Marek
An einen absolut heißen Typen gekuschelt aufzuwachen, war einfach toll. Irgendwo in der Wohnung lief Musik, aber das ignorierte ich, da ich den Moment genießen wollte. Ich hoffte, dass Jordan mich nicht rausschmiss, sobald er aufwachte. Seit Wochen hatte ich mich geweigert mich ihm zu nähern, weil ich mir unsicher war und er am trauern war. Trotzdem hatte ich mich dann irgendwie getraut ihm einen unschuldigen Kuss auf den Kiefer zu geben. Niemals in meinem Leben hatte ich gedacht, dass das in einen richtigen Kuss ausarten würde. Naja, mehreren. Ich vermutete, dass er das auf den Alkohol schieben würde, aber das war müsste ich dann akzeptieren. Erstmal war ich weitergekommen als ich jemals gedacht hatte und konnte nur versuchen, dass es mehr wurde. Leise brummte Jordan hinter mir, was mich zusammenzucken ließ, da ich nicht darauf vorbereitet war.
„Guten Morgen", raunte er. Das konnte ich wohl schonmal als ein gutes Zeichen werten, denn er schmiss mich nicht raus. „Gut geschlafen?", fragte ich nach. Er brummte nur etwas, was ich nicht verstand. „Hast du einen Kater?", wollte ich wissen. „Mhm", kam es nur zurück. Mitleidig verzog ich mein Gesicht, obwohl er es nicht sehen konnte. „Ich besorge dir etwas, damit es dir besser geht", sagte ich. „Nein, lass mich ein wenig leiden", murmelte er.
Es schien, als ob er sich selber bestrafen wollte. Irgendwann hatte er sich den Wein nur noch rein gekippt, was fast kein Ende gefunden hatte. Nach der dritten Flasche hatte ich ihn nämlich abgehalten eine weitere zu öffnen. Auf dem Weg in sein Zimmer war es ein Wunder gewesen, dass er nicht hingefallen war. Auf einmal drehte Jordan sich von mir weg, stolperte aus dem Bett und kurz darauf hörte ich sein Würgen. Als ich zu ihm herüber schaute, kniete er auf dem Boden, wo er auch seine Hände abstützte und übergab sich in seinen Mülleimer. Sein ganzer Körper war aufgrund der plötzlichen Anstrengung am zittern. Ein Schluchzen mischte sich unter das Würgen, wodurch ich aufstand und mich hinter ihm niederließ. Sanft legte ich ihm eine Hand auf die Schulter.
„Ich will Logan zurückhaben", jammerte Jordan, wobei er mit der Faust auf den Boden schlug. Es zerbrach mir mein Herz ihn so zu hören und zu sehen. „Nicht nur du", stimmte ich ihm zu. Das war eindeutig nicht die beste Art und Weise, um ihn aufzumuntern. „Noch nichtmal verabschieden konnte ich mich von ihm", machte er weiter.
Auf einmal öffnete sich die Zimmertür und Zoe trat ein. Wahrscheinlich war sie meine Rettung. Jordan stellte den Mülleimer zur Seite und schaute zu seiner Schwester hoch, wodurch ich meine Hand von seiner Schulter nahm. Ihm ging es schlecht und ich wusste nicht, wie ich ihm wirklich helfen konnte. Jeder verarbeitete anders und bei ihm hatte ich noch nicht herausgefunden, wie das am besten funktionierte. Bis zur Erschöpfung arbeiten und danach mit Wein abzuschießen, erschien mir keine gute Lösung zu sein. Zoe hatte von hinten ihre Arme um seinen Hals geschlungen und flüsterte ihm beruhigende Worte zu. Sein Schluchzen flachte nach mehreren Minuten ab.
„Du musst aufstehen und duschen, Jordan. Ich habe Crêpes gemacht und da kannst du ganz viel Nutella drauf machen", sagte Zoe. Ungläubig schaute er sie an. „Kann ich nicht nur Crêpes haben?", hakte Jordan nach. „Nein, du riechst nach Alkohol und Erbrochenem", wies sie ihn hin. Hilfesuchend schaute er mich an. „Wir könnten zusammen duschen gehen", schlug ich ihm vor.
Bei seinem Zustand zweifelte ich daran, dass er überhaupt schaffte alleine zu duschen. Ich wartete gar nicht auf seine Antwort, als ich mich vor ihn bückte. Sanft nahm ich sein Gesicht in meine Hände und lächelte ihn ermutigend an. Kraftlos nickte er und ließ sich von mir beim aufstehen helfen. Zoe schenkte mir ein dankbares Lächeln, bevor sie das Zimmer verließ. Ich vermutete, dass Jordan nur eingewilligt hatte, weil er unbedingt die Crêpes haben wollte. Er mochte süßen Kram, welches er nur bekam, wenn er duschte. Im Badezimmer setzte er sich auf den geschlossenen Toilettendeckel und ließ seinen Kopf seufzend nach vorne fallen. Seine Motivation lag weit unter dem Nullpunkt. Ich drängte mich zwischen seine Beine und zwang ihn mich anzusehen.
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Zeit ist Geld
Teen FictionZwei Männer. Eine Auktion. Jeder ein anderes Ziel. Im Auktionshaus Caparelli werden keine wertvollen Gegenstände ersteigert, sondern Dates. Während die Auktion für den einen die Zukunft bestimmt, würde der andere lieber mit einem Glas Rotwein zu H...
