Kapitel 3

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Der zweite Schultag begann mit einem leichten Ziehen im Magen, einem Gefühl, das sich irgendwo zwischen Nervosität und Vorfreude bewegte. Obwohl der erste Tag besser verlaufen war, als ich es mir erhofft hatte, war der Gedanke, alles noch einmal durchleben zu müssen, ein wenig beunruhigend. Es war, als würde ich mich langsam in die neuen Umstände einfinden, doch gleichzeitig war da diese Unsicherheit – ein leiser Zweifel, der an meinem Selbstvertrauen nagte. Doch das Morgenritual zu Hause bot eine gewisse Routine, die mir half, die Unruhe zu besänftigen.

Mrs. Collins war, wie schon am ersten Tag, früh aufgestanden, um das Frühstück vorzubereiten. Der Duft von frisch geröstetem Brot und Kaffee durchdrang die Küche, während Ethan, noch halb schlafend, sich an den Tisch schleppte. Er trank einen schnellen Schluck aus seiner Tasse, sein Morgenmüdes „Guten Morgen“ kaum mehr als ein murmelndes Nicken in meine Richtung. Ich konnte nicht anders, als zu bemerken, wie selbstverständlich er sich bewegte, wie sicher und gelassen er wirkte. Es war ein Gefühl von Vertrautheit, das mir noch fehlte, und ich fragte mich, wie lange es wohl dauern würde, bis auch ich diese Sicherheit in mir tragen würde.

„Du hast heute deine ersten Kurse am Nachmittag, richtig?“ fragte Mrs. Collins, als sie mir eine Tasse Orangensaft hinstellte. Ihre Stimme war warm und mütterlich, eine Art Anker in dieser fremden Umgebung.

„Ja, Mathe und Biologie“, antwortete ich und versuchte, die Nervosität in meiner Stimme zu unterdrücken. Die Fächer klangen vertraut, doch das Lernen in einer fremden Sprache und mit neuen Lehrmethoden machte mich unsicher.

Mrs. Collins nickte zustimmend. „Das wird schon klappen“, sagte sie und lächelte ermutigend. „Ethan wird dich nach der Schule abholen. Falls du noch Fragen hast oder irgendetwas brauchst, kannst du dich an ihn wenden.“

Ich dankte ihr mit einem leisen Lächeln und nahm einen Schluck von meinem Saft. Ihre Worte waren beruhigend, und ich bemühte mich, ihre Ermutigung nicht als bloße Floskeln abzutun. Es war tröstlich zu wissen, dass jemand auf mich achtete, selbst wenn ich mich in diesem neuen Umfeld noch fremd fühlte. Der Gedanke, dass es Menschen gab, die bereit waren, mir zu helfen, ließ das mulmige Gefühl im Magen etwas nachlassen.

Der Weg zur Schule war von einem angenehmen Schweigen begleitet. Ethan fuhr konzentriert, während ich aus dem Fenster starrte, die vorbeiziehende Landschaft betrachtete und versuchte, meine Gedanken zu ordnen. Die endlosen Straßen, die von hohen, üppigen Bäumen gesäumt waren, gaben mir ein Gefühl von Beständigkeit, doch in meinem Kopf herrschte das Chaos der letzten Tage. Ich wusste, dass ich mich daran gewöhnen musste, dass der zweite Tag vielleicht leichter sein würde als der erste, aber dennoch spürte ich die leichte Anspannung, die in meiner Brust nagte.

Als wir vor der Schule hielten, spürte ich, wie mein Herz einen Moment schneller schlug. Die vertrauten, aber dennoch bedrohlich wirkenden Gebäude begrüßten mich wie alte Bekannte, die mich an die Herausforderungen erinnerten, die ich noch zu meistern hatte. Ich stieg aus dem Truck und atmete tief durch. Dies war mein neuer Alltag, und ich musste mich ihm stellen, Schritt für Schritt.

Die Flure der Schule waren wieder mit einem bunten Strom von Schülern gefüllt, die sich wie ein lebendiger Fluss durch die Gänge bewegten. Doch heute bemerkte ich etwas Neues: Die Verwirrung, die mich gestern überwältigt hatte, war einem leisen Gefühl der Orientierung gewichen. Die Gänge, die mir gestern noch wie ein Labyrinth erschienen waren, begannen, eine gewisse Logik zu offenbaren. Ich fand den Weg zu meinem ersten Klassenzimmer mit weniger Zögern, mein Blick konzentriert auf den vor mir liegenden Weg. Trotz des Rauschens um mich herum spürte ich einen kleinen Funken von Selbstsicherheit – eine winzige Flamme, die zu wachsen begann.

Der Mathematikunterricht stellte sich als die erste wirkliche Herausforderung des Tages heraus. Mr. Johnson, der Lehrer, war ein großer, kräftiger Mann mit einem warmen Lächeln, das seinem imposanten Erscheinungsbild eine gewisse Sanftheit verlieh. Seine Begeisterung für Mathematik war spürbar, und er schien es zu genießen, selbst die komplexesten Konzepte auf eine Art und Weise zu erklären, die seine Schüler mitnahm. Doch trotz seiner Bemühungen spürte ich, wie mir der Faden entglitt. Die mathematischen Begriffe und Notationen waren mir zwar vertraut, aber die Geschwindigkeit, mit der Mr. Johnson sprach, machte es schwierig, alles zu erfassen. Es war, als würde ich einem Fluss folgen, der schneller strömte, als ich schwimmen konnte.

Heartstrings in the U.SGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt