Der Wecker klingelte früh an diesem Samstagmorgen, und ein Gefühl von Vorfreude durchzog mich, als ich mich daran erinnerte, was heute anstand. Nathon hatte ein wichtiges Footballspiel, und ich hatte versprochen, mit Laurie und Ethan hinzufahren, um ihm zuzusehen. Obwohl Football in Deutschland nicht so populär war wie hier in Amerika, hatte ich mich darauf gefreut, Nathon auf dem Spielfeld zu sehen. Die Woche über hatte er hart trainiert, und die Gespräche am Abendbrottisch drehten sich immer wieder um Strategien und Taktiken, die sein Team für das Spiel vorbereitete.
Nachdem ich mich aus dem Bett geschält hatte, ging ich ins Badezimmer, das ganz mein eigenes war. Die weißen Fliesen strahlten im Licht der morgendlichen Sonne, die durch das Fenster schien. Es war ein geräumiges Bad, ausgestattet mit allem, was ich brauchte, inklusive einer großen begehbaren Dusche und einem breiten Waschbecken, das fast die gesamte Wand einnahm. Ein Gefühl von Luxus, das ich zu Hause nicht gewohnt war, aber hier jeden Tag genoss.
Ich ließ das heiße Wasser über meinen Körper laufen, die Wärme half, die Müdigkeit der Nacht aus meinen Gliedern zu vertreiben. Während ich duschte, gingen mir die Ereignisse der letzten Wochen durch den Kopf. Mein Englisch war mittlerweile fließender, und die Verständigung fiel mir deutlich leichter. Die ersten Tage waren eine Herausforderung gewesen, doch jetzt, da ich mich an die Sprache und den Akzent gewöhnt hatte, fühlte ich mich zunehmend selbstsicherer. Sogar die amerikanischen Eigenheiten in der Aussprache und in den Redewendungen wurden mir vertraut.
Nach der Dusche wickelte ich mich in ein weiches Handtuch und betrachtete mein Spiegelbild. Mein blondes Haar, noch nass vom Wasser, hing glatt über meine Schultern. Für heute entschied ich mich, es locker zu tragen, damit es schnell trocknen konnte. Ich wählte ein bequemes, aber stilvolles Outfit: Ein fließendes, blasses T-Shirt, das perfekt zu meiner gebräunten Haut passte, und eine enge Jeans, die meine Figur betonte. Dazu meine liebsten weißen Sneakers, die sich ideal für einen Tag im Freien eigneten.
Als ich fertig war, ging ich die Treppe hinunter in die Küche, wo Laurie bereits das Frühstück vorbereitete. Der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee und gebratenem Speck hing in der Luft, und Ethan saß bereits am Tisch, in ein Comic-Heft vertieft.
„Guten Morgen, Lena“, begrüßte Laurie mich, als sie einen Teller mit Rührei vor mir abstellte. „Bereit für das große Spiel?“
„Guten Morgen“, antwortete ich und setzte mich zu Ethan an den Tisch. „Ja, ich bin gespannt, Nathon spielen zu sehen. Es wird sicher aufregend.“
Ethan schaute von seinem Comic auf und grinste. „Nathon ist der Beste im Team. Er wird heute garantiert ein paar Touchdowns machen.“
Ich lachte. „Dann haben wir ja einen aufregenden Tag vor uns.“
„Wo ist Mr. Collin?“, fragte ich, als ich bemerkte, dass er nicht beim Frühstück war.
Laurie lächelte und zuckte mit den Schultern. „Er musste früh ins Büro. Er hatte eine wichtige Besprechung und kann leider nicht zum Spiel kommen. Aber er hat Nathon schon Glück gewünscht.“
Es war nicht das erste Mal, dass ich Mr. Collin vermisste. Er war oft wegen der Arbeit unterwegs, was bedeutete, dass er selten bei den Familienaktivitäten dabei sein konnte. Aber trotzdem spürte ich, dass er seiner Familie sehr zugetan war, auch wenn er nicht immer physisch anwesend sein konnte.
Nach dem Frühstück, das mit einer Mischung aus Aufregung und Erwartung verlief, machten wir uns auf den Weg. Der Footballplatz war etwa zwanzig Minuten entfernt, und als wir ankamen, waren die Tribünen schon gut gefüllt. Die Luft war kühl und klar, perfekt für einen Sporttag im Freien. Ich konnte die Spannung förmlich spüren, als wir uns durch die Menge schoben, um einen guten Platz zu ergattern.
Nathon war leicht auf dem Spielfeld auszumachen. Er trug die typische Footballausrüstung, und seine braunen Haare schauten unter dem Helm hervor. Mit seiner beeindruckenden Statur und seiner athletischen Figur sah er in der Uniform noch größer und muskulöser aus. Er wirkte konzentriert, während er sich mit den anderen Spielern warm machte, sein Blick war fokussiert auf das, was vor ihm lag.
„Da ist er“, sagte ich zu Laurie, als ich Nathon entdeckte. Mein Herz machte einen kleinen Sprung, als er sich zu uns umdrehte und kurz winkte, bevor er wieder in seine Aufwärmübungen vertieft war.
„Er sieht bereit aus“, antwortete Laurie, die ihrem Sohn stolz nachsah.
„Er wird heute großartig spielen“, fügte Ethan hinzu, der kaum still sitzen konnte vor Aufregung.
Das Spiel begann kurz darauf, und Nathon war von Anfang an eine Schlüsselfigur auf dem Feld. Jedes Mal, wenn er den Ball bekam, explodierte das Stadion in Jubel. Seine Bewegungen waren präzise und kraftvoll, und es war klar, dass er einer der besten Spieler auf dem Feld war. Ich konnte nicht anders, als mitzufiebern, auch wenn ich die Regeln des Spiels nicht vollständig verstand. Die Energie im Stadion war ansteckend, und ich fühlte mich mehr und mehr wie ein Teil dieser Welt, die mir vorher so fremd gewesen war.
Während einer kurzen Pause schaute Nathon zu uns herüber, seine braunen Augen suchten nach uns in der Menge. Als er mich entdeckte, hob er kurz die Hand zum Gruß, und ich winkte zurück, ein breites Lächeln auf den Lippen. Es war ein kleiner Moment, aber er ließ mein Herz schneller schlagen.
Das Spiel endete schließlich mit einem knappen Sieg für Nathons Team, und die Zuschauer sprangen auf, um zu jubeln. Ethan schrie vor Begeisterung, während Laurie und ich klatschten und uns mitreißen ließen. Nathon war der Star des Spiels gewesen, und das konnte niemand bestreiten.
Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte, kamen die Spieler zu ihren Familien und Freunden, und Nathon war einer der ersten, der zu uns kam. Sein Gesicht war verschwitzt, und er war sichtlich erschöpft, aber das Lächeln auf seinem Gesicht verriet, wie glücklich er über den Sieg war.
„Das war unglaublich“, sagte ich, als er sich zu uns gesellte. „Du warst großartig, Nathon.“
„Danke, Lena“, antwortete er, seine Augen leuchteten vor Stolz. „Es war hart, aber wir haben es geschafft.“
„Ich wusste, dass du es schaffst“, fügte Ethan hinzu und klopfte seinem Bruder auf den Rücken.
„Ihr seid die besten Fans“, lachte Nathon und warf uns ein verschwitztes Handtuch zu, bevor er sich eine Wasserflasche schnappte und gierig trank.
Als wir schließlich nach Hause zurückkehrten, war es bereits spät, und die Müdigkeit begann sich bemerkbar zu machen. Wir hatten den Tag mit einem Familienpicknick am Spielfeldrand beendet, und obwohl ich erschöpft war, fühlte ich mich erfüllt. Es war einer dieser Tage, die ich nie vergessen würde – ein Tag, an dem ich mich wirklich als Teil dieser Familie fühlte.
Im Auto lehnte ich mich zurück, während die Landschaft an uns vorbeizog, und ließ die Ereignisse des Tages Revue passieren. Ich bemerkte, wie sehr ich mich in den letzten Wochen verändert hatte – wie viel ich von dieser neuen Welt gelernt hatte und wie sehr sie mich beeinflusste.
„Heute war wirklich ein toller Tag“, sagte ich schließlich zu Nathon, der neben mir saß.
„Ja, das war er“, antwortete er und warf mir einen kurzen Seitenblick zu. „Ich bin froh, dass du hier bist, Lena. Es wäre nicht dasselbe ohne dich.“
Seine Worte berührten mich, und ich spürte, wie sich ein warmes Gefühl in meiner Brust ausbreitete. „Ich bin auch froh, hier zu sein, Nathon. Es ist gut, Teil von etwas so Besonderem zu sein.“
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Heartstrings in the U.S
RomanceDie 17-jährige Lena beginnt ihr Austauschjahr in einem beschaulichen amerikanischen Städtchen, wo sie von der Familie Collins aufgenommen wird. Zwischen den alltäglichen Abenteuern und dem neuen Leben entwickelt sie eine unerwartete Verbindung zu Na...
