Die Tage vergingen, und das Leben im Haus von Laurie und Jack nahm wieder seinen gewohnten Lauf auf. Doch in meinem Kopf herrschte ein ständiges Chaos. Die Erinnerungen an die Zeit in der Hütte mit Nathon und die vielen Gespräche, die wir geführt hatten, ließen mich nicht los. Ich fühlte mich hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach einer vertrauten Routine und dem Drang, etwas Neues zu beginnen.
An einem sonnigen Nachmittag saß ich mit Laurie in der Küche. Die goldenen Strahlen der Herbstsonne fielen durch die Fenster und hüllten den Raum in warmes Licht. Laurie bereitete einen Apfelkuchen zu, während ich am Tisch saß und nachdachte. Die Frage, die mich in den letzten Tagen immer wieder beschäftigt hatte, brannte mir nun auf der Zunge.
„Laurie, hast du jemals das Gefühl gehabt, an einem Ort wirklich zu Hause zu sein, an dem du es gar nicht erwartet hättest?“ fragte ich schließlich, meine Stimme leise und zögernd.
Laurie lächelte, während sie den Teig ausrollte. „Oh, Lena. Das ist eine tiefgründige Frage“, sagte sie, ohne ihre Arbeit zu unterbrechen. „Ich denke, das passiert, wenn man Menschen um sich hat, die einem wichtig sind. Manchmal ist es nicht der Ort, sondern die Menschen, die einen Ort zu einem Zuhause machen.“
Ihre Worte trafen mich, und ich nickte langsam. „Das denke ich auch. Und deshalb überlege ich… ich glaube, ich möchte mein Auslandsjahr verlängern. Hier bleiben, die Highschool beenden und vielleicht sogar hier studieren.“
Laurie hielt in ihrer Bewegung inne und sah mich überrascht an. Ihre Augen weiteten sich für einen Moment, bevor sich ein sanftes, stolzes Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete. „Das ist eine große Entscheidung, Lena. Aber es klingt so, als hätte dein Herz diesen Ort zu deinem Zuhause gemacht.“
„Ja“, sagte ich und spürte, wie sich eine kleine Last von meinen Schultern hob, weil ich es endlich ausgesprochen hatte. „Ich weiß, es wird nicht einfach, und ich muss noch viel organisieren, aber ich habe das Gefühl, dass es das Richtige für mich ist.“
Laurie wischte sich die Hände ab und setzte sich zu mir an den Tisch. Sie nahm meine Hände in ihre und sah mich ernst an. „Lena, das ist eine wunderbare Entscheidung. Du bist hier immer willkommen, und Jack und ich werden alles tun, um dich zu unterstützen. Du hast so viel Potenzial, und ich freue mich, dass du es hier entfalten möchtest.“
Ihre Worte rührten mich, und ich spürte, wie meine Augen feucht wurden. „Danke, Laurie. Das bedeutet mir sehr viel.“
Am nächsten Tag rief ich meine Eltern an. Ich hatte Angst vor dem Gespräch, weil ich wusste, dass es eine große Sache war, sie von meiner Entscheidung zu überzeugen. Das Telefon klingelte nur ein paar Mal, bevor meine Mutter abhob. Ihre Stimme klang warm und vertraut, und für einen Moment spürte ich einen Stich des Heimwehs.
„Hallo, Lena! Wie geht es dir, Schatz?“ hörte ich sie sagen, und ich stellte mir vor, wie sie in unserer Küche zu Hause stand, die Sonne durch das Fenster strahlte und mein Vater im Hintergrund mit der Zeitung saß.
„Hi Mama, mir geht’s gut. Wie geht es euch?“, fragte ich und versuchte, die Nervosität in meiner Stimme zu verbergen. Nachdem wir uns kurz ausgetauscht hatten, holte ich tief Luft und sagte: „Ich muss mit euch über etwas Wichtiges sprechen.“
Ich konnte hören, wie sich die Stimmung am anderen Ende der Leitung veränderte, als meine Eltern sich darauf einstellten, mir zuzuhören. „Was ist los, Lena?“, fragte mein Vater, seine Stimme ruhig, aber aufmerksam.
„Ich habe nachgedacht… und ich möchte mein Auslandsjahr verlängern. Ich möchte die Highschool hier beenden und dann in den USA studieren“, erklärte ich, bemüht, möglichst selbstbewusst zu klingen. „Ich bin jetzt im letzten Jahr, und ich denke, das wäre eine gute Chance für mich. Ich fühle mich hier wirklich wohl, und ich habe das Gefühl, dass ich hier wachsen kann.“
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Heartstrings in the U.S
RomansaDie 17-jährige Lena beginnt ihr Austauschjahr in einem beschaulichen amerikanischen Städtchen, wo sie von der Familie Collins aufgenommen wird. Zwischen den alltäglichen Abenteuern und dem neuen Leben entwickelt sie eine unerwartete Verbindung zu Na...
