"Hey, ähm... ich wollte nochmal mit dir reden. Wegen... wegen Silvester. Es tut mir wirklich leid, Harry. Ich weiß auch nicht, was da in mich gefahren ist", beginnt Rick und sieht Harry mit einem traurigen Gesichtsausdruck an. Harry hingegen seufzt laut und klammert sich an seinem Becher fest.
"Das hatten wir doch schon, Rick. Du hast dich entschuldigt und gut ist. Wir müssen jetzt nicht jedes Mal darüber sprechen, wenn wir uns über den Weg laufen."
So langsam nervt es auch.
"Ja, aber-" - "Da bist du ja!"
Zayn legt seinen Arm so schnell um Harry, dass dieser kaum kapiert, was los ist. In einer fließenden Bewegung dreht Zayn ihn um und zieht ihn dann einfach mit sich. Weg von Rick.
"Gern geschehen", sagt er schmunzelnd, als sie bei ihrer Freundesgruppe ankommen. Liam, Lottie und Lewis stehen zusammen und sehen den Lockenkopf an.
"Da mein Bruder ja gerade nicht den edlen Retter spielen konnte, musste Zayn das übernehmen."
Sofort bekommt Harry Panik, doch dann erinnert er sich daran, dass sie ihren Freunden ja alles erzählt haben. Also... nicht alles. Um Himmels willen. Aber zumindest die Sache mit Rick und dass Louis ihn weggezogen und dann, offizielle Version: Sicher bis zu seiner Zimmertür gebracht hat.
"Vielleicht sollte ich ihm einfach mal sagen, dass von meiner Seite aus niemals mehr als eine Freundschaft passieren wird. Vielleicht lässt er mich dann in Ruhe."
"Ja, dann muss dich auch nicht alle naselang jemand vor diesem Synapsenfriedhof retten."
Louis. Da ist er wieder.
"Ich muss nicht gerettet werden", verteidigt der Lockenkopf sich und sieht Louis direkt in die Augen. Dieser hingegen schmunzelt nur und nimmt einen Schluck von seinem Bier.
"Wenn du das sagst."
Unbehaglich leer Harry seinen Becher und sieht dann seine Freunde an.
"Seid mir nicht böse, aber ich haue ab. Ich bin heute nicht in Stimmung und möchte den letzten freien Tag morgen lieber genießen, statt mit einem Kater herumzuliegen."
Zayn möchte protestieren, hält dann aber inne. Wenn er keine Lust auf etwas hat, möchte er auch nicht diskutieren. Eher wünscht er sich, dass seine Meinung respektiert wird. Und deshalb nickt er nur und drückt seinen besten Freund brüderlich.
"Ich schlafe bei Liam, dann hast du morgen früh deine Ruhe. Vielleicht können wir dann zusammen Mittagessen?"
Begeistert nickt der Lockenkopf, verabschiedet sich dann von den anderen und sieht zu, dass er unauffällig die Party verlassen kann.
Es ist 1:30 Uhr, als Harry durch lautstarkes Klopfen an seiner Zimmertür aus den Schlaf gerissen wird. Vollkommen verwirrt und orientierungslos richtet er sich auf, starrt auf seine Tür und braucht einige Sekunden, um zu kapieren, was hier gerade passiert.
Um diese Uhrzeit kann ja eigentlich nur Niall bei ihm klopfen, welcher mal wieder seinen Schlüssel vergessen oder verloren hat und jetzt, mal wieder, den Ersatzschlüssel braucht. Oder Zayn, der doch nicht bei Liam schlafen möchte und keinen Schlüssel dabei hat.
Müde steigt er also aus dem Bett und öffnet die Zimmertür.
Tja, mit Louis hat er tatsächlich nicht gerechnet.
"Endlich, warum hat das denn so lange gedauert?", motzt der Gast und schiebt sich einfach an Harry vorbei in das Zimmer.
Louis lallt leicht und riecht nach Alkohol und Zigaretten. Das Lallen ist nicht stark, dennoch zeigt es, dass Louis betrunken ist.
"Was... was machst du da?", will Harry geschockt wissen, als er sich, nachdem er die Tür wieder geschlossen hat, zu Louis herumdreht. Dieser steht an Harrys Bett und zieht sich gerade seine Hose aus.
"Trampolinspringen... meine Güte, wonach sieht es denn aus?"
"Äh..."
Als die Hose ihren Weg auf den Boden gefunden hat, landet der Pullover Sekunden später daneben. Und dann legt sich Louis einfach in Harrys Bett.
Ja gut.
"Äh..."
"Du wiederholst dich, Styles. Entweder du bleibst da jetzt stehen, oder du kommst her, damit ich endlich schlafen kann."
Macht er ihm hier gerade ernsthaft Vorwürfe, weil er nicht pennen kann? Hallo? Wer wurde denn gerade aus den Schlaf gerissen?
Und doch geht Harry zu seinem Bett und legt sich dann mit etwas Abstand neben Louis. Dass er auch in Zayns Bett schlafen kann, sieht er gar nicht ein. Das hier ist sein Zimmer und sein Bett.
Ein Grummeln erklingt aus Louis Kehle, dann schlingt dieser seinen Arm um Harry und drückt seine Brust gegen den Rücken des Lockenkopfes. Er atmet tief aus, ruckelt sich zurecht und dann ist es mucksmäuschenstill im Raum.
Irgendwie schafft es der Lockenkopf dann doch zu schlafen, allerdings nur wenige Stunden.
Um 5:30 Uhr wird er erneut wach. Ihm ist heiß. Furchtbar heiß und er kann kaum atmen. Als er langsam klarer im Kopf wird, weiß er auch warum. Louis hat sich mit seinem kompletten Gewicht auf ihn gelegt, wodurch Harrys Gesicht ins Kissen gedrückt wird und die Luftzufuhr nicht mehr wirklich gegeben ist. Ja danke.
Er ruckelt einige Male hin und her, aber das scheint Louis nicht wirklich zu interessieren. Der pennt einfach fröhlich weiter und merkt vermutlich nicht, dass er Harry hier fast umbringt. Fast.
"Okay, das reicht."
Harry hat die Faxen dicke. So hat er sich seine letzte Nacht vor Beginn des neuen Semesters nicht vorgestellt. Er wollte einen erholten Schlaf und dann ausgeruht den Sonntag genießen. Jetzt hatte er vier Stunden Schlaf und wurde mehrmals geweckt. Ihm reicht es.
Schwungvoll hebt er seinen Körper nach oben, wodurch Louis von ihm herunterrutscht. Wobei, rutschen ist nicht wirklich das richtige Wort. Es ist schwungvoller als Rutschen, aber weniger als Fliegen. Jedenfalls reicht es aus, damit Harry wieder richtig atmen kann und leider auch, dass Louis dadurch wach wird.
Verwirrt blickt er den Lockenkopf an, sieht sich dann im Zimmer um, ehe er zurück zu Harry sieht.
"Warum weckst du mich?"
Harry schnaubt.
"Du tauchst hier mitten in der Nacht auf, okay. Du ziehst dich einfach aus und legst dich in mein Bett, auch okay. Dann legst du dich mit deinem kompletten Körpergewicht auf mich, erdrückst mich damit und sorgst dafür, dass ich fast ersticke, nicht okay. Absolut nicht okay."
"Wow, wenn man dir deinen Schlaf klaut, bist du echt 'ne Dramaqueen."
"Bitte?"
"Sag' ich ja."
Louis schüttelt seinen Kopf, zieht dann wieder die Decke über sich und kuschelt sich einfach zurück in die Kissen.
"Warum bist du überhaupt hier?"
Harry ist jetzt wach. Er kann nicht einfach wieder schlafen.
"War kürzer."
Ein lautes Gähnen kommt aus Louis' Mund, was Harry wirklich wütend macht. Ja, er ist morgens halt wirklich eine Zumutung für die Menschheit, aber das muss Louis ja nicht wissen.
"Ich bin aber kein Hotel."
"Richtig. Für ein Hotel müsste ich zahlen. Hier kann ich umsonst pennen."
Dem Lockenkopf klappt der Mund auf. Er will etwas sagen, aber es kommt kein Ton über seine Lippen. Super.
"Kommst du jetzt wieder her? Oder brauchst du noch ein paar Minuten im Divenhimmel?"
Ein Schnauben. Mehr bringt Harry nicht zustande.
"Das passiert nie wieder", motzt er, legt sich dann aber trotzdem wieder zu Louis unter die Decke.
"Du solltest dir abgewöhnen, das zu sagen. Hat die letzten Male auch nicht geklappt."
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Salt&Caramel
FanficManchmal braucht es nur eine Minute, um zu wissen, ob man jemanden mag oder nicht. Eine Minute, die sofort verrät, ob die Chemie zwischen zwei Personen stimmt. Eine Minute, die über die Zukunft entscheidet. So wie bei Harry und Louis. Eine Minute, i...
