Kapitel 58

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Die letzten Wochen vergingen wie im Flug, und bevor ich es richtig realisierte, stand der Prom-Abend der Highschool vor der Tür. Der Abschlussball war für alle Schüler der Senior-Klasse ein großes Ereignis, das die Schulzeit krönte und einen symbolischen Abschied von den Jahren an der Highschool markierte. Es war ein Moment des Feierns, des Rückblicks und der Vorfreude auf das, was als Nächstes kommen würde. Für mich hatte dieser Abend eine besondere Bedeutung – er war nicht nur ein Abschied, sondern auch ein Neubeginn in einem Land, das ich mittlerweile mein Zuhause nannte.

Laurie und ich verbrachten den Nachmittag damit, mein Kleid fertig zu machen und die letzten Vorbereitungen zu treffen. Es war ein elegantes, dunkelblaues Kleid mit einem schlichten Schnitt, das mir in der Umkleidekabine sofort ins Auge gefallen war. Laurie hatte darauf bestanden, dass wir einen „richtigen Mädchentag“ machten, um alles perfekt zu gestalten. Sie war wie eine zweite Mutter für mich geworden, und ich war ihr unendlich dankbar für ihre Unterstützung und ihre Wärme.

„Du siehst wunderschön aus, Lena“, sagte Laurie, als sie mir half, das Kleid zurechtzuzupfen. „Nathon wird die Augen nicht von dir lassen können.“

Ich lächelte verlegen. „Danke, Laurie. Ohne dich wäre das alles nicht möglich gewesen.“

„Ach, hör auf. Du bist diejenige, die all das möglich macht“, erwiderte sie und drückte mir einen leichten Kuss auf die Stirn. „Und vergiss nicht, diesen Abend zu genießen. Das ist deine Nacht.“

Als es Zeit war, sich auf den Weg zum Ball zu machen, wartete Nathon bereits unten im Wohnzimmer. Er trug einen eleganten schwarzen Anzug mit einer dunkelblauen Krawatte, die perfekt zu meinem Kleid passte. Seine Augen weiteten sich, als er mich sah, und für einen Moment standen wir einfach da und lächelten uns an.

„Wow, du siehst unglaublich aus“, sagte er schließlich und reichte mir die Hand. „Ich bin der glücklichste Typ hier, weil ich dich als meine Begleitung habe.“

„Danke, Nathon. Du siehst auch großartig aus“, erwiderte ich, während ich seine Hand nahm und spürte, wie eine Welle von Nervosität und Aufregung durch meinen Körper strömte. Es war ein seltsames Gefühl, zwischen dem Wissen, dass dieser Abend ein Abschied war, und der Freude darüber, was vor uns lag.

Ethan und Jack standen in der Küche und beobachteten uns mit breitem Grinsen. „Pass gut auf sie auf, Bruder“, sagte Ethan mit einem schelmischen Blick, während Jack eine Kamera zückte, um ein paar Erinnerungsfotos zu schießen.

„Mach ich“, sagte Nathon und drückte meine Hand fester. „Keine Sorge, sie ist bei mir sicher.“

Der Ball fand in der festlich geschmückten Turnhalle der Schule statt. Überall hingen Lichterketten, und die Musik dröhnte durch die Lautsprecher. Die Schüler tanzten, lachten und schossen Fotos, um diesen Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Nathon und ich mischten uns unter die Menge, und für einen Abend schien es, als wäre die Welt perfekt.

Wir tanzten zu langsamen und schnellen Liedern, lachten über die peinlichen Tanzschritte unserer Freunde und genossen die Gesellschaft der Menschen, die uns in den letzten Monaten so vertraut geworden waren. In einem ruhigen Moment, als wir uns eine kurze Pause gönnten und uns mit Getränken an den Rand der Tanzfläche setzten, sah Nathon mich nachdenklich an.

„Ich bin so froh, dass du hier bist, Lena“, sagte er leise, und seine Augen funkelten im Licht der Lichterketten. „Ich weiß, dass es nicht immer einfach war, aber ich bin stolz auf dich, dass du all das durchgezogen hast.“

Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und seufzte zufrieden. „Danke, Nathon. Das bedeutet mir sehr viel. Und ich bin auch froh, dass ich hier bin – bei dir, bei deiner Familie. Es fühlt sich richtig an.“

Wir saßen noch eine Weile da und beobachteten die anderen Paare, wie sie über die Tanzfläche wirbelten. Es war ein bittersüßer Moment, voller Vorfreude, aber auch ein wenig Wehmut, weil ich wusste, dass diese Nacht das Ende eines Kapitels markierte.

Später am Abend, als wir draußen unter dem sternenklaren Himmel standen, läutete mein Handy. Es war ein Videoanruf von meinen Eltern. Ich konnte mir ein breites Lächeln nicht verkneifen, als ich ihre Gesichter auf dem Bildschirm sah. Sie wirkten glücklich und ein wenig aufgeregt, als sie mich in meinem Ballkleid sahen.

„Oh, Lena, du siehst wunderschön aus!“, rief meine Mutter begeistert. „Wir wünschten, wir könnten dort sein.“

„Danke, Mama. Es ist wirklich schön hier“, sagte ich und drehte das Handy, um ihnen die Lichter und die Feier im Hintergrund zu zeigen. „Wie geht’s euch?“

„Uns geht’s gut, und wir haben großartige Neuigkeiten“, sagte mein Vater mit einem breiten Lächeln. „Wir haben beschlossen, dich bald zu besuchen. Wir kommen in ein paar Wochen nach Amerika!“

Mein Herz machte einen Sprung, und ich konnte kaum glauben, was ich hörte. „Wirklich? Ihr kommt her?“, fragte ich ungläubig.

„Ja“, bestätigte meine Mutter, ihre Augen strahlten. „Wir wollen sehen, wo du lebst, deine Schule, deine Freunde – und natürlich Laurie und Jack kennenlernen. Wir freuen uns schon riesig.“

Ich war überwältigt von Glück und Erleichterung. Es war ein weiteres Stück Heimat, das zu mir kommen würde, und ich konnte es kaum erwarten, ihnen all das zu zeigen, was ich hier aufgebaut hatte. „Das ist unglaublich! Ich freue mich so sehr“, sagte ich, während Tränen der Freude in meine Augen stiegen.

Nathon, der neben mir stand, legte einen Arm um mich und lächelte in die Kamera. „Hi, Mr. und Mrs. Müller! Wir freuen uns auch, Sie kennenzulernen“, sagte er freundlich.

Meine Eltern lachten und winkten ihm zu. „Wir freuen uns auch, Nathon. Pass gut auf unsere Tochter auf.“

Nachdem wir uns verabschiedet hatten, steckte ich mein Handy weg und lehnte mich an Nathon. „Sie kommen wirklich“, sagte ich leise, noch immer überwältigt von der Nachricht. „Meine Eltern kommen her.“

Nathon küsste mich sanft auf die Stirn und hielt mich fest. „Das ist großartig, Lena. Sie werden stolz auf dich sein, wenn sie sehen, was du hier alles geschafft hast.“

Wir blieben noch eine Weile draußen, genossen die kühle Nachtluft und den Moment, der sich wie eine magische Pause anfühlte. Der Prom-Abend würde bald zu Ende gehen, aber ich wusste, dass das, was vor mir lag, noch so viel mehr bedeutete. Meine Eltern würden bald hier sein, ich würde meinen Abschluss machen und dann ein neues Kapitel beginnen – mit Nathon, meiner Gastfamilie und allen Menschen, die mir hier wichtig geworden waren.

Als wir schließlich beschlossen, nach Hause zu fahren, hielt Nathon meine Hand und sah mich liebevoll an. „Was denkst du, Lena? Bereit für alles, was kommt?“

Ich nickte, ein Gefühl der Sicherheit breitete sich in mir aus. „Ja, ich bin bereit. Für alles.“

Und mit diesen Worten fuhren wir nach Hause, das Gefühl von Aufbruch und einem neuen Anfang fest in unseren Herzen.

Heartstrings in the U.SGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt