Also alles wie immer

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Harry flüchtet hektisch ins Badezimmer. Und da sein Körper anscheinend mit solch einer Anstrengung nicht zurechtkommt, muss er sich direkt auch wieder übergeben. 
Tequila war halt noch nie eine gute Idee. 
Müsste er doch langsam mal kapiert haben. 

Erschöpft lässt er sich auf den Badezimmerboden sinken und lehnt seinen Kopf gegen die kühlen Wandfliesen. Deswegen trinkt er selten Alkohol. Er hasst diesen fiesen Kater am nächsten Tag. Und... Oh Gott. Er hat mit Louis in einem Bett geschlafen. Er hat sich an ihn gekuschelt und lag heute Morgen auf seinem Schoß. 
Peinlicher geht es nicht. 
Kein Wunder, dass Liam und Zayn so irritiert waren. 

Der Lockenkopf wartet noch zehn Minuten, dann traut er sich endlich außer Reichweite der Toilette und macht sich mit wackeligen Beinen auf den Weg zur Küche. Er braucht Wasser. Und ein Toast mit Salt und Butter. Sobald er dann zu Hause ist, wird er Gemma zwingen für ihn zur nächsten Fast-Food-Kette zu fahren. Danach wird er sich zwar noch elender fühlen, aber er braucht fettiges Essen. 
Als Harry die Küche betritt, sitzt Louis bereits mit einer Tasse Kaffee am Tisch. Zayn und Liam stehen stattdessen an der Arbeitsplatte und bereiten Frühstück zu. 
Er will sich am liebsten in Luft auflösen. 
„Gott, siehst du beschissen aus", kommt es von Louis, als er Harrys Gesicht mustert. Tiefe Augenringe, blass und von seinen Haaren braucht niemand zu sprechen. Ein Vogelnest wäre noch hübsch dagegen.
„Immerhin sehe ich nur heute beschissen aus und nicht immer."
Louis grinst, schiebt dann mit dem Fuß einen Stuhl zu Seite und nickt zu diesem. Nicht, dass der Jesus verschnitt gleich noch einen Klappmann macht. 
„Also alles wie immer", stellt Zayn seufzend fest und dreht sich zu seinem besten Freund um. „Und ich hatte schon die Hoffnung, dass eure Sticheleien nun aufhören."
Louis schnauft. „Da ist man einmal nett in seinem Leben und dann wird sowas verlangt."
Auch Harry sieht seinen besten Freund entrüstet an. „Nur, weil er mir geholfen hat, heißt das nicht, dass ich ihn jetzt mag."
„Dito."
Die beiden Männer sehen sich feindselig an, doch ein kleines Schmunzeln kann Louis sich nicht verkneifen. Er hat halt Spaß daran. 
„Wäre auch zu schön", kommentiert Liam und sieht dann in die Runde. „Frühstück?"

Harry verschwindet, bevor die anderen essen. Er hat Angst, dass sein Magen erneut rebelliert und möchte lieber nach Hause. 
Es ist nicht weit und als er endlich bei seiner Mom ankommt, macht er drei Kreuze. Jetzt eine Dusche, gemütliche Klamotten und ein vor Fett triefender Burger. 
„Das mit dem Trinken üben wir aber noch", begrüßt ihn Gemma lachend, als sie ihrem Bruder die Haustür öffnet und von diesem lediglich den Mittelfinger zu sehen bekommt. Na danke auch.
„Ich fahre in einer halben Stunde los", informiert sie ihn und zwinkert. „Pommes dazu?"
Dankend nickt Harry und verschwindet im Badezimmer. 
Gemma ist halt einfach die beste Schwester. Sie kennt ihn. Und das Verlangen nach fettigem Essen, nach zu viel Alkohol liegt halt in der Familie. 
Bevor er unter die Dusche springt, wirft er einen Blick auf sein Handy und bereut es im selben Moment. Louis hat ihm über Instagram eine Nachricht geschrieben. 

Louist91: Vielleicht solltest du nächstes Mal den Tequila weglassen. 

Harry verdreht seine Augen. Darauf antwortet er jetzt nicht. Was auch? Kann ihm doch egal sein. 

HazSt: Vielleicht solltest du dich nächstes Mal einfach weglassen.

Mist. Jetzt hat er ihm doch geantwortet. Aber hey, das war keine dumme Antwort. 

Louis91: Und an wen klammerst du dich dann in der Nacht?

Okay, jetzt antwortet er doch lieber nicht mehr. Wie konnte er sich nur so an ihn klammern? Aber dann... Louis hat ihn doch gestreichelt. Er hat seinen Rücken gekrault, bis er eingeschlafen ist. Das ist ja wohl viel schlimmer, als sich an jemanden zu klammern. 
Schlimmer und... nett. 
Blödes, nettes Arschloch. 



Salt&CaramelWo Geschichten leben. Entdecke jetzt