meinen wohligen und bequemen Schlafanzug an und schlüpfte in meine flauschige Hausschuhe. Ich nahm noch meine Bettdecke und mein Kopfkissen und machte mich wieder auf den Weg nach unten. Ich legte mich langsam neben meine Mutter und wurde gleich in ihre warmen Arme gezogen. Mich umhüllte gleich ihr wohlbekannter Duft und ich fühlte mich sofort wohl. Meine Augenlider wurden auch von jeder Sekunde immer mehr schwerer, bis sie von ganz alleine zu fielen.

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LG Marisa 🌹🦋

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