#33 Frühlingsfest

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Jordan

Es war kein Wunder, dass mir schlecht war und das lag nicht nur am Alkohol vom Vorabend und dem ganzen Süßkram. Das Frühlingsfest erinnerte mich viel zu sehr an den Jahrmarkt und somit an Logan. Mir war noch immer ein wenig schleierhaft, warum Marek diesen Ausflug überhaupt mit mir machte. Meine einzig logische Vermutung war, dass es an unseren Küssen am Vorabend lag. Ich versuchte mich zusammenzureißen, denn ich hatte schon genug geweint. Mir war mein Zusammenbruch noch immer peinlich, da ich diesen nicht nur vor Zoe hatte. Frustriert über mein eigenes jämmerliches Verhalten fuhr ich mir durch meine Haare, die wild durcheinander auf meinem Kopf lagen. Marek wischte sich unsicher die Hände an seiner Hose ab, bevor er aus dem Auto ausstieg und es umrundete, um mir die Tür aufzuhalten.

„Das wird dir bestimmt spaß machen", vermutete Marek. Träge nickte ich, als ich ausstieg. „Bestimmt", murmelte ich.

Damit er kein schlechtes Gefühl bekam, griff ich nach seiner Hand und verschränkte unsere Finger ineinander. Langsam schlenderten wir über die Fläche, bis wir bei einem Stand, der Milchshakes verkaufte, anhielten. Vorsichtig schmiegte er sich an meine Seite, da noch mehre Leute vor uns waren. Sanft gab ich ihm einen Kuss auf den Schopf, was ich bestimmt früher oder später bereue. Ich wusste nicht mehr wirklich, was richtig oder falsch war. Einerseits wollte ich mein Leben weiterleben, andererseits hielt mich mein Gewissen ab. Mein Herz gehörte noch immer Logan, egal ob lebendig oder tot.

„Was möchtest du haben?", fragte ich, als wir endlich drankamen. Nachdenklich schaute er auf die Liste, wo alle Sorten aufgelistet waren. „Vanille", entschied er, was ich bestellte.

Durch meine Übelkeit war mir die Lust auf etwas Süßes vergangen. Sofort bedankte Marek sich, als er seinen Shake erhielt. Seine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, als er an dem Strohhalm schlürfte. Liebevoll legte ich meinen Arm um seine Hüfte und drängte ihn zu einer Sitzbank, damit wir uns darauf niederlassen konnten. In dem Moment war das zu viel Bewegung für mich. Obwohl ich eine Schmerztablette genommen hatte, tat mir jeder Zentimeter meines Körpers weh. Rauszugehen war ein Fehler gewesen, stellte ich fest. Nein, überhaupt mein Bett zu verlassen. Da ich wollte, dass Marek einen schönen Mittag hatte, sagte ich nichts, da ich mir sicher war, dass es mir irgendwann besser gehen wird. Die letzten Male war es nicht anders gewesen. Anbietend hielt er mir seinen Becher hin, aber ich lehnte dankend ab.

„Warum möchtest du nicht aufs Riesenrad?", fragte Marek auf einmal nach. Leise seufzte ich. „Weil mir schlecht ist und ich keine Lust habe mich danach zu übergeben", antwortete ich, was noch nichtmal gelogen war.

Ich wollte nur noch von diesem Frühlingsmarkt weg, aber Marek schien glücklich zu sein. Sanft legte ich eine Hand auf seinen Oberschenkel, wodurch er direkt lächelte. Nachdem er mit seinem Shake fertig waren, schlenderten wir weiter über die Fläche. Ich hatte wieder einen Arm um seine Hüfte gelegt, was sich irgendwie richtig anfühlte. Von manchen Menschen wurden wir komisch oder sogar angeekelt angeschaut, aber das versuchte ich auszublenden. Marek wurde neben mir unruhiger und ich sah, dass er sich immer wieder umschaute. Für mich lag die Vermutung nah, dass er diese Blicke überhaupt nicht mochte und sie sogar vielleicht schwer zu ertragen waren. Um ihn davon abzulenken, brachte ich ihn zum stehen bleiben und stellte mich vor ihm. Verwirrt schaute er zu mir herauf, aber das ignorierte ich, als ich ihn in eine Umarmung zog. Die Blicke machte es nicht besser, aber er sah sie zumindest nicht.

„Wollen wir zurückfahren?", fragte ich nach. Das brachte mir natürlich auch einen Vorteil. „Wenn es für dich kein Problem ist, sehr gerne", stimmte Marek zu. „Nein, ist es nicht", versicherte ich ihm.

***

Sanft streichelte ich Marek durch seine roten Haare. Er war schon vor einer Stunde zwischen meinen Beinen eingeschlafen. Eigentlich wollten wir nur einen Film schauen und ich hätte ihn danach nach Hause gefahren, aber nun wollte ich ihn auch nicht wecken. Früher oder ich später müsste ich das machen, damit wir zumindest von der Couch ins Bett wechseln konnte. Meine Schulter dankte mir sowieso schon für die Position. Mittlerweile sah ich keinen Weg daran vorbei, dass ich bei Jamie nochmal einen Termin machen musste. Mein Körper mochte mich anscheinend wirklich nicht.

Zeit ist GeldGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt