Jordan
Anstatt meinen Urlaub zu genießen, saß ich in meinem Büro und schaute liegen gebliebende Unterlagen durch. Da ich schon mehrere Stunden am Schreibtisch saß, ließ meine Konzentration nach. Die Zahlen und Buchstaben verschwammen bereits. Trotzdem musste ich feststellen, dass Arbeit die beste Ablenkung war, um nicht an Logan zu denken. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht mehr, was ich über ihn denken sollte. Zwei Nächte hatte ich mir nämlich schon den Kopf über ihn und den Fremden zerbrochen. Er hatte mir auch nichtmehr geschrieben, wodurch ich vermutete, dass es zwischen uns vorbei war. Viel zu schnell hatte es ein Ende genommen, was ich nur ungerne wahrhaben wollte. Frustriert über diese erneute Erkenntnis griff ich nach meinem Handy und wählte Logans Nummer. Das Freizeichen ertönte und ich hoffte, dass er abnahm. Leider war dem nicht so und ich landete auf der Mailbox, auf die ich nicht drauf sprach. Seufzend legte ich das Gerät zurück auf den Tisch und nahm einen Schluck von meinem Kaffee, der längst kalt war. Ich merkte, dass es keinen Sinn hatte weiterhin vorm Schreibtisch zu sitzen, wodurch ich mein Büro verließ.
Auf dem Weg in die Küche, um die Tasse wegzubringen, hörte ich ein Klopfen. Unsicher schaute ich zum Verkaufsraum, da der Shop offiziell geschlossen war. Aus einer der Schubladen entnahm ich ein spitzes scharfes Messer. Wenn das ein Einbrecher war, musste ich mir ganz dringend Gedanken machen, ob ich einen anderen Ladenfläche anmietete. Vorsichtig schaute ich um die Ecke, aber ich konnte durch die Dunkelheit nicht viel erkennen, da die Straßenlaterne ausgefallen war. Welcher Einbrecher klopft, fragte ich mich schließlich. Feste umgriff ich das Messer, als ich auf die Tür zutrat.
„Jordan", die Stimme vermischte sich mit dem Klopfen. Das war Logan. Erleichtert lockerte ich meinen Griff. „Was machst du hier?", fragte ich verwundert, nachdem ich die Tür geöffnet hatte. Skeptisch schaute er auf das Messer, welches ich sofort auf einem Stapel Kleidung ablegte. „Du hast mir nicht geantwortet, ob unsere Verabredung noch steht", sagte er ganz selbstverständlich.
Ohne darüber nachzudenken musste ich lächeln. Obwohl ich der Idiot gewesen war, der nicht geantwortet hatte, hatte er sich die Mühe gemacht, um hier her zu fahren. Ich trat einen Schritt näher an ihn heran, um ihn schließlich zu umarmen. Erst ließ er seine Arme schlaff runter hängen, bis er sie ebenfalls um mich legte. Tief atmete ich die Mischung aus den Düften Vanille und Karamell ein. Er war eiskalt, wodurch ich vermutete, dass er schon länger draußen gestanden hatte. Vielleicht hatte ich sein Klopfen nicht direkt gehört, überlegte ich. Als wir uns voneinander lösten, lächelte Logan mich liebevoll an.
„Die Brille steht dir", sagte er. Erst hob ich irritiert eine Augenbraue an, aber dann fiel mir wieder ein, dass ich meine Lesebrille anhatte. „Danke, aber zum Glück muss ich die nicht dauerhaft tragen", erwiderte ich. „Schon fast schade, denn sie macht dich noch mehr sexy", säuselte er, wobei er sanft über meinen Oberarm streichelte.
Abrupt hielt Logan in der Bewegung inne. Vorsichtig schob er den Kragen meines Pullover zur Seite, um eins der Wärmepflaster teilweise freizulegen. Leicht schüttelte er den Kopf, bevor er von mir abließ und nach seinem Handy griff. Es sah aus, als ob er eine Nachricht schreiben würde. Auf jeden Fall schien er dabei nicht glücklich zu sein. Ohne etwas zu sagen, kontrollierte ich im Shop, ob alles ausgeschaltet war, um schließlich abzuschließen. Den restlichen Papierkram musste ich wann anders machen, aber die Entscheidung hätte ich auch ohne Logans Anwesenheit getroffen. Entspannt lehnte er an der Wand gegenüber vom Eingang. Auf einmal fiel mir wieder der Grund ein, warum er überhaupt hier war.
„Ich bin ehrlich, ich möchte heute nicht mehr ins Kino gehen. Meine Konzentration ist vollkommen am Ende", sagte ich. Verstehend nickte er. „Wenn du mich noch ertragen kannst, könnten wir eine Serie schauen und etwas essen", schlug Logan vor. „Das hört sich fantastisch an", stimmte ich.
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Zeit ist Geld
Teen FictionZwei Männer. Eine Auktion. Jeder ein anderes Ziel. Im Auktionshaus Caparelli werden keine wertvollen Gegenstände ersteigert, sondern Dates. Während die Auktion für den einen die Zukunft bestimmt, würde der andere lieber mit einem Glas Rotwein zu H...
