Jordan
Mit einem Lächeln befüllte ich eine Vase aus Keramik mit Wasser, um den Rosen ein neues Zuhause zu geben, zumindest für die nächsten Tagen, bis sie verwelkt waren. Die Zimmerpflanzen, die in der Wohnung standen, waren ganz alleine Zoes Aufgabe. Bei mir würden die Pflanzen wahrscheinlich nach zwei Tagen ums Leben kommen, da ich sie vergessen würde. Erneut bedankte ich mich bei Logan, was er abwinkte.
„Ich hoffe, dass ich beim Einkaufen nichts vergessen habe", sagte ich, als ich den Kühlschrank öffnete, um die Zutaten herauszuholen. Am Morgen hatten wir besprochen, dass wir zusammen Enchiladas kochen wollten. Als Zoe das gehört hatte, war sie Feuer und Flamme gewesen und wollte den Mann mit dem guten Geschmack kennenlernen. Dass wir über einen ihrer Mitarbeiter gesprochen hatten, war uns beiden nicht bewusst gewesen. „Wenn etwas fehlt, improvisieren wir", sagte Logan mit einem zuversichtlichen Lächeln auf den Lippen.
Kontrollierend schweifte mein Blick zwischen mein Handy, wo die Zutaten aufgelistet waren, und den Lebensmitteln auf der Ablage. Erleichtert atmete ich aus, als ich feststellte, dass ich tatsächlich nichts vergessen hatte. Da Logan das Gericht noch nie gekocht hatte, las ich ihm den ersten Arbeitsschritt vor. Während er die Paprika in Würfel schnippelte, schüttete ich uns jeweils ein Glas von dem Rotwein, welchen er ebenfalls mitgebracht hatte, ein. Ermutigend lächelte Zoe mich an, als ich ihr ein Glas auf den Küchentisch stellte. Obwohl ihre Anwesenheit nicht eingeplant war, war ich froh, dass sie dabei war. Sie nahm mir meine Nervosität, ohne etwas dafür zutun, außer auf einem Stuhl zu sitzen. Zischend zog Logan Luft ein, wodurch ich mich sofort zu ihm umdrehte. Eine Hand hatte er unter den Saum sein hellblaues Oberteil geschoben und umschloss damit den Zeigefinger seiner anderen Hand. Hastig zog ich ihn am Oberarm zum Waschbecken, um seinen blutenden Finger unter das fließende kalte Wasser zu halten.
„Kochen zählte noch nie zu meinen Talenten", murmelte Logan verlegen. Meine Mundwinkel zuckten leicht nach oben, da er das nicht erwähnt hatte, als wir uns zum Kochen verabredet hatten. „Ich hole dir ein Pflaster", sagte ich, wobei ich von ihm abließ.
Als ich mich umdrehte, stand meine Schwester bereits mit einem Pflaster vor mir, welches ich dankend annahm. Mit einem sauberen Handtuch trocknete ich Logans Finger ab, damit die Klebestreifen ohne Problem kleben konnte. Der Schnitt war glücklicherweise weder tief noch groß. Da ich nicht wollte, dass er sich nochmal verletzte oder Flüssigkeiten in die Wunde kamen, trotz Pflaster, bat ich ihn sich zu Zoe zu setzen. Ich wollte ihm kein schlechtes Gefühl geben, aber ich wusste, dass ich das leider tat. Während ich mich weiter um das Essen kümmerte, redeten die beiden über die Arbeit und tranken Wein.
„Es riecht köstlich", merkte Logan an, als er auf einmal neben mir stand. „Dann hoffen wir Mal, dass es auch so schmeckt", antwortete ich mit einem Hauch von Unsicherheit. Vorsichtig schob ich ihn zur Seite, damit ich die Auflaufform in den Backofen schieben konnte. „Jetzt können wir uns hinsetzen und warten", sprach ich meine Gedanken ausversehen laut aus.
Mit einem leisen Seufzen setzte ich mich an den Tisch, wo ich einen großen Schluck von meinem Weinglas nahm. Zoe, die neben mir saß, stupste mich unauffällig mit ihrem Ellenbogen an, damit ich etwas sagte. Zwar öffnete sich meinen Mund, aber kein Wort verließ mich. Schon lange war ich nicht mehr so nervös gewesen, weil ich ein Date hatte. In der Bar war es schließlich auch besser gelaufen, erinnerte ich mich. Der Unterschied war nur, dass wir uns in diesem Moment in meiner Wohnung aufhielten und nicht an einem öffentlichen Ort. Logan befand sich an dem für mich privatesten Ort, der möglich war.
„Logan, warum hast du an der Auktion teilgenommen?", durchbrach Zoe schließlich die Stille, die sich über uns gelegt hatte. Interessiert schaute ich ihn an. „Ich würde Mal behaupten aus dem gleichen Grund wie fast jeder anderer, der dort war. Das Leben alleine wird irgendwann eintönig und man sucht nach einem Partner, bestenfalls fürs Leben", liebevoll lächelte er mich an. Leise lachte meine Schwester, denn wir beide wussten, dass ich nicht aus diesem Grund dort gewesen war. „Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, als Jordan ein Date mit mir ersteigert hatte", fügte er noch hinzu.
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Zeit ist Geld
Novela JuvenilZwei Männer. Eine Auktion. Jeder ein anderes Ziel. Im Auktionshaus Caparelli werden keine wertvollen Gegenstände ersteigert, sondern Dates. Während die Auktion für den einen die Zukunft bestimmt, würde der andere lieber mit einem Glas Rotwein zu H...
