Gut, vielleicht hat Harry noch vor wenigen Minuten behauptet, dass es nie wieder vorkommen wird, aber zu seiner Verteidigung – er ist absolut machtlos.
Louis weiß genau, wie er seine Hände über Harrys Körper gleiten lassen muss, damit dieser an seinem Verstand zweifelt. Er weiß genau, welche Stellen er berühren muss, scheint zu ahnen, dass diese eine kleine Stelle unterhalb seines linken Ohrs bei ihm einen Tsunami an Gefühlen auslöst und er scheint ein unglaubliches Talent dafür zu haben, den Lockenkopf an den Rand des Wahnsinns zu bringen. Anders kann sich Harry nicht erklären, warum er nur fünfzehn Minuten nach Mitternacht stöhnend in dem Bett von Louis Arschloch Tomlinson liegt und nicht mehr weiß, wo unten und oben ist.
Louis' Stöße sind fest und tief, dabei aber keineswegs hektisch und schnell. Sie haben in dieser Nacht alle Zeit der Welt und das nutzen sie vollkommen aus. Immer wieder wechseln sie ihre Stellung, lenken sich zwischendurch mit unschuldigen Küssen ab, die zum Durchatmen dienen, ehe sich ihre Körper wieder vereinigen. Harry weiß nicht, ob er schon jemals solch eine akrobatische Meisterleistung während dem Sex gebracht hat. Er ist sich ziemlich sicher, dass er noch nie so oft die Stellung gewechselt hat. Und auch wenn er sich gerne beschweren möchte, kann er das nicht. Denn das wäre gelogen. Er findet es großartig. Die laute, die aus seinem Mund kommen, sprechen bände.
Doch irgendwann können sie es einfach nicht mehr in die Länge ziehen. Sie können es einfach nicht mehr zurückhalten und so ist es Louis, welcher als erster loslässt und in seinem Rausch den Lockenkopf einfach mitreißt.
Okay, ab jetzt wird es wirklich nie wieder vorkommen.
Harrys Handy, welches nicht aufhört zu vibrieren, weckt den Lockenkopf dann einige Stunden später. Müde reibt er sich über das Gesicht, sieht sich verschlafen um und stellt fest, dass das alles kein Alptraum war, sondern bittere Realität. Mist.
Umständlich krabbelt er aus das Bett, fischt nach seiner Hose und zieht sein Handy hervor. Die Kälte im Zimmer treibt ihn direkt zurück unter die Bettdecke, doch als er sieht, wer da solch einen Terror auf seinem Handy veranstaltet, schießt sein Oberkörper zurück in die Höhe.
Lottie 10:20 Uhr : Wo bist du?
Lottie 10:21 Uhr : Wir müssen reden. Es ist dringend!
Lottie 10:23 Uhr : Harry! WO ZUM TEUFEL BIST DU?
Lottie 10:26 Uhr : Du bist nicht in deinem Zimmer. Melde dich, sofort!
Scheiße. Sie weiß es. Sie muss es wissen.
In einem Anflug von Panik rüttelt er an Louis, welcher daraufhin irritiert seine Augen einen Spaltbreit öffnet.
„Was?"
„Sie weiß es."
Louis, eigentlich noch tief in seinem Traumland, schnallt nicht direkt, was los ist.
„Wer?"
„Deine Schwester. Sie weiß es. Sie will mit mir reden. Sofort."
Müde gähnt Louis und zieht sich die warme Decke unter das Kinn.
„Sie kann es nicht wissen."
Bitter lacht der Lockenkopf auf.
„Hast du das Bett gemacht?"
Louis nickt und schließt wieder seine Augen.
„Auch so, wie es vorher war? Was ist mit dem Kondom? Wo hast du das entsorgt? Und die Vaseline? Liegt die wieder neben dem Kopfkissen?"
Grummelnd richtet sich Louis auf und sieht den ängstlichen Mann in seinem Bett an.
„Komm mal runter. Ich habe alles genau so hergerichtet, wie vorher. Und das Kondom habe ich in der Toilette entsorgt und falls du erneut Panik schieben möchtest, das Papier der Verpackung habe ich im Gang in einen Mülleimer geschmissen."
Harry sieht unbehaglich auf sein Handy.
„Aber was will sie dann von mir? Und warum muss sie so dringend mit mir reden?"
„Keine Ahnung", kommt es brummend von Louis, als dieser sich erneut unter die Bettdecke kuschelt und seine Augen schließt. „Frag sie einfach und lass mich schlafen."
Okay, eine Ausrede muss her, warum er nicht in seinem Zimmer ist.
Me 10:32 Uhr : Ich bin schon in der Stadt unterwegs in einem Café.
Lottie 10:32 Uhr : In welchem? Ich komme dahin.
Mist.
Hastig steigt er aus dem Bett, zieht sich seine Klamotten über und verschwindet dann aus dem Zimmer, ohne sich von Louis zu verabschieden.
Im Flur dann allerdings hält er inne.
Liam und Zayn.
An die hat er ja gar nicht mehr gedacht. Hoffentlich sind die schon im Bett und schlafen. Wobei ihn alles andere anhand der Uhrzeit wirklich wundern würde.
Er lauscht also einen kurzen Moment und als er nicht das kleinste Geräusch hören kann, eilt er zur Wohnungstür und verlässt die Wohnung still und leise.
Me 10:36 Uhr : Ich bin im Lemoncake.
Es ist nicht weit von hier und so kann er noch schnell einen Kaffee bestellen, ehe Lottie aufraucht. Sieht ja sicherlich dumm aus, wenn noch nichts auf seinem Tisch steht.
Ob Louis recht hat und sie wirklich nichts weiß?
Warum sollte sie an Neujahr um diese Uhrzeit so dringend mit ihm reden wollen?
Wird sie ihn umbringen?
Vielleicht sollte er doch schnell flüchten, satt hier auf seinen Tod zu warten. Andere Städte haben auch Unis. Er kann ein neues Leben anfangen und dort in Sicherheit leben.
So ein Quatsch.
Lottie wird ihn nicht umbringen.
Oder?
DU LIEST GERADE
Salt&Caramel
FanfictionManchmal braucht es nur eine Minute, um zu wissen, ob man jemanden mag oder nicht. Eine Minute, die sofort verrät, ob die Chemie zwischen zwei Personen stimmt. Eine Minute, die über die Zukunft entscheidet. So wie bei Harry und Louis. Eine Minute, i...
