Zayn kommt erst früh am Morgen zurück ins Zimmer. Harry ist bereits wach und sitzt erneut über seinen Notizen, als die Tür aufgeht und sein bester Freund leise in das Zimmer schleicht. Als er dann allerdings bemerkt, dass Harry schon am Schreibtisch sitzt, gibt er sich keine Mühe mehr leise zu sein und lässt sich mit einem lauten Ächzen auf sein Bett sinken.
"Warst du so lange auf der Party?", möchte Harry wissen und schielt auf seinen Wecker.
7:36 Uhr.
Zayn grinst, tritt seine Schuhe von den Füßen und lehnt seinen Kopf gegen die Wand hinter sich.
"Auf der Party war ich nur eine Stunde", gesteht er und das Grinsen in seinem Gesicht wird breiter.
Harrys Augen weiten sich und er sieht seinen Freund perplex an.
"Wie jetzt?"
"Ich habe jemanden kennengelernt."
Der Lockenkopf runzelt seine Stirn, denn normalerweise hält sein bester Freund nicht viel von One-Night-Stands. Ja verabscheut sie sogar regelrecht.
"Wir kamen ins Gespräch und haben beschlossen, dass es auf der Party zu laut ist. Wir sind dann in dieses kleine 24-Stunden-Bistro gegangen, haben Kaffee bestellt und konnten nicht aufhören zu reden."
Zayn schwebt regelrecht bei der Erinnerung und Harry kann ein Lächeln nicht unterdrücken.
"Wollt ihr euch wiedersehen?"
Unsicher beißt sich der Schwarzhaarige auf seine Unterlippe und nickt zögerlich.
"Ich denke schon. Also... zumindest haben wir Nummern ausgetauscht und er hat gesagt: bis bald."
Klingt nach Wiedersehen.
"Erzähl mir etwas über ihn", bittet Harry und klappt seinen Laptop zu. Das Lernen kann auch ein bisschen warten. Immerhin kommt es nicht oft vor, dass sein bester Freund so geflasht von jemanden ist.
"Er ist 22 und studiert Sportwissenschaften. Auch hier an der Uni, aber im alten Gebäudeteil."
Der Lockenkopf nickt. Dort war er zwar noch nicht, aber er hat gehört, dass es einmal quer über den Campus ist. Ziemlich weit hinten und, wie Niall sagt, am Arsch der Welt.
"Er hat eine WG mit seinem besten Freund, die mitten in der Stadt ist. Seine Schwester wohnt dort eigentlich, aber die hat sich dazu entschlossen, dass sie einfach mal ein Jahr nach Australien abhaut."
Und während Zayn immer weiter von diesem Fremden schwärmt, werden seine Wangen immer verräterischer und Harry ist sich sicher, dass es seinen besten Freund vollekanne erwischt hat.
"Aber warte", fällt ihm dann sieden heiß ein und er setzt sich aufrechter hin.
"Wenn du schon nach einer Stunde abgehauen bist, was ist aus Niall geworden? Müssen wir ihn suchen? Liegt er vor dem Haus?"
Zayns Grinsen wächst erneut.
"Der hat sich den Mitbewohner geschnappt und einen Saufmarathon gestartet. Soweit ich weiß, sind die dann noch weiter in die Stadt und wollten einen Club unsicher machen."
Der Lockenkopf runzelt seine Stirn erneut.
"Hier gibt es doch gar keinen Club."
"Wer weiß, wo die gelandet sind", kommt es lachend von Zayn, ehe er aufsteht und sich seinen Pullover über den Kopf zieht.
"Nimm es mir nicht übel, aber ich muss dringend schlafen."
Harry nickt, schnappt sich seine Geldbörse und steht auf. "Dann gehe ich in Ruhe frühstücken und wenn du nachher noch schläfst, bin ich leise."
Auf dem Campus kommt Harry dann tatsächlich Niall entgegen. Gutgelaunt und freudestrahlend wie immer.
Und überhaupt nicht müde.
"Hi", begrüßt er ihn und fragt sich, ob er überhaupt schon geschlafen hat.
"Na, Löckchen, wo willst du denn so früh hin?"
Harry richtet seine Sonnenbrille und schiebt seine Hände in die Hosentaschen seiner Jeans. "Zayn ist eben erst zurückgekommen und ich möchte ihn in Ruhe schlafen lassen. Ich wollte eine Kleinigkeit frühstücken und vielleicht ein bisschen lesen." Mit einer Kopfbewegung deutet er auf seinen Rucksack, welchen er über eine Schulter baumeln hat.
"Und du?", fragt er und versucht in Nialls Gesicht auch nur irgendein Anzeichen von Müdigkeit zu finden. Vergebens.
"Kommst du, oder gehst du?"
Niall lacht auf und schüttelt seinen Kopf.
"Ich gehe. Anders als Zayn war ich um halb Zwei im Bett. Aber ich habe da gestern Abend einen Typen kennengelernt, der wirklich lustig ist und mit dem bin ich jetzt zum Frühstück verabredet. Wir sind auf einer Wellenlänge. Ziemlich verrückter Vogel. Ach und sein Mitbewohner ist mit Zayn abgehauen." Vielsagend wackelt er mit den Augenbrauen und Harry schüttelt grinsend seinen Kopf, weil diese Geste so bescheuert aussieht.
"Komm doch mit. Du magst den sicherlich auch. Man kann ihn nicht nicht mögen."
Kurz überlegt der Lockenkopf, doch verneint dann. Er möchte lieber seine Ruhe haben und sein Buch zu Ende lesen. Ihm ist nicht so nach Geplauder, erst recht nicht, mit einem vollkommen Fremden.
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Salt&Caramel
FanfictionManchmal braucht es nur eine Minute, um zu wissen, ob man jemanden mag oder nicht. Eine Minute, die sofort verrät, ob die Chemie zwischen zwei Personen stimmt. Eine Minute, die über die Zukunft entscheidet. So wie bei Harry und Louis. Eine Minute, i...
