Es zu wissen und es sich einzugestehen, sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Und Harry ist an dem Punkt angekommen, an welchem er nicht mehr wirklich leugnen kann, dass Louis irgendetwas mit ihm macht. Es ist nicht so, dass er vollkommen verknallt ist und davon träumt, händchenhaltend über eine Blumenwiese zu hüpfen. Himmel nein. Das wäre einfach viel zu schräg. Aber er kann nicht leugnen, dass diese Schmetterlinge in seinem Bauch vielleicht wirklich nicht von den Tacos kommen.
Mist.
Was macht er denn jetzt nur?
Zayn kommt am nächsten Morgen sehr früh zurück. Ihm hat das alles irgendwie keine Ruhe gelassen und wenn es nach ihm gegangen wäre, wäre er gestern direkt nach Hause. Aber Liam hat ihm ins Gewissen geredet und wenn Zayn ehrlich ist, hat Liam recht. Harry wollte Ruhe. Und er kennt seinen besten Freund. Wenn er wirklich etwas hat, dann würde er es ihm sagen.
Aber die ganze Situation gestern war wirklich schräg. Erst hauen Louis und Harry gleichzeitig ab, wollen Getränke holen und dann kommt Louis alleine zurück, mit einer Laune, die mehr als nur unterirdisch ist. Er hat sein Bier geext und ist dann ebenfalls verschwunden.
Vielleicht ist wieder einer ihrer Streits ausgeartet. Es war sowieso zu ruhig in letzter Zeit. Sie haben sich kaum noch angezickt und Zayn hat tatsächlich die Hoffnung gehabt, dass die beiden doch langsam aber sicher irgendwie miteinander arrangieren können. Pustekuchen. Nach gestern glaubt er das nicht mehr.
"Haz?"
Der Lockenkopf liegt noch im Bett, hat aber den Laptop auf seinem Schoß und sieht sich einen Film an. Infinity War. Dabei mag er gar kein Marvel. Eigentlich.
"Hey, alles okay?"
Unsicher sieht Zayn seinen besten Freund an und setzt sich dann neben diesen auf die Bettkante. Harry nickt, wendet seinen Blick aber nicht vom Bildschirm ab.
"Ich glaube, ich werde krank. Alles halb so wild."
Nachdenklich betrachtet der Schwarzhaarige seinen Kumpel. Blass um die Nase ist er und auch die Augenringe sprechen dafür, dass Harry sich nicht fühlt.
"Brauchst du irgendetwas? Soll ich Tee besorgen?"
Der Lockenkopf sieht seinen besten Freund gerührt an. Leider gibt es für seine "Krankheit" keinen Tee. Wäre ja zu einfach. Einfach einen Tee trinken und Zack, alle Probleme gelöst.
"Ich glaube, ich brauche einfach nur ein wenig Ruhe. Morgen bin ich bestimmt wieder fit."
Ob Zayn den Wink mit dem Zaunpfahl versteht? Immerhin kann er ihn ja schlecht aus seinem eigenen Zimmer werfen. Aber er möchte einfach alleine sein und mit seiner Sinnkrise fertigwerden. Immerhin kommt man ja nicht jeden Tag zu der Erkenntnis, dass die Schmetterlinge im Bauch nicht von den Tacos kommen.
Das nagt sehr an ihm.
"Wie wäre es, wenn ich dir etwas Frisches zu Essen besorge? Vielleicht einen Salat? Oder doch lieber eine Suppe?"
Der Schwarzhaarige steht auf und lässt seinem besten Freund keine Wahl.
"Ich hole beides."
Und dann verschwindet dieser einfach aus dem Zimmer und Harry möchte am liebsten schreien. So viel zum alleine sein.
Während Zayn sich um das Essen kümmert, schielt Harry auf seine Liste, welche er erstellt hat. Er hat sie auf dem Handy in den Notizen erstellt. Pro und Kontra. Nur wirklich hilfreich ist sie bis jetzt nicht. Bei Kontra steht Louis' Name. Bei Pro stehen die Tacos. Wow. So schlau war er davor auch. Und was will er mit dieser blöden Liste eigentlich bezwecken? Er weiß es nicht. Vielleicht hat er auf irgendeine Eingebung gehofft. Bis jetzt ist aber keine gekommen.
"So, da bin ich wieder", kommt es von Zayn, als dieser ins Zimmer platzt und Harry erschrocken sein Handy unter die Bettdecke schiebt.
Zayn ist vollbeladen und Harry kann nur liebevoll die Augen rollen. Sein bester Freund hat maßlos übertrieben.
"Wir haben genug Essen für zwei Tage."
Überrascht sieht der Lockenkopf seinen besten Freund an, welcher die Tüten auf seinen Schreibtisch stellt.
"Guck nicht so. Als wenn ich dich alleine lasse."
Unsicher zuppelt Harry an seiner Bettdecke.
"Ähm... ich will dich aber nicht anstecken und... also... eigentlich macht es mir nichts, wenn ich alleine bin."
In ihm lacht sich seine innere Stimme kaputt. Sie weiß, welchen Gedanken Harry hat und was er sich vielleicht erhofft. Nur Harry selbst scheint diesen Gedanken noch nicht zuzulassen. Wie so vieles.
"Aber... sicher?"
Zayn sieht nicht wirklich überzeugt aus. Natürlich schläft er gerne bei Liam. Sie sind frisch verliebt und in ihrer Honeymoonphase, wenn man das so nennen kann. Aber sein bester Freund geht vor. Verliebt sein hin oder her.
"Ich schlafe doch eh die ganze Zeit. Du musst meinetwegen nicht deine Freizeit opfern."
"Das mache ich aber gerne."
Und Harry glaubt ihm das ja auch und ist wirklich gerührt von der ganzen Fürsorge, aber... er ist auch gerne alleine. Gerade mit seiner Krise. Da braucht er Zayn nicht neben sich.
"Aber wir essen zusammen. Und dann schauen wir einen Film. Danach kann ich immer noch zu Liam gehen und wenn du es dir anders überlegst und doch meine Gesellschaft möchtest, dann bleibe ich."
Harry nickt.
"Ich liebe dich", gesteht er und lächelt seinen besten Freund herzerwärmend an. Niemals in seinem Leben hat er einen besseren besten Freund gehabt.
"Und ich dich, aber jetzt lass uns essen, bevor die Suppe kalt wird."
Grinsend öffnet Zayn die Papiertüte, ehe er innehält und Harry mahnend ansieht.
"Aber mach einen anderen Film an. Ich kann diesen Marvelmist nicht ertragen. Liam und Louis sind süchtig danach. Bei denen läuft nichts anderes."
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Salt&Caramel
FanfictionManchmal braucht es nur eine Minute, um zu wissen, ob man jemanden mag oder nicht. Eine Minute, die sofort verrät, ob die Chemie zwischen zwei Personen stimmt. Eine Minute, die über die Zukunft entscheidet. So wie bei Harry und Louis. Eine Minute, i...
