Kapitel 37

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Der letzte Abend im Ferienhaus hatte eine seltsame Schwere an sich, als wüssten wir alle, dass dies unser Abschied von der Ruhe und der Abgeschiedenheit dieses Ortes war. Laurie hatte einen köstlichen Auflauf zubereitet, der goldbraun und mit Käse überbacken aus dem Ofen kam. Der Duft nach gebackenem Käse und Gewürzen erfüllte die Luft, während wir uns alle um den Tisch versammelten.

Während des Essens war die Unterhaltung gedämpft, fast als ob jeder in Gedanken versunken war. Laurie erwähnte beiläufig, dass wir am nächsten Morgen früh aufbrechen würden. „Es wäre gut, wenn wir alle früh ins Bett gehen,“ sagte sie mit einem sanften Lächeln, das ihre Müdigkeit nicht verbergen konnte.

Nathon und ich tauschten gelegentlich Blicke aus, aber sie waren flüchtig, beinahe vorsichtig. Seit unserem Kuss am Morgen war eine unausgesprochene Spannung zwischen uns, eine Mischung aus Unsicherheit und einem Verlangen, das wir beide nicht recht zuordnen konnten.

Nachdem das Essen beendet war, halfen wir alle dabei, den Tisch abzuräumen und die Küche zu säubern. Das Schweigen zwischen Nathon und mir war fast greifbar, wie eine unsichtbare Mauer, die wir nicht durchbrechen konnten – oder wollten.

Im Schlafzimmer angekommen, begann ich meine Sachen zu packen und mich für die Nacht fertig zu machen. Es fühlte sich seltsam an, zu wissen, dass dies die letzte Nacht war, in der wir das Zimmer teilen würden. Noch seltsamer war es, dass wir uns tatsächlich ein Bett teilten, und dieser Gedanke ließ mein Herz schneller schlagen.

Nathon war im Badezimmer und ließ das Wasser in der Dusche laufen. Ich setzte mich auf die Bettkante, unfähig, die Gedanken und Gefühle zu sortieren, die in mir tobten. Der Gedanke, dass wir so nahe beieinander schlafen würden, löste eine Mischung aus Nervosität und einem Kribbeln in meinem Bauch aus.

Als er aus dem Badezimmer kam, hatte er sich in ein frisches T-Shirt und eine bequeme Jogginghose gekleidet. Sein Haar war noch leicht feucht, und er roch nach Seife und Frische. Unser Blick traf sich, und für einen Moment verharrten wir beide, als wüssten wir nicht genau, was wir tun oder sagen sollten.

„Gute Nacht,“ sagte er schließlich leise und legte sich auf seine Seite des Bettes. Ich tat es ihm gleich, legte mich auf die andere Seite und zog die Decke bis zu meinen Schultern hoch.

Der Raum war still, das einzige Geräusch war unser gleichmäßiger Atem. Ich spürte die Wärme seines Körpers neben mir, so nah, dass nur wenige Zentimeter zwischen uns lagen. Mein Herz schlug schneller, und ich konnte nicht aufhören, an den Kuss zu denken, den wir heute Morgen geteilt hatten.

Plötzlich, und ohne es zu bemerken, rückte Nathon näher an mich heran. Sein Arm legte sich behutsam um meine Taille, und ich erstarrte, unfähig zu entscheiden, ob ich mich bewegen oder diesen Moment einfach genießen sollte. Sein Atem streifte meinen Nacken, und ich spürte, wie mein Körper auf seine Nähe reagierte – ein warmes, angenehmes Kribbeln breitete sich in mir aus.

Für einen Moment fühlte es sich an, als sei die ganze Welt auf diesen kleinen Raum reduziert. Ich schloss die Augen, lauschte seinem Atem, fühlte seine Wärme und wusste plötzlich mit absoluter Sicherheit: Ich hatte mich in ihn verliebt.

Gerade als ich dachte, dieser Moment könnte nicht intensiver werden, spürte ich, wie er sich leicht bewegte. Sein Griff um mich lockerte sich, aber er zog mich noch näher zu sich, seine Lippen streiften sanft meinen Hals. Mein Atem stockte, und bevor ich wusste, wie mir geschah, drehte ich mich leicht zu ihm um, sah in seine dunklen Augen, die in der Dunkelheit des Raumes glänzten.

Wir waren uns so nah, dass ich seinen Atem auf meinen Lippen spüren konnte. Ein flüchtiger Moment, in dem alles möglich schien. Dann neigte er seinen Kopf ein wenig, und unsere Lippen trafen sich – ein zarter, fast scheuer Kuss, der alles in mir zum Explodieren brachte.

Ich erwiderte den Kuss, zog ihn näher zu mir, verlor mich in der Intensität des Augenblicks. Es war, als hätte sich alles um uns aufgelöst, und nur wir beide existierten noch. Der Kuss wurde tiefer, leidenschaftlicher, als ob wir all die unausgesprochenen Gefühle in diesen einen Moment legten.

Doch dann, fast so plötzlich wie der Kuss begonnen hatte, löste sich Nathon von mir. Er sah mich an, und ich konnte die Verwirrung und das Zögern in seinen Augen sehen. Ohne ein Wort drehte er sich um, zog die Decke über sich und legte sich auf seine Seite des Bettes.

Mein Herz raste, und ich lag still da, unfähig zu verstehen, was gerade geschehen war. Ich konnte seine innere Zerrissenheit förmlich spüren – das Verlangen, das er für mich empfand, und die Angst, die uns beide davon abhielt, weiterzugehen.

Die Nacht verging in einer Mischung aus Sehnsucht und Unsicherheit. Ich konnte nicht aufhören, über den Kuss nachzudenken, über die Gefühle, die in mir tobten, und über die unausgesprochene Angst, die in seinem Verhalten lag.

Am nächsten Morgen war die Spannung zwischen uns greifbar. Beim Frühstück saßen wir zusammen mit Laurie und Ethan am Tisch, aber es war schwer, die verstohlenen Blicke zu ignorieren, die wir uns immer wieder zuwarfen. Laurie bemerkte es offensichtlich nicht, sie war zu sehr mit den Vorbereitungen für die Rückreise beschäftigt.

Nathon hingegen war merklich stiller als sonst. Er vermied es, mir direkt in die Augen zu sehen, und ich konnte die Distanz spüren, die er versuchte, zwischen uns zu schaffen. Doch jedes Mal, wenn sich unsere Blicke trafen, war da dieses unausgesprochene Verlangen, diese unausweichliche Anziehung, die uns beide in ihren Bann zog.

Als Laurie schließlich verkündete, dass wir bald aufbrechen würden, wusste ich, dass dieser Tag nur der Anfang von etwas war, das wir beide nicht länger ignorieren konnten.

Heartstrings in the U.SGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt