Kapitel 46

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Der Tag war träge vergangen, eine seltsame Ruhe lag über dem Haus, als Laurie und Ethan unterwegs waren. Nathon und ich hatten den Film fast ohne Worte zu Ende geschaut, beide tief in Gedanken versunken, über das, was zwischen uns passiert war. Es fühlte sich immer noch surreal an, dass wir uns endlich geöffnet hatten – dass wir uns geküsst hatten. Mehr als einmal fragte ich mich, ob das alles ein Traum war.

Am späten Nachmittag, als das Sonnenlicht schräg durch die Fenster fiel und das Wohnzimmer in warmes Gold tauchte, beschloss ich, mich für eine Weile in mein Zimmer zurückzuziehen. Ich brauchte etwas Zeit, um meine Gedanken zu sortieren. Die Gefühle, die in mir aufgewühlt waren, schienen kaum zu fassen zu sein. Alles fühlte sich so intensiv, so unmittelbar an.

Ich legte mich auf mein Bett und starrte an die Decke. Der Kuss hatte etwas in mir entfesselt, das ich vorher nicht wirklich zugelassen hatte – das Bewusstsein, dass ich tatsächlich tiefere Gefühle für Nathon hegte. Es war nicht nur eine harmlose Schwärmerei mehr; es war etwas, das mein Herz schneller schlagen ließ, wann immer er in meiner Nähe war. Doch gleichzeitig gab es da auch diese Angst – die Angst vor den Konsequenzen, vor dem, was passieren würde, wenn wir uns auf diese Gefühle einließen.

Meine Gedanken wanderten zu den bevorstehenden Wochen. Die Highschool würde bald wieder beginnen, und Nathon würde sich auf Football konzentrieren müssen. Wie würde sich das alles auf uns auswirken? Würde es einfacher werden, oder würde der Druck von außen uns auseinanderreißen? Diese Ungewissheit nagte an mir, doch gleichzeitig fühlte ich eine seltsame Zuversicht. Was auch immer passieren würde, wir würden es irgendwie schaffen. Wir mussten es schaffen.

Es klopfte leise an meiner Tür, und bevor ich etwas sagen konnte, trat Nathon ein. Er hatte sich offenbar ebenfalls etwas zurückgezogen, aber jetzt stand er da, sah mich an und lächelte leicht.

„Hey“, sagte er leise, als er sich zu mir setzte.

„Hey“, erwiderte ich und setzte mich auf. „Alles in Ordnung?“

„Ja, ich wollte nur… nach dir sehen“, antwortete er und fuhr sich nervös durch das Haar. „Ich dachte, vielleicht könnten wir den Rest des Tages noch zusammen verbringen.“

Ich nickte, froh über den Vorschlag. „Das klingt gut.“

Wir verbrachten den Abend ruhig und entspannt. Laurie und Ethan kamen schließlich nach Hause, und das Haus wurde wieder lebendiger. Das Abendessen war unkompliziert – Pizza, die wir einfach in den Ofen geschoben hatten. Es war eines dieser Mahlzeiten, bei denen man nicht viel reden musste, aber jeder irgendwie in der Gesellschaft des anderen Trost fand.

Nachdem wir gegessen hatten, zogen sich Laurie und Ethan zurück, um sich einen Film anzusehen, während Nathon und ich uns wieder in mein Zimmer zurückzogen. Die Atmosphäre zwischen uns war vertraut, aber dennoch kribbelte da etwas in der Luft – etwas, das uns beiden bewusst war.

„Worüber denkst du nach?“ fragte er plötzlich, als wir auf dem Bett saßen, jeder auf seiner Seite, aber dennoch nah genug, dass ich die Wärme seiner Nähe spüren konnte.

Ich zuckte leicht mit den Schultern. „Über uns. Über die Schule, das Training… wie das alles weitergehen soll.“

Er nickte nachdenklich. „Ja, ich mache mir auch Gedanken darüber. Es wird nicht einfach sein, das weiß ich. Aber ich will es versuchen, Lena. Ich will das mit dir durchstehen.“

Seine Worte ließen mein Herz schneller schlagen. Es war nicht die romantische Geste, sondern die schlichte Ehrlichkeit, die mich berührte. „Ich will das auch“, flüsterte ich und sah ihm tief in die Augen.

Für einen Moment blieben wir einfach nur so sitzen, der Raum erfüllt von der Stille, die nur von unseren leisen Atemzügen durchbrochen wurde. Dann, fast wie von selbst, rückten wir näher zusammen. Unsere Lippen trafen sich in einem sanften, aber festen Kuss, der all die Gefühle, die in uns tobten, ausdrückte. Es war, als würden wir beide endlich den Mut finden, uns auf das einzulassen, was zwischen uns war.

Heartstrings in the U.SGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt