Zwei Wochen später hat es Lottie erneut geschafft, Harry auf eine Party zu bekommen.
Niemand weiß wie sie das angestellt hat, selbst Harry nicht, aber er ergibt sich seinem Schicksal und macht einfach das Beste draus.
Er steht in geselliger Runde und hat sich dazu entschlossen, diesen Abend zu genießen.
Wenn er schon hier sein muss, dann kann er auch Alkohol trinken. Immerhin ist er dem Stoff aus dem Unterricht voraus und kann sich durchaus leisten, morgen einfach nicht zu lernen.
So kommt es also, dass er sein fünftes Getränk in der Hand hält, sich mit Donna und Hailey unterhält und tatsächlich Spaß hat.
Zayn ist ebenfalls hier, hat dann allerdings Liam gesehen und seitdem hat Harry seinen besten Freund nicht mehr zu Gesicht bekommen. Aber das ist okay. Zayn ist verliebt und der Lockenkopf gönnt es ihm. Soll er halt in einer schummrigen Ecke mit seinem Lover herumknutschen.
Er kommt gerade von der Toilette, als er mit der Tatsache konfrontiert wird, dass, wenn Liam hier ist, Louis Arschloch Tomlinson natürlich auch mit von der Partie ist.
Hat er bis jetzt gut verdrängt.
Aber jetzt steht dieser Idiot genau vor ihm.
Klasse.
„Wow, ich wusste nicht, dass deine bloße Erscheinung mir den Abend versauen kann", brummt Harry und will sich an Louis vorbeidrängen, doch der versperrt ihm den Weg.
„Dafür, dass du keine Partys magst, bist du ziemlich oft auf einer", stellt Louis fest und fixiert den Lockenkopf mit seinem Blick.
„Deine Schwester ist schuld. Wenn du dich bei jemanden beschweren willst, tu es bei ihr."
Louis schnauft und verengt seine Augen.
„Halt meine Schwester aus dem Spiel. Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum sie sich mit so einem wie dir abgibt."
„Mit so einem wie mir?"
Harry ist empört. Was soll das denn heißen?
"Im Ernst, wie kann sie auch nur zehn Minuten mit dir aushalten? Ich habe dich zwei Minuten um mich und will mich am liebsten irgendwo herunterstürzen."
Harry reicht es. Er hat heute eine ziemlich kurze Zündschnur und er hat diese dummen Sprüche sowas von satt.
"Was ist dein beschissenes Problem mit mir?", will er wütend wissen und macht einen Schritt auf Louis zu.
"Oh, wo soll ich da anfangen?"
Louis baut sich auf, streckt seine Brust heraus und strafft seine Schultern. Für Außenstehende wirkt es lächerlich. Ist Harry doch so viel größer als der Wuschelkopf.
Erneut macht Harry einen Schritt auf Louis zu und sorgt somit dafür, dass Louis nun zwischen ihm und einem Pfeiler eingekesselt ist.
"Ich habe dir nie etwas getan", zischt Harry wütend und sieht zu Louis herab.
"Du warst der beste Freund von Wyatt. Das alleine reicht als Grund."
Ungläubig schüttelt Harry den Kopf.
"Bist du so dumm, oder tust du nur so?", will er wissen und verengt seine Augen.
"Ich habe sofort erkannt, dass Wyatt ein Arsch ist. Er war nie gut für Liam und es war nur eine Frage der Zeit, bis dieser Mistkerl ihm das Herz bricht. Und wenn man der beste Freund von einem Arschloch ist, dann ist man kein Deut besser."
Ein Schnaufen verlässt Harrys Mund und sein Körper presst sich regelrecht gegen den von Louis. Wut flackert in ihm auf, als er an Wyatt denkt, Enttäuschung, alles.
"Nur zu deiner Information, du Zwerg... ich habe keine Ahnung, was damals in Wyatt gefahren ist und ich war selbst genauso überrascht wie Liam. Und falls du es nicht mitbekommen haben solltest, ich habe zu ihm keinen Kontakt mehr. Er hat mich genauso abserviert, wie Liam damals."
Louis lacht sarkastisch auf und zieht eine übertriebene Schmolllippe.
"Hat dein super toller bester Freund Aua mit deinem Herzen gemacht? Das ist mir scheißegal! Du bist und bleibst genau so ein Arsch wie damals und ich warne dich... sollte meine Schwester deinetwegen einmal heulen, dann bringe ich dich um."
Harry muss doch tatsächlich lachen, als sich Louis während seiner Worte auf die Zehenspitzen stellt.
Sie starten ein wütendes Blickduell.
Blau trifft auf Grün, wütende Augen starren sich nieder. Ihr Puls beschleunigt sich, der Hass der beiden ist deutlich sichtbar und doch schleicht sich ein neues Gefühl hinzu. Ein Kribbeln. Es breitet sich im gesamten Körper aus. Wandert vom Nacken bis in die Fußspitzen.
Harry schluckt, nimmt seinen wütenden Blick aber nicht für eine Sekunde von dem Arschloch vor sich. Ihre Oberkörper berühren sich, ihr beider Atem geht viel zu schnell.
"Ich hasse dich", zischt Louis hervor und fixiert die grünen Augen seines Gegenübers mit eisiger Kälte.
"Immerhin sind wir uns diesbezüglich endlich mal einig", stellt Harry fest und merkt deutlich das Adrenalin, welches durch seine Venen jagt.
Wenn Blicke töten könnten...
Das Blickduell geht weiter, keiner will als Erstes den Blick abwenden und aufgeben.
Ein berauschendes Gefühl breitet sich aus, die Außenwelt wird ausgeblendet. Nur noch der schnelle Puls und die blanke Wut sind zu spüren.
Wie sehr sie sich verabscheuen.
Wie sehr sie sich hassen.
Wie stark dieses Kribbeln dabei durch beider Körper jagt.
Harry zittert. Er kann es nicht kontrollieren. Seine Sicherungen scheinen kurz vor dem Durchbrennen zu sein. Wie kann man einen Menschen nur so verabscheuen?
Diese blauen Augen...
Sie lösen etwas aus. Wut. Eindeutig Wut. Und doch... etwas anders.
Plötzlich packt Harry den Kleineren an der Kehle. Er schleißt seine große Hand herum und Louis keucht erschrocken auf.
Und dann liegen im nächsten Moment ihre Lippen aufeinander.
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Salt&Caramel
Hayran KurguManchmal braucht es nur eine Minute, um zu wissen, ob man jemanden mag oder nicht. Eine Minute, die sofort verrät, ob die Chemie zwischen zwei Personen stimmt. Eine Minute, die über die Zukunft entscheidet. So wie bei Harry und Louis. Eine Minute, i...
