"Ich hasse dich."
"Nein, du liebst mich und jetzt trink endlich."
Lottie schiebt Harrys Becher in Richtung seiner Lippen und resigniert nimmt dieser einen Schluck von der teuflisch süßen Bowle.
Er hat keine Lust auf diese Party. Viel lieber möchte er in seinem Bett liegen, einen Film schauen und Louis an seiner Seite.
Die komplette Woche haben sie es nicht hinbekommen sich zu treffen und auch wenn Harry es ungern zugibt - es fehlt ihm. Er fehlt ihm.
"Möchtest du lieber etwas anderes trinken?", möchte Zayn wissen, als er Harrys verzogenes Gesicht sieht und schmunzelt. Doch der Lockenkopf schüttelt seinen Kopf. Er wird sich einfach den ganzen Abend an diesem Becher festklammern und kleine Schlücke trinken. So ist er wenigstens nicht betrunken und noch Herr der Lage. Er traut sich nämlich betrunken nicht über den Weg. Nicht, wenn Louis hier ist. Und das ist er. Wenige Meter von Harry entfernt, mit einem Blick, der Harrys Beine zu Pudding werden lässt.
Einige Stunden später geht Harry auf die Toilette. Keine Hintergedanken, er muss einfach wirklich dringend pinkeln.
Als er dann sein Geschäft erledigt hat und die Hände gewaschen, wundert er sich allerdings herzlich wenig, dass Louis am Waschbecken auf ihn wartet.
"Hi", kommt es leise und schon greift er nach Harrys Shirt und zieht ihn zu sich heran. Harrys Herzschlag beschleunigt sich. Ein breites Lächeln huscht über seine Lippen.
"Ich hab dich vermisst", gibt der Ältere zu, treibt damit Harry die Röte ins Gesicht.
"Ich dich auch."
Sie lächeln, nähern sich und küssen sich das erste Mal seit einer Woche wieder.
Wohlig seufzend zieht Louis den Lockenkopf noch näher an sich, schiebt seine Hände unter Harrys Shirt und lässt sie über
dessen Rücken gleiten.
Keuchend löst sich Harry ein Stück weit.
"Kommst du später zu mir?"
Louis nickt sofort und legt eine seine Hände auf Harrys Wange. Sein Daumen fährt zart über die stoppelige Haut. Harrys Magen macht Purzelbäume.
"Natürlich. Wir haben viel nachzuholen."
Harry möchte etwas erwidern, da wird die Tür aufgestoßen und die beiden Männer schrecken auseinander. Ein betrunkener Typ taumelt zu den Pissoirs, scheint die beiden nicht zu sehen und singt lauthals ein Lied, welches vermutlich nur er kennt.
Das verliebte Paar sieht sich an, lächelt und verlässt dann gemeinsam das Herrenklo.
Die Stimmung ist gut und ausgelassen. Harry hat tatsächlich Spaß und lässt sich sogar von Lottie überreden, mit ihr zu tanzen.
Louis bleibt in seiner Nähe. Nie zu nah, aber auch nie weiter als zwanzig Meter entfernt.
Immer wieder treffen sich ihre Blicke, immer wieder durchfährt ein sanftes Kribbeln Harrys Körper und er kann es eigentlich kaum erwarten endlich zu verschwinden.
Als er sich dann etwas neues zu Trinken holen möchte, taucht Rick auf. Natürlich.
"Hey."
Harry seufzt.
"Was möchtest du?"
"Kann ich nicht einfach Hallo sagen?"
Er tritt einen Schritt näher und Harry kann nicht ausweichen.
"Du siehst gut aus", gesteht Rick und legt eine Hand an Harrys Unterarm.
"Wir haben uns viel zu lange nicht gesehen."
Er ist eindeutig betrunken, stellt Harry fest. Die Augen sind glasig und eine gewisse Röte zieht sich über das Gesicht des jungen Mannes. Zudem wirkt seine Zunge schwer.
"Rick, bitte... ich habe dir doch schon gesagt, dass ich kein Interesse habe."
Der junge Mann lacht und schüttelt seinen Kopf.
"Vielleicht ist das aber auch nur ein Spiel zwischen uns. Katz und Maus. Du spielst den Unnahbaren und ich muss dich jagen. Irgendwie heiß, oder?"
In Harry zieht sich alles zusammen, als Rick einen weiteren Schritt näher kommt.
"Rick, ich bin vergeben."
Überraschung huscht über das Gesicht des Mannes, doch dann grinst er.
"Quatsch, das wüsste ich doch."
"Ich-"
"Sag mal haben sie dir ins Hirn geschissen?"
Louis schiebt sich zwischen Harry und Rick und sieht den Mann hasserfüllt an. Erleichtert atmet Harry auf und erkennt die Anderen im Augenwinkel, die allesamt um die beiden herumstehen.
"Was genau verstehst du an einem Nein nicht? Und was genau daran nicht, dass Harry vergeben ist?"
Rick lacht.
"An wen denn? Ich habe Harry noch nie mit einem anderen Mann gesehen."
Louis schnaubt, legt seinen Arm um Harrys Taille und zieht ihn mit einem beherzten Ruck an seine Seite. Der Lockenkopf hält die Luft an.
"Weil es auch niemanden was angeht, du Penner. Aber wenn du es wissen willst - ich bin Harrys Freund. Und ich rate dir deine ekelhaften Griffel bei dir zu lassen, sonst vergesse ich mich."
Louis' Körper bebt. Der Griff um Harry ist fest, aber nicht schmerzlich. Seine Augen fixieren Rick mit solch einem Hass, dass Harry sich nicht traut zu atmen.
"Ist klar. Ihr zwei. Ihr könnt euch doch nicht mal leiden", spottet Rick und will erneut auf Harry zugehen, doch Louis blockt die Bewegung ab.
"Tja", murmelt Louis grinsend und sieht kurz zu Harry, ehe er seinen Blick wieder auf Rick legt. "Das war mal. Mittlerweile können wir uns sehr gut leiden. Sehr, sehr gut."
Rick fixiert die beiden Männer, schnaubt und verschränkt seine Arme vor der Brust.
Louis seufzt, dreht sich dann zu Harry und sieht diesem in die Augen. "So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt", haucht er und legt eine Hand auf den Hals des Lockenkopfes.
"Bist du okay damit?"
Überfordert nickt Harry, merkt, wie sein Herz rast und spürt die Blicke der Anderen deutlich auf sich.
"Jetzt oder nie, hm?", haucht Louis und überbrückt die letzten Zentimeter, damit er Harry küssen kann.
Und Harry? Der krallt sich in Louis' Shirt und erwidert den Kuss mit voller Hingabe.
**~~**
Ihr Lieben,
sorry, dass nichts kam und dass das Kapitel hier mit einem Tag Verspätung kommt.
Ist mal wieder einiges los, aber ich habe eine gute Nachricht für euch.
Gleich morgen wird es ein weiteres Kapitel geben, also müsst ihr dieses Mal nicht so lange warten.
Bis morgen,
all the love, K.
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Salt&Caramel
FanficManchmal braucht es nur eine Minute, um zu wissen, ob man jemanden mag oder nicht. Eine Minute, die sofort verrät, ob die Chemie zwischen zwei Personen stimmt. Eine Minute, die über die Zukunft entscheidet. So wie bei Harry und Louis. Eine Minute, i...
