Kapitel 11

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Der Sonntagmorgen begann in ruhiger, fast träger Stille. Die frühen Sonnenstrahlen drangen sanft durch die halb geöffneten Vorhänge und tauchten das Zimmer in ein goldenes Licht. Langsam kam ich zu Bewusstsein, genoss die seltene Ruhe des Morgens und ließ die Gedanken an den gestrigen Tag noch einmal Revue passieren. Es war einer dieser seltenen Momente, an denen alles perfekt schien, jeder Augenblick stimmte.

Als ich mich schließlich aus dem Bett erhob und den Blick aus dem Fenster schweifen ließ, fiel mir Nathons Football im Garten auf, der nach einer kurzen Wurf-Session mit seinem Bruder Ethan dort liegen geblieben war. Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen. In den letzten Tagen hatte ich mehr über Nathon erfahren, als ich je erwartet hätte. Er war nicht nur der gefeierte Footballstar, sondern auch ein stiller, nachdenklicher Junge, der Gitarre spielte und sich in seiner eigenen Welt bewegte.

Nachdem ich mich angezogen hatte, ging ich hinunter in die Küche, wo Ethan bereits am Tisch saß und gierig seine Cornflakes verschlang. Mit seinen zwölf Jahren sprühte er vor Energie, und sein breites Grinsen war ansteckend.

„Guten Morgen, Schlafmütze“, rief er mir grinsend entgegen, während ein paar Cornflakes auf den Tisch fielen.

„Morgen“, antwortete ich lächelnd und goss mir selbst eine Schale Müsli ein. „Was hast du heute vor?“

„Nicht viel“, antwortete Ethan mit einem Achselzucken. „Vielleicht zocke ich ein bisschen und gehe später mit ein paar Freunden ins Kino. Willst du mitkommen?“

Ich überlegte kurz. „Was wollt ihr euch ansehen?“

„Den neuen Actionfilm“, sagte er begeistert. „Der soll mega sein.“

„Hm, Actionfilme sind nicht so mein Ding, aber danke für die Einladung“, sagte ich und nahm einen Bissen von meinem Müsli.

„Kein Problem“, sagte Ethan und zuckte wieder mit den Schultern. „Vielleicht nächstes Mal.“

Nachdem ich mein Frühstück beendet hatte, beschloss ich, den Tag ganz in meinem eigenen Tempo anzugehen. Die letzten Wochen waren intensiv gewesen, voller neuer Eindrücke und Herausforderungen, und ich spürte das Bedürfnis, einfach mal durchzuatmen.

Im Garten setzte ich mich auf die Bank unter dem großen Eichenbaum und ließ den Blick über die sanfte Landschaft schweifen. Der Morgen war still, nur das leise Rauschen der Blätter und das Zwitschern der Vögel durchbrachen die Ruhe. Ich lehnte mich zurück, schloss die Augen und ließ die friedliche Atmosphäre auf mich wirken.

Meine Gedanken wanderten zu meiner Heimat in Deutschland, zu den vertrauten Dingen, die ich zurückgelassen hatte. Auch wenn ich mich hier allmählich heimisch fühlte, gab es doch Momente, in denen mich ein tiefes Heimweh überkam – nach den Gesichtern meiner Freunde, den engen Gassen meiner Stadt, den Nachmittagen in meinem Lieblingscafé. Doch gleichzeitig wusste ich, dass ich hier eine einmalige Chance hatte, mich weiterzuentwickeln und neue Wege zu gehen. Die Vorfreude auf das, was noch vor mir lag, überlagerte die gelegentliche Sehnsucht nach der Heimat.

Nachdem ich eine Weile die Stille genossen hatte, entschied ich, das Haus der Collins etwas genauer zu erkunden. Bisher hatte ich nur wenig Zeit damit verbracht, die Räume wirklich zu entdecken, und heute schien der perfekte Tag dafür zu sein. Das Haus war groß und hell, mit hohen Decken und breiten Fenstern, durch die das Tageslicht in jeden Winkel drang. An den Wänden hingen Bilder und Kunstwerke, die dem Haus eine warme, einladende Atmosphäre verliehen.

Als ich den Flur entlangging, entdeckte ich eine kleine Tür, die mir bisher nicht aufgefallen war. Neugierig öffnete ich sie und fand mich in einem kleinen, vollgestellten Raum wieder, der offenbar als Abstellkammer diente, aber auch eine Art Hobbyraum war. Regale voller Bücher und alte Schallplatten säumten die Wände, und in einer Ecke stand eine Staffelei mit einem halb fertigen Gemälde, das seit Jahren unberührt schien.

Heartstrings in the U.SGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt