Kapitel 8

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Der Donnerstag begann wie jeder andere Tag, doch heute fühlte sich die Routine schon fast normal an. Es war bemerkenswert, wie schnell ich mich an das Leben in Amerika gewöhnt hatte, auch wenn die Unterschiede zu meiner alten Heimat Deutschland gelegentlich stark hervorstachen. Der leichte Nieselregen, der gegen die Fensterscheiben prasselte, ließ mich an die regnerischen Tage in Deutschland denken, an denen ich oft mit einer Tasse Tee und einem guten Buch in meinem Zimmer saß und die Welt draußen vergaß.

Ich schüttelte die melancholischen Gedanken ab, schlüpfte in meine Schuhe, schnappte mir meinen Rucksack und ging die Treppe hinunter in die Küche. Mrs. Collins war bereits dort, vertieft in eine lebhafte Unterhaltung mit Ethan, der wie immer viel zu energiegeladen für diese Uhrzeit war.

„Guten Morgen, Lena!“ begrüßte mich Mrs. Collins mit einem warmen Lächeln, während sie mir eine Tasse Kaffee reichte.

„Morgen,“ erwiderte ich, noch etwas verschlafen, und setzte mich an den Tisch. Der Duft des frisch gebrühten Kaffees half mir, allmählich wach zu werden.

Ethan, dessen braune, leicht zerzauste Haare wie immer in alle Richtungen abstanden, schien heute besonders aufgedreht zu sein. Seine braunen Augen leuchteten, als er mit einem breiten Grinsen fragte: „Was hast du heute vor?“

„Nicht viel, nur Schule und danach wollte ich vielleicht noch ein bisschen in die Stadt,“ antwortete ich und nahm einen Schluck von meinem Kaffee.

Mrs. Collins, die gerade die letzten Frühstückssachen abräumte, hielt plötzlich inne und wandte sich zu mir um. „Oh, bevor ich es vergesse,“ begann sie und warf Ethan einen schnellen Blick zu, „Nathan wird heute Nachmittag nach der Schule nach Hause kommen. Seine WG hat sich aufgelöst, und er wird wieder bei uns einziehen.“

Ich schaute überrascht auf. „Nathan?“ fragte ich. Der Name kam mir bekannt vor, aber ich hatte bisher noch nichts über ihn gehört.

„Ja, unser ältester Sohn,“ erklärte Mrs. Collins mit einem liebevollen Lächeln. „Er ist 19 und muss ein Jahr wiederholen, weil er eine Klasse wiederholen muss. Er wird wieder bei uns wohnen, bis er eine neue Unterkunft gefunden hat.“

„Oh, das ist ja interessant,“ sagte ich und versuchte mir ein Bild von Nathan zu machen. „Wie ist er so?“

„Nathan ist ein großartiger Junge,“ antwortete Mrs. Collins. „Er ist etwas ruhiger als Ethan, aber sehr freundlich. Er hat viele Interessen, vor allem im Sport und in der Musik. Ich denke, ihr werdet euch gut verstehen.“

Ethan lachte und fügte hinzu: „Ja, wenn du mit ihm Football spielen willst, bist du bei ihm an der richtigen Adresse. Er spielt in der Schulmannschaft und trainiert fast jeden Tag.“

„Football? Das klingt interessant,“ erwiderte ich, neugierig, Nathan kennenzulernen. Es würde spannend sein, noch jemanden im Haus zu haben, der näher an meinem Alter war und möglicherweise ähnliche Interessen teilte.

Nachdem wir gefrühstückt hatten, machte ich mich auf den Weg zur Schule. Der Nieselregen hatte nachgelassen, aber der Himmel blieb grau und schwer, als ob er jederzeit wieder aufbrechen könnte. Die vertrauten Straßen, die mich zur Schule führten, wirkten an diesem Morgen fast beruhigend, und ich fühlte mich zunehmend angekommen in meinem neuen Leben.

In der Schule verlief der Vormittag wie gewohnt. Der Matheunterricht war, wie immer, eine Herausforderung, und mein Englischlehrer, Mr. Harper, war heute besonders motiviert, uns die Feinheiten der amerikanischen Literatur näherzubringen. Seine Begeisterung war ansteckend, und ich fand mich bald tief in die Diskussion über den heutigen Text vertieft. Die Stunde verging wie im Flug, und ich war dankbar, dass ich in einem Fach, das mir so lag, solch engagierte Lehrer hatte.

Heartstrings in the U.SGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt