Vor dem Studentenwohnheim der Mädchen bleibt Harry stehen. Er atmet tief durch und versucht das zu verarbeiten, was eben passiert ist.
Er hatte Sex.
Mit Louis Arschloch Tomlinson.
Im Bett seiner besten Freundin.
Der Schwester von Louis Arschloch Tomlinson.
Hilfe.
„Harry?"
Bitte nicht der auch noch.
„Rick, das ist gerade ziemlich schlecht."
Doch der Angesprochene kümmert sich nicht um die Worte, sondern legt seinen Arm um die Schulter des Lockenkopfes.
„Wo warst du denn? Ich dachte, du wolltest nur auf Toilette?"
Innerlich verdreht Harry seine Augen. Langsam nervt ihn der Typ.
„Rick, bitte. Ich möchte einfach nur noch in mein Bett."
„Dann bringe ich dich. Nicht, dass dir noch etwas passiert."
„Es sind fünfzehn Schritte. Was soll da passieren?"
Harry versucht, ihn abzuschütteln, doch es ist zwecklos. Rick scheint mit ihm verwachsen zu sein.
„Du kannst doch aber auch nicht um Mitternacht alleine sein. Lass uns die restliche Zeit zusammen verbringen."
„Nein, wirklich, ich..."
„Das wird lustig."
„Ey, Pissnelke! Er hat nein gesagt."
Erleichtert dreht Harry sich um. Wie schafft Louis es, immer im richtigen Moment aufzutauchen?
„Ach, und das willst du wissen?"
Der Spott in Ricks Stimme ist nicht zu überhören und argwöhnisch sieht er den Braunhaarigen an. Harry hingegen nutzt die Ablenkung und schält sich unter Ricks Arm hervor. Schnell entfernt er sich einige Schritte und sieht dankend zu Louis.
„Ja, denn im Gegensatz zu dir höre ich den Menschen zu. Und er hat eindeutig nein gesagt, Schwachmat."
Rick sieht zu Harry, Unsicherheit spiegelt sich auf seinem Gesicht und fast schon kann er einem leidtun. Fast, denn Harry hat wirklich mehrmals versucht, ihn abzuservieren.
„Aber wir können Mitternacht zusammen erleben und wer weiß...", beginnt Rick und sieht voller Hoffnung in das Gesicht des Lockenkopfes.
„Uhm... wie ich dir gesagt habe... ich... möchte alleine bleiben."
„Aber-" – „Hörst du schlecht?"
Louis greift nach Harrys Hand und zieht ihn zu sich herüber.
„Vielleicht solltest du mal zum Ohrenarzt gehen. Meine Güte."
Kopfschüttelnd marschiert Louis einfach los. Harrys Hand dabei noch immer in seiner und somit zieht er ihn einfach hinter sich hinterher.
„Uhm... Wir sind am Wohnheim vorbeigelaufen."
„Denkst du, ich lasse dich dort? Nachher steht der Affenarsch vor deiner Tür und dann? Vergiss es."
„Äh..." - „Du pennst bei uns. Da steht der Depp wenigstens nicht einfach herum und nervt."
Harry möchte etwas erwidern, aber wenn er so recht darüber nachdenkt, macht ihm der Gedanke daran, dass Rick eventuell wirklich bei ihm aufrauchen wird schon etwas Angst.
Als sie in der Wohnung von Louis und Liam ankommen, ist es dunkel und still.
Natürlich ist es das. Es ist noch vor Mitternacht. Zayn und Liam sind sicherlich noch auf der Party.
„Möchtest du etwas trinken? Essen?"
Harry sieht Louis irritiert an und neigt seinen Kopf.
„Warum machst du das?"
Er ist doch sonst auch nicht so nett.
„Was?"
„Nett sein."
Louis lacht auf und verdreht seine Augen.
„Hätte ich dich mit dem Hodenkobold alleine lassen sollen? Wer sagt denn, dass er nicht irgendwann seine Beherrschung verliert und sonst was mit dir macht. Und dann bin ich schuld, weil ich einfach weitergegangen bin? Nein danke."
Harry nickt. Er wäre auch nicht weitergegangen. Zivilcourage gibt es leider nur noch sehr selten.
Louis nimmt zwei Gläser aus dem Schrank und eine Flasche Wasser, welche in einer Kiste neben dem Kühlschrank steht. Kurz scheint er zu überlegen, dann sieht er Harry direkt in die Augen.
„Vorschlag... wir gehen in mein Zimmer und schauen und noch einen Film an. Du kannst hier pennen, wenn du willst, oder abhauen. Mir egal. Aber wenn die Arschgeige dir begegnet, dann sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt."
Vielleicht kann er auch einfach in ein paar Stunden abhauen?
„Der Film, bitte."
Sie können den Film schauen und dann wird er gehen.
Sie entscheiden sich für einen Actionfilm.
Louis besorgt noch einige Snacks und dann legen sie sich nebeneinander in dessen Bett.
Wenn man bedenkt, dass sie vor wenigen Wochen noch nicht mal im gleichen Raum sein konnten und jetzt? Jetzt liegen sie schon das zweite Mal an diesem Tag im Bett.
Urgh. Harry darf da nicht drüber nachdenken. Wie konnte er sich nur dazu hinreißen lassen? Was stimmt denn nicht mit ihm? Wie um Himmels willen konnte er dem zustimmen?
„Ich kann deinen Kopf bis hier hinhören", brummt Louis und greift in die Popcornschüssel.
Empört schnaubt Harry und dreht sich etwas, damit er Louis besser ansehen kann.
„Toll. Anders als du mache ich mir aber meine Gedanken. Ich hüpfe immerhin nicht jeden Tag einfach so mit jemanden ins Bett. Und erst recht nicht in das Bett meiner besten Freundin."
Louis lacht auf und dreht sich dann ebenfalls etwas zur Seite.
„Wow. Was ist für dich schlimmer? Dass wir gevögelt haben, oder dass es Lotties Bett war?"
Harry merkt, wie er rot wird und hasst sich im selben Moment dafür. Außerdem kocht die Wut in ihm auf. Wie kann Louis nur so abgeklärt sein?
„Ich habe nicht einfach One-Night-Stands. Ich mag sowas eigentlich gar nicht", meckert er und schlägt sich innerlich vor die Stirn. Solche Infos braucht der Idiot doch nicht.
„Jetzt tu nicht so, als wenn ich dich gezwungen habe. Du warst sehr begeistert bei der Sache und du warst es, der mir die Vaseline gegeben hat, wenn ich dich daran erinnern darf."
„Das war ein beschissener Ausrutscher. Sowas wird niemals wieder vorkommen. So tief kann ich kein zweites Mal sinken."
„Ich wäre ja jetzt verletzt, wenn mir deine Worte interessieren würden", bemerkt Louis und mustert den Lockenkopf.
„Und nur zu deiner Info", spricht er weiter und kommt mit seinem Gesicht ein wenig näher. Vermutlich soll es bedrohlich wirken, aber Harry kann darüber nur lachen. Nichts an dem Wicht ist bedrohlich.
„So toll war es jetzt auch nicht."
„Pfff.... von neun Inches bist du aber auch weit entfernt, also tu nicht so."
Louis lacht sarkastisch auf. „Neun Inches?"
Sofort wird Harry rot. Er wird jetzt nicht zugeben, dass er das Gerückt über Louis aufgeschnappt hat.
„Ich hasse dich immer noch so sehr", brummt Harry stattdessen und versucht so viel Abneigung in seine Aussage zu legen, wie er kann.
„Dito."
Ihre vor Hass gezeichneten Gesichter starren sich nieder. Die Abneigung ist ihnen deutlich ins Gesicht geschrieben und doch... doch nähern sich ihre Körper wie von alleine und als Draußen dann Punkt Mitternacht die Raketen in den Himmel geschossen werden und sich die Menschen ein frohes, neues Jahr wünschen, passiert es irgendwie, dass die Lippen der beiden Männer schon wieder aufeinander liegen.
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Salt&Caramel
Fiksi PenggemarManchmal braucht es nur eine Minute, um zu wissen, ob man jemanden mag oder nicht. Eine Minute, die sofort verrät, ob die Chemie zwischen zwei Personen stimmt. Eine Minute, die über die Zukunft entscheidet. So wie bei Harry und Louis. Eine Minute, i...
