#24 Kein Fiebertraum

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Logan

Meine Nerven waren vollkommen am Ende. Die Sorgen um Jordan noch schlimmer, als er es sich wünschen würde. Um mich von beidem abzulenken, schaute ich auf den durchlaufenden Tropf, der in Jordans Arm endete. Er war in der Nacht ohnmächtig geworden und ich hatte sofort reagiert. In dem Moment, war mir völlig egal, dass er nicht ins Krankenhaus wollte. Auf einmal betrat Jamie das Krankenzimmer und bat mich auf den Flur. Bisher hatte mir noch niemand mitgeteilt, was Jordan hatte, da ich keine Vollmacht oder ähnliches besaß. Bei meinem Bruder war ich mir sicher, dass ihn das nicht interessierte.

„Wenn das so weitergeht, verreckt er, bevor ihr heiratet", sagte Jamie vollkommen emotionslos. Genervt schloss ich meine Augen und atmete einmal durch, um ihn keine reinzuhauen. „Was hat er?", wollte ich wissen. „Eine Lungenentzündung. Da sein Körper bereits gegen die Entzündung in der Schulter kämpft, ist das Fieber auch nicht gesunken. Das hatte ich nicht beachtet, als ich die Medikamente aufgeschrieben hatte. Bewusstlos geworden ist er, weil er viel Flüssigkeit ausgeschwitzt hatte und somit wenig im Körper hatte", klärte mein Bruder mich auf.

Fassungslos schaute ich ihn an, da ich nicht glauben konnte, dass er die Entzündung nicht beachtet hatte. Es kostete mich viel Selbstbeherrschung, dass ich ihn nicht gegen die Wand wirbelte. Am liebsten hätte ich ihn irgendwelche Gefühle eingeprügelt, damit er mir nachempfinden konnte. Desinteressiert fuhr er sich mit der Hand durch die goldbraunen Haaren. Er wollte sich bereits abwenden, als ich nach seiner Schulter griff. Ein wenig Wut konnte ich nicht unterdrücken, denn meine Finger krallten sich in seinen weißen Kittel. Das Teil war viel zu rein und jungfräulich für ihn. Wütend funkelte ich ihn an. Erneut atmete ich tief durch, denn ich würde kein einziges Gefühl bei ihm auslösen.

„Wann kann Jordan entlassen werden?", fragte ich schließlich nach. Meine Stimme war ruhig, aber man hörte ein gewissen Hauch von Wut heraus. „Sobald er stabil ist. Sein Fieber sinkt bereits, wie ich der Akte entnehmen kann", antwortete er. Es war klar, dass ich nichts machen konnte. „Danke", hauchte ich, bevor ich mich abwendete und das Krankenzimmer betrat.

***

Sanft streichelte ich über Jordan stopplige Wange. Sein Schlaf war glücklicherweise feste, seitdem er noch zusätzlich Medikamente vom Tropf erhielt. Ab und zu hustete er, aber selbst das riss ihn nicht daraus. Ich war froh, als Jamie mir gesagt hatte, dass Jordan nur eine leichte Lungenentzündung hatte und die sich in wenigen Wochen erledigte. Mit einem leisen Seufzen lehnte ich mich auf dem Stuhl nach hinten und nippte an meinem Kaffee, welchen ich mir eine Viertelstunde zuvor gekauft hatte. Ich stellte fest, dass die Brühe Mal besser geschmeckt hatte, aber für das wenige Geld wollte ich mich nicht beschweren. Leise öffnete sich die Zimmertür und kurz darauf betrat Zoe das Krankenzimmer. Vorsichtig setzte sie sich auf die Kannte von dem Bett.

„Wie geht es ihm?", fragte sie nach. So genau konnte ich das selber gar nicht sagen. „Ich denke, dass es ihm besser als vorher geht. Er war nur einmal wach, um etwas zu essen, aber hat kein Wort geredet", berichtete ich meinen Eindruck. Mit ihrem Zeigefinger fuhr sie über den Handrücken ihres Bruders, welcher leise murrte. „Danke, dass du so schnell reagiert hast. Er hat jemanden wie dich verdient", murmelte Zoe.

Zwar nickte und lächelte ich, aber ich konnte dem nicht zu stimmen. Jordan hatte jemand besseres verdient, nur das konnte und sollte sie nicht wissen. Es war schon falsch, dass ich überhaupt an seinem Krankenbett saß. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen, denn das war das Letzte, was ich sollte. Konzentriert schaute ich auf Jordan, bei dem ich mir sicher war, dass er wach war, aber sich schlafend stellte. Mir wurde schlecht bei dem Gedanken, dass ich ihn hätte verlieren können, wenn ich nicht reagiert hätte. Jamies vorherige Andeutung hatte für diesen Gedanken gereicht. Meine Augen brannten bereits, aber ich versuchte die Tränen zurückzuhalten. Angespannt nippte ich an meinem Kaffee, der mittlerweile fast kalt war, aber das war mir gleichgültig.

Zeit ist GeldGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt