Der Morgen dämmerte, als ich langsam die Augen öffnete, umhüllt von der weichen Decke, die Laurie und Jack mir geschenkt hatten. Die ersten Strahlen der Morgensonne fielen durch die Fenster und tauchten die kleine Hütte in ein warmes, goldenes Licht. Neben mir lag Nathon, tief in friedlichem Schlaf versunken, mit einem sanften Lächeln auf den Lippen. Ein Gefühl tiefer Zufriedenheit erfüllte mich – alles schien perfekt: die Hütte, die Natur um uns herum und vor allem Nathon, der an meiner Seite war.
Behutsam löste ich mich aus seiner Umarmung, darauf bedacht, ihn nicht zu wecken, und schlich leise in die Küche. Der Holzboden knarrte leicht unter meinen Schritten, während ich die kleinen Vorratsschränke durchstöberte. Schnell fand ich, was ich brauchte: Kaffee, frisches Obst und ein paar Eier. Bald erfüllte der verlockende Duft von Kaffee die Hütte, und ich hörte, wie Nathon sich im Bett regte.
„Guten Morgen, Schönheit,“ klang seine verschlafene Stimme plötzlich hinter mir. Er lehnte in der Küchentür, seine Haare zerzaust, aber seine Augen strahlten vor Zärtlichkeit.
„Guten Morgen, Schlafmütze,“ neckte ich ihn mit einem Lächeln, während ich mich wieder dem Herd zuwandte. „Ich dachte, ich überrasche dich mit einem Frühstück.“
„Es riecht fantastisch,“ sagte er, während er auf mich zukam und mir einen sanften Kuss auf die Stirn drückte. „Aber du hättest mich ruhig wecken können, um dir zu helfen.“
„Du hast so friedlich geschlafen, ich wollte dich nicht stören,“ entgegnete ich und konzentrierte mich auf das Rührei. „Setz dich, das Essen ist gleich fertig.“
Wir frühstückten gemütlich zusammen, sprachen über unsere Pläne für den Tag und genossen die intime Atmosphäre, die uns umgab. Es war, als hätten wir eine kleine, abgeschiedene Welt nur für uns – fernab von allen Sorgen und dem hektischen Alltag.
Nach dem Frühstück zogen wir uns um und beschlossen, die Umgebung der Hütte zu erkunden. Die Luft war klar und frisch, der Wald um uns herum lebendig und voller Geräusche. Vögel zwitscherten in den Bäumen, und in der Ferne war das sanfte Rauschen des Sees zu hören.
„Lass uns zum See gehen,“ schlug Nathon vor und nahm meine Hand. „Es sieht so friedlich aus.“
Der schmale Pfad führte uns durch den Wald hinunter zu einer kleinen Anlegestelle am See. Das Wasser war spiegelglatt und reflektierte die umliegenden Bäume und den strahlend blauen Himmel. Wir setzten uns auf den Rand des Stegs und ließen unsere Füße ins kühle Wasser baumeln.
„Ich könnte mich daran gewöhnen,“ sagte ich und genoss die wärmende Sonne auf meiner Haut.
„Ich auch,“ antwortete Nathon leise, zog mich näher zu sich und legte den Arm um mich. „Mit dir hier zu sein, fühlt sich einfach richtig an.“
Wir verweilten in stiller Zweisamkeit, die Ruhe und Schönheit des Augenblicks aufsaugend. Es war einer dieser seltenen Momente, in denen Worte unnötig waren – die Gegenwart des anderen war alles, was zählte.
Am Nachmittag hatte Nathon eine weitere Überraschung für mich vorbereitet. „Zieh dich warm an,“ sagte er mit einem geheimnisvollen Lächeln, als wir zur Hütte zurückkehrten. „Ich habe etwas für dich geplant.“
„Noch eine Überraschung?“ fragte ich neugierig, während ich meinen Pullover überzog und mich in die warme Decke wickelte. „Was hast du jetzt vor?“
„Das wirst du gleich sehen,“ entgegnete er und führte mich nach draußen. Wir folgten einem schmalen Pfad, der sich durch den dichten Wald schlängelte, bis wir eine kleine Lichtung erreichten. In der Mitte stand ein Baumhaus, das wie aus einem Märchenbuch entsprungen wirkte.
„Oh mein Gott, Nathon!“ rief ich begeistert aus, als ich das Baumhaus erblickte. „Das ist unglaublich!“
„Ich wusste, dass es dir gefallen würde,“ sagte er lächelnd. „Ich habe es letztes Jahr entdeckt und wollte es dir unbedingt zeigen.“
Wir kletterten die schmale Leiter hinauf und fanden uns in einem gemütlichen Raum wieder, der mit alten Kissen und Decken ausgestattet war. Die Aussicht von hier oben war atemberaubend – der ganze See lag uns zu Füßen.
„Es ist wie ein geheimer Rückzugsort,“ flüsterte ich, als ich mich in die Decken kuschelte und Nathon sich neben mir niederließ. „Ich liebe es.“
„Ich dachte, es wäre der perfekte Ort, um etwas Zeit zu zweit zu verbringen,“ sagte Nathon leise und legte seinen Arm um mich. „Weit weg von allem, nur wir beide.“
Der Nachmittag verging im Flug, während wir im Baumhaus saßen, über unsere Träume und Wünsche sprachen und Pläne für die Zukunft schmiedeten. Es fühlte sich an, als hätten wir die Welt ganz für uns allein, als wäre alles möglich.
Als die Dämmerung hereinbrach, machten wir uns auf den Rückweg zur Hütte, wo Nathon erneut den Grill anwarf. Wir entschieden uns, unter dem klaren Nachthimmel zu essen. Die Sterne funkelten über uns, während wir das einfache, aber köstliche Grillessen genossen, das Nathon mit viel Liebe zubereitet hatte.
„Das Essen ist perfekt,“ sagte ich, als ich einen Bissen von meinem Steak nahm. „Du hast wirklich Talent, Nathon.“
„Für dich gebe ich mir immer Mühe,“ antwortete er mit einem verschmitzten Lächeln.
Nach dem Essen legten wir uns auf die Decken, die wir auf dem Boden ausgebreitet hatten, und blickten in den sternenklaren Himmel. Es war eine dieser Nächte, in denen die Milchstraße deutlich zu sehen war, und wir versuchten, Sternbilder zu erkennen.
„Sieh mal, da ist der Große Wagen,“ sagte ich und zeigte auf eine Gruppe von Sternen.
„Und dort ist der Orion,“ fügte Nathon hinzu. „Ich habe das Gefühl, als könnten wir hier für immer bleiben.“
„Das könnte ich auch,“ flüsterte ich, drehte mich zu ihm und sah ihm tief in die Augen. In diesem Moment spürte ich, wie stark meine Gefühle für ihn waren. „Nathon… ich liebe dich.“
Er sah mich an, seine Augen voller Zärtlichkeit. „Lena, ich liebe dich auch. Mehr als alles andere auf der Welt.“
Er beugte sich zu mir und küsste mich – ein Kuss, der all die Liebe und Zuneigung ausdrückte, die wir füreinander empfanden. Als wir uns schließlich voneinander lösten, blickten wir uns einfach nur an, wissend, dass wir genau dort waren, wo wir sein sollten.
Die Nacht verging wie im Flug, und schließlich schliefen wir, eingehüllt in die Wärme der Decken und die Geborgenheit unserer Liebe, in den Armen des anderen ein. Es war der perfekte Abschluss eines perfekten Tages – ein Tag, den ich für immer in meinem Herzen tragen würde.
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Heartstrings in the U.S
RomanceDie 17-jährige Lena beginnt ihr Austauschjahr in einem beschaulichen amerikanischen Städtchen, wo sie von der Familie Collins aufgenommen wird. Zwischen den alltäglichen Abenteuern und dem neuen Leben entwickelt sie eine unerwartete Verbindung zu Na...
